Auf Tournee in Europas großen Städten und zu Gast in Goldach: Male Ensemble Philippines (MEn)
Europatournee mit Zwischenstation in Goldach
Hektik im Advent, Vorweihnachtsstress – da sehnt man sich zuweilen nach einer Stunde, in der man in aller Ruhe dasitzen und genießen kann. Das Konzert des Male Ensemble Philippines (MEn) bot dem Publikum am Spätnachmittag des 10. Dezember in der Goldacher Herz-Jesu-Kirche nicht nur eine kurze Auszeit, sondern vor allem einen musikalischen Hochgenuss. Die sechs jungen Männer des Vokalensembles gastieren derzeit in den großen Städten Europas und gaben – dank privater Kontakte – auch im kleinen Goldach ein Konzert. Die Künstler kommen aus hochkarätigen und vielfach ausgezeichneten Chorgruppen, vier von ihnen von den Philippine Madrigal Singers, die vor einigen Jahren bereits das Goldacher Publikum begeisterten.
Das Repertoire der MEn bewegt sich zwischen Klassik, Jazz, populärer Musik und Volksliedern, eine große Rolle spielt bei ihren Konzerten auch die Musik ihrer Heimat. Sie sind nicht nur hochbegabte Sänger, sondern sie präsentieren ihr Programm mit Herzlichkeit und Heiterkeit und ihre Begeisterung an Musik und Bewegung ist deutlich spürbar. Ihre Stimmen füllten mühelos den großen Kirchenraum, mal mit großer Stimmgewalt, dann aber wieder mit feinen leisen Tönen.
Bei ihrem Konzert in der Goldacher Kirche zeigten sie einen Querschnitt durch ihr Können. Geistliche Stücke, lyrische Werke, Musik aus verschiedenen Jahrhunderten, teilweise bekannt, oft aber in neuen und ungewöhnlichen Arrangements, darunter „Locus iste“, „Or si Rallegri il Cielo“, „Die Nacht“ von Franz Schubert und das Chanson „La Mer“ von Charles Trenet.
Besonders beeindruckend waren vor allem die philippinischen Stücke, gesungen mit körperlichem Einsatz und sehr viel Humor. Wenn in „Tigmamanukan“ eine Touristengruppe einem Omen-Vogel begegnet, der den weiteren Verlauf der Reise anzeigt, dann fiebert man mit, denn fliegt der Vogel nach rechts, wird die Reise gelingen, wendet er sich jedoch nach links, wird Unangenehmes passieren. Erleichtertes Aufatmen bei Sängern und Publikum, denn der Tigmamanukan flog glücklicherweise nach rechts. Was eine Kokospalme alles an Gutem bieten kann, wird sehr witzig in „The Coconut Nut“ beschrieben.
Wohin fliegt der „Tigmamanukan“?
Natürlich durfte auch Weihnachtliches bei diesem Konzert nicht fehlen, nach „Hodie“ folgte der Weihnachtsklassiker „Have yourself a Merry Little Christmas“. Mit „Pasko Medley“ war ein Mix aus traditionellen philippinischen Weihnachtsliedern zu hören. Aurelia Sailer, Sängerin und Lehrerin an der Musikschule Hallbergmoos Neufahrn, die vor Jahren selbst Mitglied bei den Philippine Madrigal Singers war, schloss sich dem Ensemble bei „Payapang Daigdig“ (A Peaceful World) an und berührte die Herzen mit ihrem wunderbaren Sopran. Mit zwei bekannten Weihnachtsmelodien – „Jingle Bells“ und „O Holy Night“ – ebenfalls jeweils in sehr interessanten Bearbeitungen, ging dieses beeindruckende Konzert zu Ende.
Mit anhaltendem Beifall und Standing Ovations bedankte sich das begeisterte Publikum bei den sechs jungen Sängern, die sich dafür mit zwei Zugaben erkenntlich zeigten, die ebenso beeindruckten wie das gesamte Programm.
Für Sie berichtete Maria Schultz.











