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Großer Andrang bei Anliegerversammlung zum Ausbau der Hauptstraße

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 13. November 2019

Derartig gut gefüllt war der Gemeindesaal bei einer Veranstaltung der Kommune nur selten. Bei der Anliegerversammlung über den 2. Bauabschnitt der FS 12 – zwischen Neuwirtkreuzung und der Landkreisgrenze zu Erding – füllte sich der Gemeindesaal deutlich mehr, als etwa bei den Bürgerversammlungen. Der Bau werde nicht ganz ohne Ärger und Störungen gehen, das betonte Bürgermeister Harald Reents. Vom beauftragten Ingenieurbüro BBI war Reinhard Bauer bei der Versammlung dabei und erklärte erst einmal: „Wir wollen die Maßnahme mit möglichst wenigen Beeinträchtigungen für Sie über die Bühne bringen." Als Ansprechpartner wären während der Bauzeit vom April bis Dezember 2020 daher auch stets Leute des Büros vor Ort.

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Viele interessierte Anlieger kamen zur Informationsveranstaltung über den Ausbau der FS12 in den Gemeindsaal

Wie bereits berichtet, wird unter anderem ein Kreisverkehr an der „Neuwirtkreuzung" entstehen, die Brücke über die Goldach muss komplett neu gemacht werden. Insgesamt handelt es sich um zwei Kilometer zu sanierende Strecke. Die Fahrbahnen erhalten dabei neue Asphaltierungen, die Gehwege sollen durchweg auf 1,50 Meter verbreitert werden. Das Ganze gehe nur mit einer Vollsperrung, betonte Bauer: „Die Umleitungen werden leider nicht ganz reibungslos verlaufen. Aber wir können nur das Beste daraus machen." Bei einer Teilsperrung würde der Bau deutlich länger andauern. Für die Anwohner soll es separate Umleitungen geben, die nicht veröffentlicht werden, sondern diesen via Flyer bekannt gemacht werden, so Bauer. Insgesamt gibt es fünf Bauabschnitte – beginnend mit der Brücke und dem Bereich von der Landkreisgrenze. Am Schluss ist dann der Kreisverkehr dran. Teils wären die Grundstücke für die Anwohner nicht anfahrbar, etwa bei Erneuerungen der Rohrleitungen – das sagte Reinhard Bauer: „Es geht leider nicht anders." Trotzdem folgte auf diese Aussage ein lautes Raunen im Veranstaltungsraum, vor allem wegen der Aussage, dass Kunden und Lieferverkehr in dieser Zeit über die marode Zengerstraße fahren könnten. Diese sei „komplett kaputt", so die Aussage eines Anwesenden. Aber was solle man sonst machen, so die Frage von Reinhard Bauer: „Allen ist klar, dass es nicht gut für die Straße ist, aber es gibt keine Alternative." Bürgermeister Harald Reents sagte dazu, dass die Gemeinde Moosinning für diese Straße zuständig sei und dieser eine Freigabe für Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen erteilt hätte: „Wenn die sagen, das passt, dann müssen wir das so hinnehmen." Später wurde unter dem Lachen der Besucher der Vorschlag gebracht, dass man mögliche Vertragsstrafen der mit dem Bau beauftragten Firmen doch an Moosinning spenden könnte, damit sie die „Buckelpiste" vielleicht doch einmal sanieren.
Es folgten weitere Fragen, vor allem von den Gewerbetreibenden im betroffenen Bereich. Es sei existentiell wichtig, dass Gäste und Kunden „zu uns kommen können" – so eine Forderung. Eine Beschilderung dazu wäre immens wichtig. Das sei von der Verkehrsbehörde zu entscheiden, meinte Reinhard Bauer dazu: „Wir werden es dort aber noch einmal vorschlagen. Für den Goldachmarkt könnte es während der Bauzeit separate Parkplätze in der Nähe geben, da sei man dran, betonte Bauer. Generell wäre die Straße, wenn möglich, „für Anlieger frei" zu befahren. Das gelte natürlich für Kunden des Goldachmarkts, der Apotheke am Bach oder den anderen Gewerbebetrieben: „Es ist für uns durchaus wichtig, dass die Leute zu ihnen kommen können."

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Reinhard Bauer vom beauftragten Ingenieurbüro erzählte über die Maßnahme und stand anschließend für die vielen Fragen zur Verfügung


Auf welcher Fläche entsteht der Kreisel an der „Neuwirtkreuzung", so lautete eine weitere Frage. Dies wird hauptsächlich auf der Fläche der jetzigen Tankstelle geschehen, sagte Reinhard Bauer. Ob die danach noch bestehen bleibt, das wollten viele wissen. Der Experte konnte darauf keine Antwort geben und Bürgermeister Harald Reents meinte vielsagend: „Künftig soll dort ja Wohnbebauung entstehen." Bernhard Graf, der Besitzer des Hotels „Alter Wirt", hatte einen Einwand: „Die Gehwege sollen allesamt 1,50 Meter breit werden. Bei der Apotheke gehören der Gemeinde aber gerade einmal 40 Zentimeter, der Rest mir." Ob man Grund abgeben und dann noch die „Totalsperre" aushalten müsse, wollte Graf wissen: „Es ist unmöglich, dass alle Betriebe bei dieser Sperre überleben." Es sei eine berechtigte Frage, antwortete Reinhard Bauer: „Klar wird es für das Gewerbe nicht leicht. Die Anlieger sollten stets durchfahren dürfen, aber allen können wir es leider nicht recht machen." Wer eine bessere Lösung als die vorgestellte habe, solle sich bei ihm melden, meinte der Experte.
Eine weitere Frage lautete, ob Entschädigungen möglich wären. Das könne er nicht sagen, meinte Bauer dazu: „Ich bin ja nur der Straßenplaner." Diese und vieles weitere wollten die Anlieger bei der Versammlung im Gemeindesaal wissen – der Ausbau der Straße wird sicherlich auch zukünftig noch für viel Gesprächsbedarf sorgen.


Für Sie berichtete Bernd Heinzinger.

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