Der neue Gemeinderat nimmt am 01.05.2026 seine Arbeit auf. Vorsitzender des Gremiums ist Bürgermeister Benjamin Henn, der bereits 2025 gewählt wurde.
Frischer Wind im Rathaus – sieben Neue im Gemeinderat
Bei der Gemeinderatswahl am 8. März 2026 in Hallbergmoos hat sich die politische Kräfteverteilung im Gemeinderat verschoben. Die extrem niedrige Wahlbeteiligung lag bei 52,1 Prozent. Im Vergleich zur Wahl 2020 verzeichnete die CSU mit –7,5 Prozent die größten Verluste, während die Freien Wähler mit +4,9 Prozent deutlich zulegen konnten. Auch die SPD gewann Stimmen (+3,1 Prozent), ebenso die Wählergemeinschaft Einigkeit Hallbergmoos-Goldach (+3,2 Prozent). Die Grünen mussten dagegen ein Minus von 3,7 Prozent hinnehmen. Nach dem vorläufigen Ergebnis entfallen im 24-köpfigen Gemeinderat künftig sieben Sitze auf die CSU, sieben Sitze auf die Freien Wähler, vier Sitze auf die Einigkeit Hallbergmoos- Goldach sowie jeweils drei Sitze auf Bündnis 90/Die Grünen und die SPD. Damit verliert die CSU zwei Mandate gegenüber der vergangenen Wahl. Die Freien Wähler gewinnen einen Sitz hinzu, ebenso die SPD. Die Grünen verteidigen ihre drei Mandate, während die Einigkeit ihre vier Sitze behauptet und damit weiterhin drittstärkste Kraft im Gemeinderat bleibt.
Schnelle Auszählung am Wahlabend
Die Stimmenauszählung verlief in Hallbergmoos vergleichsweise schnell. Bereits gegen 22 Uhr waren die Ergebnisse nahezu vollständig ausgezählt – deutlich früher als in manchen anderen Gemeinden im Landkreis. Kandidatinnen und Kandidaten der verschiedenen Parteien verfolgten den Wahlabend gespannt.Überschattet wurde die Wahl jedoch von der niedrigen Wahlbeteiligung. Von 8.489 Wahlberechtigten gaben lediglich 4.423 Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme ab.
Nachträglich ausgezählte Briefwahlstimmen
Im Nachgang der Wahl wurde zudem bekannt, dass ein Teil der Briefwahlstimmen erst am Montag ausgezählt wurde. Wie Bürgermeister Benjamin Henn in der Gemeinderatssitzung am 10. März erläuterte, waren in einem verschlossenen Raum des Rathauses drei versiegelte Briefwahlurnen mit rund 550 Stimmzetteln entdeckt worden, die am Wahlabend noch nicht ausgezählt worden waren. Die Gemeinde informierte daraufhin umgehend die Kommunalaufsicht. In Abstimmung mit dem Landratsamt wurden die Stimmen am Montagvormittag ausgezählt und anschließend in das Gesamtergebnis eingearbeitet. Nach Angaben der Gemeinde hatte der Vorgang keine Auswirkungen auf die Sitzverteilung im Gemeinderat. Bürgermeister Henn stellte zudem klar, dass den Wahlhelferinnen und Wahlhelfern kein Fehler vorzuwerfen sei. Die betreffenden Wahlunterlagen seien nicht übersehen worden, sondern hätten sich in einem verschlossenen Büro befunden und seien erst am Montag entdeckt worden. Die Gemeinde kündigte an, den Sachverhalt transparent aufzuarbeiten.
Reaktionen aus den Fraktionen
Bürgermeister Benjamin Henn (Freie Wähler) zeigte sich mit Blick auf die niedrige Wahlbeteiligung nachdenklich: „Natürlich ist es schade, dass so wenige Bürgerinnen und Bürger zur Wahl gegangen sind. Gleichzeitig freue ich mich über sieben neue Gesichter im Gemeinderat und auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.“
Auch Thomas Henning (Freie Wähler) zeigte sich zufrieden mit dem Wahlausgang: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ein Sitz mehr ist ein schönes Resultat. Vor allem war es eine tolle Teamleistung.“
Für die CSU erklärte Ortsvorsitzende Tanja Knieler: „Schade, dass nur rund 52 Prozent der Bürger gewählt haben. Der Verlust von zwei Sitzen tut natürlich weh. Persönlich freue ich mich über meine Wiederwahl. Als Ortsvorsitzende werden wir das Ergebnis im Ortsverband und in der Fraktion nun gründlich und selbstkritisch analysieren.“
Sabina Brosch (Grüne) zeigte sich erleichtert über den Erhalt des dritten Mandats: „Vor der Wahl war nicht sicher, ob wir unseren dritten Sitz halten können. Umso mehr freut uns dieses Ergebnis. Wir wollen unsere Arbeit im Gemeinderat weiterhin respektvoll und konstruktiv fortsetzen.“
Der Fraktionssprecher der Einigkeit, Markus Loibl, erklärte: „Wir haben unsere vier Sitze behaupten können. Natürlich hätten wir gerne auch den fünften erreicht, aber insgesamt sind wir mit dem Ergebnis zufrieden.“
Für die SPD sagte Fraktionssprecher Stefan Kronner: „Der Erfolg war so nicht unbedingt vorhersehbar. Es ist kein Einzelverdienst, sondern das Ergebnis einer starken Teamleistung.“
NEUE GESICHTER IM GEMEINDERAT
Mehrere neue Mitglieder ziehen erstmals in den Gemeinderat ein.
Der 30-jährige Ingenieur Florian Rothmeyer (Grüne) freut sich auf seine neue Aufgabe: „Es bedeutet mir viel, dass mir die Wähler dieses Vertrauen geschenkt haben. Ich lebe seit sechs Jahren in Hallbergmoos und freue mich darauf, mich kommunalpolitisch einzubringen.“
Für die SPD zieht Julia Tenbrink (26) erstmals in den Gemeinderat ein. Die Lehrerin zeigte sich überrascht vom Wahlerfolg: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen der Wähler. Am Anfang muss man sich natürlich erst einfinden, aber ich möchte mich besonders für Bildungsthemen einsetzen.“
Auch der selbständige Bäckermeister Franz Weiß (Freie Wähler), 40 Jahre, wird künftig im Gemeinderat vertreten sein: „Ich freue mich über das Vertrauen der Wähler. Es stehen große Aufgaben an – besonders bei den Themen Ehrenamt, Vereine und Wirtschaftsförderung.“
Für die CSU zieht Robert Lackermeier (43) neu in den Gemeinderat ein: „Es hat mich sehr gefreut, dass mir so viele Wähler ihr Vertrauen geschenkt haben. Ich freue mich darauf, mein Fachwissen künftig für die Gemeinde einzubringen.“
Ebenfalls neu im Gremium ist Rudolf Lamprecht (Einigkeit), 64 Jahre. Seine Schwerpunkte sieht er vor allem in soliden Finanzen und der Qualität kommunaler Bauprojekte: „Eine Gemeinde braucht solide Finanzen und starke Vereine – ohne sie hat sie kein Herz.“
Eva Ziegltrum (Freie Wähler), 49 Jahre: „Ich war überrascht und freue mich und bin sehr dankbar über das Vertrauen der Wähler. Nach einer ersten Einarbeitung möchte ich mich besonders für meine Themen Familie und Jugend, aber auch für die Anliegen der Senioren einsetzen.“
Sieglinde Oppermann-Schmid (Einigkeit), 51 Jahre: „Ich freue mich sehr über meine Wahl. Wichtig ist mir eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat. Gerne unterstütze ich bei meinen Themen Familie, Kinder und Jugend.“
VERÄNDERUNGEN IM GEMEINDERAT
Sieben neue Mitglieder ziehen in den Gemeinderat ein, gleichzeitig verabschieden sich mehrere langjährige Kommunalpolitiker aus dem Gremium.
Bei der CSU wurde Andrea Holzmann, die in der vergangenen Amtszeit als Kulturreferentin tätig war, bei der Wahl nicht mehr in den Gemeinderat gewählt. Trotz ihres Engagements und der von vielen Seiten anerkannten Arbeit in diesem Bereich verpasste sie den Wiedereinzug.
Mehrere Gemeinderäte hatten sich hingegen nicht mehr zur Wahl gestellt. Dazu zählen bei der CSU Rudi Zeilhofer, bei den Freien Wählern Heinrich Lehmer sowie bei den Grünen Alexandra Gebhardt.
Auch bei der Wählergemeinschaft Einigkeit Hallbergmoos-Goldach gibt es Veränderungen: Wolfgang Reiland sowie Helmut Ecker, der zuletzt auch das Amt des Zweiten Bürgermeisters innehatte, kandidierten bei der Wahl nicht mehr.
Damit endet für mehrere langjährige Kommunalpolitiker ihre Tätigkeit im Gemeinderat, in der sie über viele Jahre hinweg Verantwortung übernommen und die Entwicklung der Gemeinde mitgeprägt haben.
KREISTAGSWAHL IM LANDKREIS FREISING
Aus Hallbergmoos wurde nur Sabina Brosch (Bündnis 90/Die Grünen) in den Kreistag gewählt. Mehrere weitere Kandidatinnen und Kandidaten aus Hallbergmoos standen zwar auf verschiedenen Listen, konnten jedoch kein Mandat erreichen. Damit ist Hallbergmoos im neuen Kreistag nur mit einer Vertreterin vertreten.
Für Sie berichtete Heiko Schmidt.












