Eifrige Schüler unterstützen bei Fragen am Laptop.
Die digitale Sprechstunde der Mittelschule Hallbergmoos geht in die dritte Runde
Leises Stimmengewirr, vereinzeltes Kichern, das Tippen auf Displays und dazwischen kurze erklärende Sätze: Bereits wenige Minuten nach Beginn erfüllte eine lebendige, aber ruhige Atmosphäre den Musikraum der Mittelschule in Hallbergmoos. An mehreren Tischen saßen jeweils zwei Schülerinnen und Schüler, zwischen ihnen ein freier Stuhl – vorgesehen für Senior*innen, die an diesem Mittwochmittag zur digitalen Sprechstunde gekommen waren.
Der Startschuss für das generationsübergreifend Projekt fiel am 14. Januar um 12:30 Uhr. Es handelte sich bereits um die dritte digitale Sprechstunde dieser Art, organisiert im Rahmen des Ethikunterrichts. Die Schülerinnen und Schüler unterstützten ältere Besucher*innen bei Fragen rund um Smartphone, Tablet oder Laptop. Meist ging es um praktische Anliegen: Apps installieren oder löschen, Nachrichten über WhatsApp verschicken, Einstellungen anpassen oder E-Books laden. Die Senior*innen brachten überwiegend ihre eigenen Handys mit, vereinzelt aber auch Tablets und Laptops.
Die Stimmung im Raum war geprägt von Konzentration und Offenheit. Die Kinder erklärten geduldig, zeigten Funktionen Schritt für Schritt und halfen sich auch gegenseitig weiter. Viele Besucherinnen und Besucher zeigten sich zufrieden, probierten das Erklärte direkt aus und stellten weitere Fragen. Der Austausch verlief ruhig, wertschätzend und auf Augenhöhe.
Begleitet wurde das Projekt von mehreren Lehrkräften der Mittelschule Hallbergmoos. Förderlehrerin Frau Schlittmaier und Frau Strassmann, Klassenlehrerin der 7a, unterstützen die Schülerinnen und Schüler aktiv bei ihren Erklärungen und griffen helfend ein, wenn eine zusätzliche Meinung notwendig war. Schulleiter Rudolf Weichs und Birgit Tenbrink, Ethiklehrerin der Klasse 7a und 7b, hatten das Geschehen ebenfalls aufmerksam im Blick und begleitete die Kinder während der Veranstaltung.
Organisiert und beaufsichtigt wurde das Projekt unter anderem von Stefanie Schütze, Mitglied des Arbeitskreises Hallbergmoos und Mitorganisatorin der digitalen Sprechstunde. Ebenfalls vor Ort war Christiane Oldenburg-Balden, Referentin für Senioren und Inklusion, die mit den Teilnehmenden ins Gespräch kam und sich gemeinsam mit den Kindern, digitale Anwendungen auf den mitgebrachten Geräten ansah.
Auch Bürgermeister Benjamin Henn stieß zur digitalen Sprechstunde dazu und zeigte sich sehr überzeugt von diesem Projekt. Er setzte sich zu den Schülerinnen und Schülern, ließ sich Anwendungen erklären und tauschte sich mit den Beteiligten aus. Dabei wurde deutlich, dass die Initiative nicht nur den Senior*innen zugutekommt: Henn hob hervor, dass die Kinder durch das Erklären und Unterstützen wichtige soziale Kompetenzen gewinnen – etwa, Geduld, Kommunikation und Verantwortungsbewusstsein – und das Projekt damit für beide Seiten bereichernd ist.
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Auch die Schüler*innen berichteten von einer deutlichen Entwicklung. Zu Beginn konnten sie sich unter der Tätigkeit noch wenig vorstellen, weshalb die Motivation zunächst eher gering war. Mit der Zeit wurde jedoch vielen bewusst, wie viel Freude es bereitet, Menschen mit dem eigenen Wissen zu unterstützen. Das praktische Helfen wird inzwischen als abwechslungsreich und spannend wahrgenommen – insbesondere, weil direkte Rückmeldungen sowie sichtbare Erfolge erlebt werden können.
Nachdem alle Fragen geklärt waren, verließen die Besucher*innen den Musikraum. Auch Bürgermeister Benjamin Henn verabschiedete und bedankte sich bei den Beteiligten. Zurück blieben die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Organisatorinnen, die den Nachmittag noch einmal Revue passieren ließen. In einer abschließenden Feedbackrunde berichteten die Kinder bei welchen Themen sie geholfen hatten, welche Geschichten ihnen erzählt wurden und was ihnen dabei besonders viel Freude bereitet hat.
Die Organisatorinnen zeigten sich motiviert, das Projekt weiter auszubauen – mit zusätzlichen Themen, mehrsprachigen Angeboten und weiteren Möglichkeiten für Begegnungen zwischen Jung und Alt.
Für Sie berichtete Selina Scholz.









