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Russische Chormusik – berührend und bewegend

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 19. März 2019

Vokalensemble VOSKRESENIJE singt in der Goldacher Kirche

Pfarrer Thomas Gruber begrüßte das Publikum an diesem Sonntagnachmittag auf Deutsch und auf Russisch: „Sie dürfen sich auf etwas ganz Besonderes freuen!“ Und damit hatte er nicht zu viel versprochen. Das russische Vokalensemble „Voskresenije“ (= Auferstehung) beendete seine Konzertreise, die durch die Schweiz und Deutschland geführt hatte, am 17. März mit einem Konzert in der Herz-Jesu-Kirche in Goldach.

Das Vokalensemble „Voskresenije“ wurde 1993 von Jurij Maruk gegründet, der den Chor auch heute noch leitet. Das Repertoire des Ensembles umfasst zahlreiche Stilrichtungen des A-capella-Gesangs. Alle Chormitglieder haben eine professionelle Gesangsausbildung und jeder Einzelne von ihnen konnte in diesem Konzert das Publikum mit einem solistischen Auftritt begeistern.

Im ersten Teil des Konzerts erklangen geistliche Stücke, hauptsächlich von russischen Komponisten. Der typische russische Chorklang mit dem tiefen Bass, die schwermütigen Melodien, aber auch „Panis Angelicus“ von Cesar Franck, erfüllten das Kirchenschiff und berührten und bewegten das Publikum. Es war kaum vorstellbar, dass dieses überwältigende Klangvolumen von nur sieben Sängern hervorgebracht wurde. Dirigent Jurij Maruk führte dabei seinen Chor mit sehr ruhigen und behutsamen Bewegungen.

Im zweiten Teil waren vor allem russische Volkslieder zu hören. Der Inhalt wurde jeweils auf Deutsch erklärt und so konnte man sich die Handlung sehr gut vorstellen, auch durch die ausdrucksvolle Mimik und die Darstellung der Sängerinnen. Vorher ganz in schwarz, hatten sie nun bunte Schultertücher umgelegt. Sie sangen z.B. von der Frau, die ihren Ehemann für einen halben Rubel auf dem Markt verkauft hatte und sich ärgerte, als sie erfuhr, dass sie ihn auch für drei Rubel hätte loswerden können. Als Basso Profundo Anatolii Artamonov in den tiefen Keller hinabstieg – sowohl mit seinem Lied als auch mit seiner Stimme – um dort ein Gläschen Wein zu trinken, da konnte einem schon ein kleiner Schauer über den Rücken laufen ob dieser enorm tiefen Töne. Und als der junge Tenor Nikita Ryzhov ausdrucksstark das ergreifende Lied vom einsamen Glöcklein sang, da glänzte bestimmt dem einen oder anderen im Publikum eine kleine Träne im Auge.

russ chor

Das geht direkt ins Herz: „Das einsame Glöcklein“, gesungen von Nikita Ryzhov vom Vokalensemble „Voskresenije“

Leider hielt sich die Anzahl der Gäste, die an diesem Nachmittag in die Goldacher Kirche kamen, in überschaubaren Grenzen, der Chor hätte ein viel größeres Publikum verdient. Die, die da waren, erlebten jedoch ein Konzert, das einerseits ergreifend, aber auch unterhaltsam war. Vor allem aber war es ein großer musikalischer Genuss.

Am Ende gab es Standing Ovations und viel Applaus für das Ensemble, das sich zur Freude der Zuhörerinnen und Zuhörer mit zwei Zugaben bedankte. Und da hörte man dann sogar - auf Russisch gesungen - ein englisches Lied, dessen Grundlage allerdings wiederum ursprünglich aus Russland stammt: „Those were the days, my friend…“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

 

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