Seniorenreferentin Christiane Oldenburg-Balden und Bürgermeister Josef Niedermair freuen sich über das große Interesse für die Themen des Alters.
Den Herbst des Lebens gut vorbereiten
Die meisten Menschen suchen einen Arzt auf, wenn sie plötzlich oder bereits seit längerem Schmerzen haben, deren Ursache sie nicht kennen. mit ihm besprechen sie nach der Diagnose, notwendige konservative oder alternative Therapiemaßnahmen. Für welche Behandlungsmöglichkeit sich ein Patient entscheidet, bleibt ihm überlassen. Das gilt für alle, die bei Verstand und Bewusstsein und in der Lage sind, sich zu artikulieren. Was aber geschieht, wenn ein Patient beispielsweise nach einem Unfall im Wachkoma liegt oder nach einem Gehirnschlag nicht ansprechbar ist oder schwer an Demenz leidet? Wenn er nicht mehr die Möglichkeit hat, den eigenen Willen zu bilden oder auszusprechen?
Vorsorgen mit einer Patientenverfügung
Laut Gesetz sind Ärzte dazu verpflichtet, Menschen medizinisch am Leben zu erhalten. Salopp ausgedrückt bedeutet das: Solange das Blut fließt und die Atmung funktioniert, lebt der Patient und bekommt Nahrung und Flüssigkeit zugeführt. Ob er das aus eigener Kraft schafft oder künstlich unterstützt wird, ist dabei unerheblich. „Die Frage, ob das Leben so lebenswert ist, spielt für die behandelnden Ärzte keine Rolle, aber für den Patienten wahrscheinlich schon“, referiert Rechtsanwalt Markus Rainer auf der Seniorenmesse im Gemeindesaal Hallbergmoos und verdeutlicht: „Wenn man beispielsweise eine dauerhafte künstliche Ernährung gar nicht möchte, das aber nicht mehr mitteilen kann, weil man vielleicht dement ist, hat man über die amtliche Patientenverfügung die Möglichkeit seinen Willen auszudrücken.“ Dafür gebe es im Internet Vordrucke des Bayerischen Justizministeriums zum Herunterladen, die für Ärzte, Betreuer und Gerichte bindend seien, so Rainer.
Optimal gerüstet
Die Wichtigkeit, eine Patientenverfügung zu unterschreiben, stellt für Rainer an diesem Nachmittag nur einen Teilbereich vieler Fragen dar, die mit zunehmendem Alter stärker im Raum stehen. Der Fachanwalt für Erbrecht gibt außerdem einen Überblick zur Vorsorgevollmacht, Erbrecht und Testament und Erbschaftssteuer. “Das sind alles Themen vor allem die Patientenverfügung, die für alle Bedeutung hat, aber gleichzeitig wird darüber nicht so gerne gesprochen“, meint zuvor Bürgermeister Josef Niedermair zur Begrüßung und betont: „Ich denke, dass das es ganz wichtig ist, sich damit auseinanderzusetzen. Ich habe mich selbst bereits damit verfasst. Man sollte sich einfach vorbereiten, welche Person im „Fall X“ für einen sprechen kann.“
Großes Info-Angebot
Rund 160 interessierte Hallbergmooser folgen der Einladung zur Veranstaltung mit verschiedenen Vorträgen und Informationsständen des VdK, der Nachbarschaftshilfe, Malteser, BRK oder der Sozialstation Neufahrn. „Der Rechtsanwalt ist gut angekommen“ resümiert Christiane Oldenburg-Balden: „Nach 2019 war es die erste Seniorenmesse nach der Pandemie und die erste für mich als Seniorenreferentin, genauso wie für Sonja Perzl, die in der aufsuchenden Seniorenberatung arbeitet.“ Neben den ernsten und folgenschweren Themen, geht es bei der Veranstaltung auch um die schönen und unterhaltsamen Aspekte des Lebens : „Dem VfB ist mit seiner Tanzdemonstration der Seniorengymnastik unter der Leitung von Trainerin Martina Willkowski gelungen, zu zeigen, wie viel Spaß gemeinsame Bewegung macht“, freut sich Oldenburg-Balden.
„Wenn man beispielsweise eine dauerhafte künstliche Ernährung gar nicht möchte, das aber nicht mehr mitteilen kann, weil man vielleicht dement ist, hat man über die amtliche Patientenverfügung die Möglichkeit seinen Willen auszudrücken.“
„Die Frage, ob das Leben so lebenswert ist, spielt für die behandelnden Ärzte keine Rolle, aber für den Patienten wahrscheinlich schon“
Markus Rainer, Rechtsanwalt.
„Nach 2019 war es die erste Seniorenmesse nach der Pandemie und die erste für mich als Seniorenreferentin, genauso wie für Sonja Perzl, die in der aufsuchenden Seniorenberatung arbeitet.“
Christiane Oldenburg-Balden, Seniorenreferentin.
Ich habe mich selbst bereits damit verfasst. Man sollte sich einfach vorbereiten, welche Person im „Fall X“ für einen sprechen kann.“
Josef Niedermair, Bürgermeister.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.













