Pfarrer Thomas Gruber dankt Helga Lipka für den jahrzehntelangen Einsatz. Vordere Reihe: v.l.n.r. Sonja Hofer, Timea Függ, Pfarrer Thomas Gruber, Helga und Roland Lipka.
Helga Lipka reicht die Krone weiter
Kartoffeln, Karotten, Kohlrabi, verschiedene Kohlsorten, dazu Radi, Äpfel, Brokkoli und Birnen liegen rechts und links kunstvoll drapiert auf den Stufen zum Altarraum von St. Theresia. In der Mitte dominiert die beeindruckende Erntekrone das üppige Arrangement, das an Gemälde großer Meister längst vergangener Tage erinnert. Die opulente Dekoration ist ein letztes Werk, wenn man so will, von Helga Lipka. „Ich habe das 42 Jahre lang gemacht und bin jetzt in einem Alter, da denke ich mir, dass ich das jetzt abgeben darf“, erklärt die aktive Brauchtumspflegerin: “Ich möchte das jetzt in jüngere Hände übergeben.“
Aus Liebe zum Brauchtum
Helga Lipka erinnert sich an die Anfänge 1980. Von jeher liegen ihr Traditionen sehr am Herzen: „Wir haben einen Volkstanzkreis und uns überlegt, dass wir nicht nur tanzen, sondern auch Brauchtum pflegen wollen. Ich war im Pfarrgemeinderat und da haben wir beschlossen, dass wir das Erntedankfest und den Gottesdienst gestalten, also die Sachen besorgen und herrichten.“ Was einfach klingt, ist in der Umsetzung doch ein wenig aufwändiger, erfährt Helga Lipka schnell: „Wir mussten bei den Bauern nachfragen, woher man überhaupt das Getreide bekommt. Da gab es viele Gespräche und dann mussten wir Helferinnen dazu gewinnen. Die Organisation war jedes Mal recht umfangreich.“
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Wie ein Schweizer Uhrwerk
Das zentrale Schmuckelement, die Erntekrone, beinhaltet die vier Feldfrüchte Hafer, Weizen, Gerste und Roggen: „Wir geben immer den Mais oben dazu“, sagt Helga Lipka und erzählt weiter: „Die Erntekrone ist ja seit jeher ganz selbstverständlich gebunden worden. In Hallbergmoos gab es ein Gestell, aber das war zu groß. So haben wir selbst eins angeschafft.“ Das benötigt weniger Material, betont die „Kronenexpertin“ und denkt mit Freude an ihre „erste“ zurück: „Unsere Männer haben sie hineingetragen. Es war eine Prozession und Kinder sind mit Körbchen eingezogen. Wir hatten viele, viele Tanzkinder, anschließend haben wir Volkstänze gemacht. Das war schon großartig.“ Trotz der mehr als vier Jahrzehnte ihres Einsatzes, fällt Helga Lipka erstaunlicherweise nichts ein, was in die Kategorie „Pleiten, Pech und andere Katastrophen“ fällt: „Es gab nie kuriose oder schwierige Situation, alles hat immer sehr gut geklappt.“ Das Erfolgsrezept? „Alles war gut durchdacht und wir sind im Laufe der Jahre an der Aufgabe gewachsen.“
Der Wunsch
Nun also übergibt Helga Lipka zuversichtlich das Erntedank-Dekorations-Zepter, als krönenden Abschluss sozusagen. „In diesem Jahr haben Timea Függ und Sonja Hofer und die Firmlinge Korbinian, Kevin, Raphael, Daniel und Felix fleißig geholfen. Und für nächstes Jahr scheint es bereits Interessenten zu geben.“ Wichtig sei ihr “nur das Miteinander”: „Beim Gestalten waren stets Kinder, Erwachsene, vor allem auch Firmlinge dabei und haben fleißig geholfen. Ich hoffe sehr, dass dieses Brauchtum so in Zukunft weiter stattfindet.“
„Ich habe das 42 Jahre lang gemacht und bin jetzt in einem Alter, da denke ich mir, dass ich das jetzt abgeben darf“
„Die Erntekrone ist ja seit jeher ganz selbstverständlich gebunden worden. In Hallbergmoos gab es ein Gestell, aber das war zu groß. So haben wir selbst eins angeschafft.“
„Beim Gestalten waren stets Kinder, Erwachsene, vor allem auch Firmlinge dabei und haben fleißig mitgeholfen. Ich wünsche mir sehr, dass dieses Brauchtum so in Zukunft stattfindet.“
Helga Lipka.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.














