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Bürgerversammlung: Baustelle an der Hauptstraße erregt die Gemüter

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 18. Mai 2018

„Bei uns in der Gemeinde läuft jede Menge" - so begrüßte Bürgermeister Harald Reents die zahlreichen Gäste der Bürgerversammlung im Gemeindesaal: „Ich kann daher nur einen gewissen Überblick bieten. Wenn ich über jede Maßnahme berichten würde, dann säßen wir noch übermorgen hier." Die Verwaltung sei mittlerweile in einem Zustand, wo sie nicht mehr alles erledigen könne, der Fachkräftemangel schlage auch hier zu: „Wir tun unser Möglichstes dagegen." So wurde erst vor kurzem vom Gemeinderat eine Arbeitsmarktzulage beschlossen. Die Wirtschaftsförderung sei ein ganz wichtiger Punkt in der Gemeinde: „Ohne das Gewerbe könnten wir uns viele Dinge nicht leisten." Im MABP wurden im vergangenen Jahr über 4000 qm neu vermietet, die Zahl der Betriebe stieg von 213 in 2016 auf nunmehr 236. Insgesamt gibt es im Ort sogar über 1.300 Gewerbebetriebe, dabei habe man einen sehr guten Mix, so der Bürgermeister.

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Bürgermeister Harald Reents berichtete über die aktuellen Geschehnisse in der Gemeinde.

Auch die Einwohnerzahlen steigen: „Den Siedlungsdruck können wir nicht verhindern, sondern nur gestalten." Die Demografie schaue in Hallbergmoos etwas anders als im Schnitt aus: „Wir haben hier eine sehr gesunde und junge Struktur. Angesichts des sogar gesunkenen Altersdurchschnitts von 38,16 Jahren meinte Harald Reents lachend: „Heuer ist der Bürgermeister erstmals drüber." Es gab erneut deutlich mehr Geburten (121) als Sterbefälle (56). Hallbergmoos hatte Ende des vergangenen Jahres 11.043 (Ende 2016: 10.926) Einwohner, dazu kommen 569 Zweitwohnsitze. Dabei ist man weiterhin sehr international aufgestellt, insgesamt gibt es 90 unterschiedliche Nationalitäten und Reents lobte: „Alle leben hier sehr friedlich miteinander."

In Sachen Kinderbetreuung sei die Gemeinde weiter gut aufgestellt: „Aber auch hier stoßen wir an unserer Grenzen." Die Situation verschärfe sich, weil immer mehr Eltern ihr Kinder fremd betreuen lassen. Die Gemeinde investiert eine Menge in diesen Bereich, es gibt Maßnahmen in Millionenhöhe wie den Interimshort III oder den Neubau des Kinderhauses Jägerfeld West. Aber auch die Schaffung von günstigem Wohnraum für das Kita-Personal wird vorangetrieben.

In Sachen kommunaler Wohnungsbau stehe das größte Projekt in der Gemeindegeschichte vor der Tür: Mit dem Wohnhaus Predazzoallee und dem Vorhaben im Jägerfeld West (hier inklusive betreutes Wohnen) sollen bis 2022 an die 100 Wohnungen geschaffen werden. Bei den weiteren Investitionen stehen die Grundstückserwerbe mit gut 19 Millionen Euro finanziell an erster Stelle, etwa für die Landwirtschaft, Wohnen Maximilianstraße West, den Bauhof am Ludwigskanal oder die Nordumfahrung. All das geht ohne kräftige Einnahmen nicht und hier war die Gewerbesteuer mit ca. 38,5 Millionen in 2017 wieder der größte Punkt. Vieles davon wären aber Einmalzahlungen gewesen, so Reents. Trotz des Finanzmittelbestands von über 70 Millionen Euro mahnte er zur Vorsicht, denn es warten zusätzlich zu den bereits bekannten Maßnahmen weitere große Projekte wie der Bau der neuen Grundschule.

Zum Straßenverkehr meinte der Bürgermeister, dass die neue Buslinie 692 immer besser angenommen würde. Das neue Konzept im Erchinger Weg oder der Maximilianstraße mit Tempo 30 („hier wird auch geblitzt") und den Parkbuchten („es gilt Parkscheibenpflicht") laufe seit Ende 2017 in Probe: „Es laufen Untersuchungen, ob alles passt." Auch Anregungen der Anwohner werden geprüft und nachdem das Ganze dann im Gemeinderat noch einmal behandelt wurde, soll die „feste weiße Markierung" folgen.

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Die Bürgerinnen und Bürger kamen zahlreich zur Versammlung in den Gemeindesaal.

Ein anderes Verkehrsthema aber störte die Anwesenden viel mehr: Die Baustelle an der Hauptstraße. Reents betonte, dass die Verwaltung alles andere als glücklich mit dem Verlauf des Ganzen sei: „Der Bauherr ist aber der Landkreis und wir müssen ausbaden, was nicht optimal vorbereitet wurde." Mit der Sperrung unter anderem des Tannenwegs habe man sich für das geringere Übel entschieden, denn dieser sei für den Durchgangsverkehr einfach nicht geeignet. Nachdem nur noch Anlieger hier fahren dürfen, fügte Reents an: „Wer etwa von der Theresienstraße zum REWE will, der ist kein Anlieger." Ab dem zweiten Bauabschnitt (vom REWE-Kreisel bis zum Garchinger Weg) würde sich das Ganze sowieso wieder ändern, in Sachen Buslinien gab es dazu bereits eine Krisensitzung. Bei den folgenden Anfragen stand diese Baustelle an erster Stelle. Ob man den zweiten Abschnitt nicht bereits am Erchinger Weg statt des Garchinger Wegs enden lassen könne, so eine Frage. Reents sah darin durchaus Vorteile: „Mit diesem Vorschlag werden wir beim Landratsamt aber wohl auf Granit stoßen." Dass es eine Schnapsidee sei, den Tannenweg zu sperren, die Beschilderung dort unfallgefährdend wäre, betonte ein weiterer Bürger. Dieser schlug vor, dort und auch im Erchinger Weg sowie der Auenstraße ein absolutes Halteverbot einzuführen. Reents meinte dazu, dass man die Straßen damit nur attraktiver für den Durchgangsverkehr machen und keiner sich mehr an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten würde. Die Anwohner am Tannenweg oder der Ulmenstraße müssten Verständnis zeigen, dass dort mal mehr Verkehr sei, so eine weitere Anmerkung aus dem Publikum: „An anderen Straßen haben wir dies ständig." Dass es seit der Sperre dort an der Ludwigstraße „rund gehe" - dies wurde ebenfalls bemängelt. Der Bürgermeister konnte nur noch einmal sagen: „Wir werden hier nie eine Situation schaffen, die für alle perfekt ist." Das Hauptthema müsse sein, den überörtlichen Verkehr aus Hallbergmoos raus zubringen. Hier sei die Beschilderung bezüglich der Umleitungen aktuell noch alles andere als optimal, was seitens der Gemeinde bereits bemängelt wurde. Wie könne man die Geschwindigkeitsbegrenzungen im Enghofer Weg (verkehrsberuhigter Bereich) in den Griff bekommen, wenn schon Gemeindefahrzeuge dort „mit 50 km/h durchfahren", lautete eine weitere Frage. Seitens der anwesenden Vertreter der Polizei kam die Anmerkung, dass man dort wegen der Kürze der Strecke leider nicht blitzen könne. Man werde sich das Ganze aber noch einmal anschauen und Reents fragte neugierig nach, um welche Uhrzeit denn das Fahrzeug der Gemeinde dort durchfuhr. Auch Raser an der Freisinger Straße oder bei der Ortsausfahrt Richtung Schwaig wurden bei der Bürgerversammlung moniert, teils könne man wegen der Lautstärke bei offenem Fenster nicht einmal mehr fernsehen. Man werde sich bemühen, diese Probleme zu lösen, so die Aussage seitens der Polizei.

Die Bürgerinnen und Bürger konnten bei dieser Versammlung erstmals auch Anträge stellen, die zur Abstimmung gekommen wären. Bei einer Mehrheit hätten diese im Gemeinderat behandelt werden müssen. Von dieser Möglichkeit wurde diesmal aber noch nicht Gebrauch gemacht und so konnte Harald Reents die Bürgerversammlung nach gut zwei Stunden beschließen.


Für Sie berichtete Bernd Heinzinger

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