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Feuerwehr Goldach: Als „Querschnitt der Gesellschaft“ im Einsatz

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 27. März 2018

Mit einem Thema, das auf den ersten Blick nichts mit einer Feuerwehr zu tun hat, startete Kommandant Stephan Zobel die Jahreshauptversammlung der Goldacher Floriansjünger. „Integration" sei seit 2015 brandaktuell: „Für uns ist das aber nichts Neues." Man habe schon immer Leute aus den unterschiedlichsten Bereichen dabei gehabt, sei ein Querschnitt der Gesellschaft: „Wir machen das seit 150 Jahren, egal ob jemand aus Baden oder aus Syrien kommt." Es habe noch nie eine Rolle gespielt, wie jemand aussieht: „Und jetzt diskutiert die Politik über Integration, da schmeißen wir uns weg." Zudem mache es die Feuerwehr seit jeher bestens, auch auf die Meinung der jungen Leute zu hören: „Das ist Integration."

Um die 50 Aktive sind derzeit bei der Feuerwehr Goldach aktiv, dazu kommen 155 Passive. Über 4000 Stunden wurden im Jahr 2017 für die Feuerwehr geleistet, dabei gab es 219 Einsätze. Aber auch die Übungen und Fortbildungen nehmen einen großen Platz ein: „Das frisst schon einiges an Zeit." Das Einsatzfeld sei breiter geworden, allem gerecht zu werden, sei eine enorme Anstrengung. Aber es mache auch Spaß betont der Kommandant: „Der Übungstag war einfach ein toller Tag, der allen etwas gebracht hat." Bei den Einsätzen blieb das Einfangen der „entlaufenen Pferde" nachträglich in Erinnerung. Im ABC-Zug war man einige Male bei Unfällen mit Gefahrgut aktiv, dazu kamen die Brandeinsätze und natürlich das Ausrücken der First Responder. Durch den Umzug des Rettungsfahrzeugs am Flughafen erhöhte sich der Zeitvorteil beim Eintreffen noch einmal und auch 2017 konnten die Goldacher wieder eine erfolgreiche Reanimation durchführen. Zobel: „Man sieht, dass dadurch Leben gerettet werden."

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Die beförderten und geehrten Aktiven der Feuerwehr Goldach zusammen mit Kommandant Stephan Zobel (links) und Bürgermeister Harald Reents (2.v.r.)

 

Bei der Ausrüstung machten die neuen Helme und Jacken einen großen Punkt aus. Die wurden notwendig, weil die Wirkung der alten Ausrüstung nach den vielen Jahren nicht mehr gegeben war. Die Fahrzeuge wären mittlerweile technisch hoch gerüstet und müssten ständig geladen werden, so Zobel. Dabei könnten Ladegeräte durchaus auch einmal einen Defekt haben, es wären schon Gerätehäuser deswegen abgebrannt. Zobel: „Dagegen wollen wir uns noch besser aufstellen." Bürgermeister Harald Reents dankte den Feuerwehrlen ausdrücklich und betonte: „Was ihr zur Integration gesagt habt, ist einfach sehr groß. Wir sind keine verschlossene, sondern eine offene Gesellschaft." Es habe immer wieder Stimmen gegeben, warum man die Feuerwehren Goldach und Hallbergmoos nicht zusammenlegen könne. Reents dazu: „Für mich ist klar, dass das nicht in Frage kommt." Das wäre auch wegen der Ortsstruktur und der einzuhaltenden Hilfsfristen eine sehr dumme Option. Im direkten Anschluss folgte die Versammlung des Feuerwehrvereins. Robert Lackermeier sah in den Raum und meinte, dass die meisten Anwesenden der „Generation Y" angehören würden, also zwischen 1980 und 2000 geboren wurden. Denen sage man nach, dass sie unzuverlässig und nicht verbindlich wären: „Das ist de facto bei uns aber nicht der Fall. Verbindlichkeit, Entschlossenheit und Loyalität zeichnet euch aus." Wichtig sei es auch, Spaß zusammen zu haben. So veranstaltete der Feuerwehrverein einen Skiausflug, Faschingsball, Grill- oder Lampionsfest und vieles mehr: „Dabei danke ich allen, die beim Organisieren mithelfen. Es ist nur miteinander möglich."

Die Kasse des Vereins passt seit einigen Jahren wieder, so auch aktuell. Ohne Spenden wäre der Verein aber im Verlustbereich, denn es gäbe einfach stetige Aufgaben.

Natürlich dürfen auch Beförderungen und Ehrungen auf einer Versammlung nicht fehlen. Schon seit 50 Jahren dabei ist Herbert Westermeier sen., dafür gab es Standing Ovations aller im Saal. Für 30 Jahre geehrt wurden Hugo Hartshauser jun. und Gerhard Held; 25 Jahre aktiv sind Bernhard Grichtmair, Daniel Wallinger und Stephan Zobel. Für ihre langjährige Mitgliedschaft beim Feuerwehrverein gab es ebenfalls Ehrungen. Für 20 Jahre wurden Franz Erdl, Günter Rottmeier sen., Heinrich Schröppl, Ludwig Beck, Marion Grichtmair, Kerstin Hartmann-Herrle und Tanja Güler geehrt und bereits 10 Jahre dabei sind Thorsten Buchhauer, Rudi Hamburger, Michael Lachner, Alexander Thiel, Bettina Rothkopf, Konstantin Friedrich und Andreas Reuther.

Aus dem aktiven Bereich wurden Stefan Schmid und Daniel Scherr zum Feuerwehrmann befördert, Alexander Thiel zum Oberfeuerwehrmann. Hauptfeuerwehrmänner sind nun Sabine Parstorfer, Maximilian Pfitzmayer und Markus Tigges.

Für Sie berichtete Bernd Heinzinger.

 

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Bürgermeister Harald Reents, Hugo Hartshauser jun. (30 Jahre), Herbert Westermeier (50 Jahre), Gerhard Held (30 Jahre) und der Vorsitzende Robert Lackermeier bei der Ehrung für langjährige Mitgliedschaft im Verein der Goldacher Feuerwehr