Sound of Soul v.l.n.r.: Marvin K., Elias H. Nicole Hundhammer, Linda H., Laura V., Jonas K., Filipa H., Thomas F., Karl Hundhammer, Luis B.. Nicht auf dem Foto: Felina E., Andrea P. und Kilian S.
Jung, frech, motiviert: Alter egal – Hauptsache Bock auf Musik und Qualität
Aufgeregt lachende, fröhlich plappernde und zwischendurch summende Stimmen dringen aus dem Keller neben dem Pfarrhaus von St. Theresia. Zur Geräuschmelange gehören auch die Taktschläge von Bass und Snare Drums und die Tom-Toms eines Schlagzeugs, zupfende Saitentöne einer E-Gitarre und eines Basses und die rauchigen Subtöne eines Saxophons. Was nach der Entdeckung einer heißen Jazzbar mit Szenepotenzial oder gar einer Insider-Matinee am Samstagmorgen gegen 11 Uhr, klingt, entpuppt sich als Bandprobe. Vor Ort sind junge Musiker, die sich zur, zumindest aus deren Sicht, „nachtschlafenden Zeit“, um bestmögliche Harmonie bemühen. „Ja, um diese Zeit ist das manchmal nicht so einfach mit der Pünktlichkeit“, meint Nicole Hundhammer und lacht. Zusammen mit ihrem Mann Karl, leitet die Sängerin die kirchliche Jugendband Band Sound of Soul, deren Mitglieder zwischen knapp 13 bis 25 Lenze zählen.
Nicht nur für die Seele, sondern echtes Herzensprojekt
Die Hundhammers können auf viel Erfahrung in unterschiedlichen Chören oder im Musicalbereich blicken, daher bleiben Anfragen in der Vergangenheit nicht aus: „Es stand immer wieder im Raum. Irgendwann haben wir zugesagt. Wir mögen einfach den Schwung nach dem Vorbild der Gospelchöre in den USA“, erklärt Nicole den Start von Sound of Soul. Gatte Karl spielt mehrere Instrumente und kennt das Leben als Künstler: „Ich war früher als Alleinunterhalter tätig und arrangiere die Lieder für die Band. Das ist sehr viel Arbeit, macht aber auch wahnsinnig viel Freude und ich spiele Keyboard. Meine Frau singt seit über 15 Jahren in einer Coverband, macht das Vocal- Coaching und dirigiert die Band.“ Die Eheleute seien froh über das Engagement ihrer Jugendlichen: „Wenn wir die Reaktion unseres hellauf begeisterten Publikums erleben, geht es ans Herz. Für uns ist Sound of Soul eine Herzenssache. Das wollen wir gerne weitergeben und mehr Leute in die Kirche ziehen“, sind sich beide einig.
Einsatzwille über Altersfrage
Filipa ist mit zwölf Jahren die Jüngste der Truppe. Eigentlich müssen die Bandmitglieder mindestens 13 Jahr alt sein. Mangels Alternativen und wegen ihres Talents und Könnens gilt für die junge Schlagzeugerin eine Ausnahme: „Ich spiele seit dem Kindergarten. Mein erstes Schlagzeug war ein erfüllter Weihnachtswunsch, danach habe ich Unterricht genommen.“ Teenager Kilian findet zur Band über seinen Vater, der die Hundhammers kennt. Sogar ein eigener Techniker, Luis (17), kommt zum Einsatz: „Das mache ich in der Schule und ich habe auch schon ein Praktikum in dem Bereich gemacht. Hier bin ich über eine Freundin reingekommen.“ Für Jonas (22) geht das Alter seiner zum Teil erheblich jüngeren Bandkollegin klar: „Im Endeffekt sind wir alle hier, um Musik zu machen. Dann ist es egal, ob jemand erst fünf oder 85 ist. Wenn man Bock draufhat, dann passt das. Wir wollen alle eine gewisse Qualität abliefern. Solange die gewährt bleibt, ist das Alter zweitrangig.“
Viele Töne machen den Sound
So verstärken Linda (17) und Laura (15) die Band mit viel Stimme und kleiner, lebhafter und mitreißender Choreografie am Mikrofon. „Ich bin erst seit vier Monaten mit dabei. Unsere Band hat eine tolle Gemeinschaft und wir wollen einfach zusammen gute Musk machen“, bestätigt Laura den allgemeinen Anspruch. Student Thomas (20) stimmt sichtlich tiefenentspannt zu, während die Mädels kichern. „Die Sache mit der Pubertät ist nicht ganz einfach, aber unsere älteren Jungs sind wirklich gechillt und bringen viel Geduld auf“, lobt Nicole die Musiker. Auch die Suche nach dem guten Klang geschieht offensichtlich ohne größere Dissonanzen. Vor allem sei das Musikgenre zweitrangig: „Eigentlich geht alles gerne von Rock bis Musical, außer Schlager. Das geht nur privat bei einer Party“, klärt Linda (17) auf, Jonas (20) bekräftigt. „Ich höre bevorzugt Rap und Hip-Hop oder die 70er und 80er. Generell bin ich offen für viele Musikgenres.“ Was später die Bühne rocken soll, entscheidet das im Team gemeinsam. „Wenn Vorschläge nicht passen, dann machen wir es nicht“, stellt Nicole fest. Das breitgefächertes Repartoires im Bereich kirchliche, aber auch weltliche Lieder, biete eine nahezu unbegrenzte Auswahl: „Da geht von Gospel bis Rock einiges. Vieles kommt von den Mitgliedern.“
Direkte Reaktionen bringen Kick
Für 2026 steht einiges auf dem Programm nicht nur in Hallbergmoos, kündigt Nicole an. „Wir haben viel vor und fiebern gerade unseren Auftritt am 6. März in der Herz Jesu Kirche zum Firmlings- Gottesdienst entgegen.“ Ein absolutes Highlight sei aber für alle das Pfarrfest, kommt es unisono von der Formation oder wenn es „auf Tour“ geht: „Die Hinfahrten sind immer superlustig, wenn wir Blasmusik hören oder Karaoke singen.“ Das solle so weitergehen „bis wir über 20 sind“, schwärmen vor allem die Mädels. „Mit Fluktuation müssen wir naturgemäß rechnen“, sagt Nicole: „Wir freuen uns immer auf neue Gesangstalente oder Könner am Instrument, die mitmachen möchten. Nichts muss perfekt, nur die Basis sollte gegeben sein.“ Stolz seien beide auf ihre Musiker und sehr dankbar den „Job“ machen zu dürfen: „Möglich macht das der Pfarrverband, zuvorderst Pfarrer Thomas Gruber. Auch Gemeindereferent Anton Huber, die gesamte Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat unterstützen uns.“ Die Lorbeeren für alle Mühen, können Sound of Soul bei ihren Live-Gigs hautnah erleben, bringt Marvin (20) auf den Punkt: „Es macht mega viel Spaß zu sehen, dass unsere Stimmung ansteckt und den Leuten gefällt.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.





















