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Schlechte Luft?

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 25. Oktober 2019

Stündlich aktuell: Werte im Internet
Sie hängen in etwa 4 Meter Höhe an Straßenlaternen, grau, unscheinbar und verrichten unauffällig ihren Dienst. Die rund 40 x 40 Zentimeter kleinen Boxen sind mit feinen Sensoren ausgestattet und messen die Luftqualität. Im Fokus stehen Stickoxide, Ozon und zwei Feinstäube. Daraus ermittelt sich der Wert für den Europäischen Luftqualitätsindex, der europäische Städte und deren Belastung vergleichbar macht. 35 dieser Luftsensoren sind im Bereich der Nordallianz mit ihren acht Kommunen Eching, Neufahrn, Hallbergmoos, Garching, Unterföhring, Ismaning, Ober- und Unterschleißheim installiert. Für 24 Monate sollen die kleinen Kästen die Daten sammeln: „Wir haben uns zusammengeschlossen zum gemeinsamen Projekt. Die Luftqualität ist ein wichtiges Thema in der Großraumregion mit den vielen Verkehrsbelastungen", so Bürgermeister Harald Reents. Der Clou: Jeder kann über die Homepage www. nordallianz.de unter dem Menüpunkt „Luftqualität" die stündlich aktualisierten Messwerte nachschauen. „Wir wollten das nicht im stillen Kämmerlein machen wollen, sondern die Bürger einbinden und dafür sensibilisieren", erklärt Reents. DSC01711

Grundsätzlich sind die Sensoren dort angebracht, wo Menschen belastet sein können: „Letztendlich hat aber jede Gemeinde für sich die jeweils besten Standorte entschieden. In Hallbergmoos hängt unter anderen einer in der Theresienstraße", so der Rathauschef. „Wir in Neufahrn haben uns neben der Hauptkreuzung ganz bewusst für einen Sensor in einem unbelasteten Ortsteil im Süden angebracht, um einen Vergleichswert einer belasteten und unbelasteten Situation zu haben", meint Amtskollege Franz Heilmeier. In Eching wiederum sind sie an den zwei belasteten ortsdurchführenden Straßen angebracht: „Unter Ziel ist es nicht, dass wir belegen ein Luftkurort zu sein, sondern eine Korrelation zwischen Verkehrsbelastung und Schadstoffbelastung herauszustellen", verdeutlicht Bürgermeister Sebastian Thaler, dessen Gemeinde bereits seit Jahren das LKW-Durchfahrtsverbot erwirken will: „Das ist in Bayern leider ziemlich schwierig. Wir haben bereits Lärmdaten, Verkehrsdaten, jetzt bringen wir noch Luftverschmutzungsdaten, so langsam weiß ich auch nicht mehr, was wir noch bringen sollen." Zukünftig soll in allen Gemeinden ein engmaschiges Reporting erfolgen. „Das ist jetzt unser Einstieg und wenn das gut funktioniert werden wir es bald weiter verarbeiten können. Die gewonnenen Daten können auch helfen politische Entscheidungen zu fällen", ist Reents überzeugt.

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Acht Bürgermeister und eine Frau für die gute Luft: v.li. Sebastian Thaler (Eching), Christian Kuchlbauer (Oberschleißheim), Andreas Kemmelmeyer (Unterföhring), Christoph Böck (Unterschließheim), Anna-Maria Liebenstund (Nordallianz), Harald Reents (Hallbergmoos), Alexander Greulich (Ismaning), Dietmar Gruchmann (Garching) und aus Neufahrn Franz Heilmeier

 


Wanderausstellung informiert
Eine Wanderausstellung soll das Konzept unterstützen. Im Sportforum erhalten Bürger in einer mobilen Infobox Antworten zum Thema: „ Was macht schlechte Luft schlecht, wie wirkt sich das zum Beispiel auf die Landwirtschaft aus und was kann ich tun?", zeigt Techniksoziologin Anna-Laura Liebenstund, Leiterin der Geschäftsstelle NordAllianz (Ismaning), anhand von Umklapptafeln, einem Video des Bundesamtes für Umwelt oder Bildschirm mit Zugang auf die Webseite . „Wir können nach Bedarf alle Medien und Features austauschen. Das ist hier keine einmalige Investition, sondern kann als Ausstellungsstück weiter verwendet werden", führt Liebenstund aus und weist auf weitere Aktionen hin: „Innerhalb der Gemeinden haben noch Vernissagen oder Lounge-Events. Da haben wir viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel für Schüler, die sich mit der Fridays for Future-Bewegung auseinandersetzen oder auch im Unterricht."

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In der Infobox kann zudem jeder zudem jeder seine Meinung oder Ideen hinterlassen. Für Neufahrns Rathauschef ein weiteres Plus: „,Das ist eine super Chance für die Kommunen. So ein Feedback bekommt man nicht einfach so."


Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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