Drei große Hilfsbereiche unter einem Dach
Mit einer Geschäftsführerin, drei qualifizierten Leiterinnen und einer Springkraft für das Zwergerlstüberl, fünf Verwaltungskräften im Bürgerbüro, zwei Kräften, die die Tafel leiten, einer Sozialpädagogin und einer Sozialpädagogin der Familienberatung vom Caritas Zentrum Freising und derzeit 109 ehrenamtlichen Helfern, die ein umfassendes Angebot stemmen, gehört die NBH längst zu einer wichtigen Hilfsinstitution in Hallbergmoos. Um die Leistung der Ehrenamtler besser zu verdeutlichen, setzt Geschäftsführerin Martina Wilkowski für die 8757 geleisteten Stunden den Mindestlohn an: „Für 2024 ergibt sich dann eine Summe von knapp 109 000 Euro, ich finde das ist ganz schön beeindruckend“, kommentiert Wilkowski.
Umfassendes Angebot
Der Betrieb laufe insgesamt gut, stellt Wilkowski fest: „Vor allem das Angebot für Kinder beziehungsweise Eltern. Die kennen sich heute oft nicht mehr so gut aus und benötigen Anleitung. Zu meiner Zeit mit kinderreichen Familien war das anders. Ich habe mindestens drei meiner Geschwister gewickelt und gefüttert.“ So befinden sich unter dem Dach der NBH verschiedene Unterabteilungen, wie das Zwergerlstüberl, ein Babysitterservice, oder eine PEKiP-Gruppe aber auch das beliebte Repaircafé, die Seniorenhilfe, Trauerbegleitung, offene Gruppen, die Tafel, Einzelfallhilfe, sozialpädagogische Begleitung oder der Helfer*innenkreis Asyl. Eine erste Anlauf- oder Koordinationsstelle ist das Büroteam mit fünf Mitarbeiterinnen, die wochentags in der Kernzeit zwischen neun und elf Uhr alle Fragen zur Kinderbetreuung und Veranstaltungen: „Sie kümmern sich unter anderem um die Anliegen von Menschen in schwierigen Lebenssituationen und helfen die Ausweise für die Tafel zu beantragen“, führt Wilkowski aus.
Zukunft bereitet Magengrummeln
Derzeit versorge die Tafel wöchentlich einmal zwischen 620 und knapp 670 Personen, relativ gelichmäßig aufgeteilt in Hallbergmoos, Neufahrn und Eching. Manche Kunden kommen schon lange vor Öffnungszeiten, um Sozialkontakte zu pflegen, oft die einzigen, erklärt Tanja Voges, Teamleiterin der Tafel. „Und die Zahlen werden nicht besser“, betont die NBH-Leiterin: „Angesichts der derzeit unruhigen Zeiten, könnte alles noch schwieriger werden und da mache ich mir schon Sorgen, wie es weitergehen soll. Das habe ich bereits letztes Jahr gesagt, aber es ist ja leider nicht besser, sondern eher schlimmer geworden.“
Hoffnungsvoll in Sachen Nachwuchs
Mit Blick auf die weltpolitische Lage und ihre möglichen Auswirkungen, greift Wilkowski auf ein Zitat ihres Urgroßvaters zurück „Das Schlimmste ist die Dummheit, gegen die ist kein Kraut gewachsen.“: „Leider ist im Moment ganz viel Dummheit in der Welt und zwar auf Plätzen, wo sie nicht hingehört.“ Zuversichtlich hingegen zeigt sich Wilkowski, was den Nachwuchs für die NBH angeht. Obwohl allerorts Organisationen, vor allem die, die auf die Mitarbeit Ehrenamtlicher angewiesen sind, um anderen zu helfen, mit dem Problem kämpft, Mitstreiter für sich zu gewinnen, scheint hier offenbar ein kleines Licht für die NBH: „Jetzt gehen ja die Boomer in Rente und die sind richtig fit und cool. Viele langweilen sich ohne Aufgabe. Es kommen immer wieder welche, die mitmachen wollen. Bei uns sind sie sehr willkommen, denn wir können wirklich jeden brauchen, also wirklich jede Minute, die Unterstützer aufbringen können. Insofern freuen wir uns über neue Gesichter.“
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Für Sie berichtete Manuela Praxl.










