Der Traum vom eigenen Gewässer
Jetzt wird´s interessant“, kündigt Christian Gaisbauer, Vorstand der Fischerfreunde Hallbergmoos auf der Jahreshauptversammlung im Wirtshaus zum Kramer an: „Es geht um den Kauf eines Gewässers!“ Die Gründe für das Vorhaben seien gewichtig, so Gaisbauer: „Es wäre das erste eigene Gewässer der Fischerfreunde. Bisher haben wir alle gepachtet.“ Und die Pachtkosten haben es jedes Jahr in sich: „Sie steigen stetig und stark. Aktuell zahlen wir über 10500 Euro Pacht. Alle Kosten gehen brutal nach oben und wir merken das.“, erklärt Gaisbauer. Beispielsweise zahle der Verein für 15kg Makrelen für das Fischerfest aktuell mehr als Doppelte als die Feste zuvor: „Wo da die Relation ist und woher das kommt, wissen wir nicht. Den Preis kannst du nicht mehr umlegen. So sind wir draufgekommen, dass es doch sinnvoller wäre, statt Pacht zu zahlen, das Geld in eine Finanzierung für ein eigenes Gewässer zu stecken.“
Fürs große Ziel: Gürtel enger schnallen
Das ins Auge gefasste Nass verfüge über eine sehr gute Wasserqualität. „Wir haben in der Vorstandschaft gedacht, einfach mal mit den Besitzern zu reden. Schon das erste Telefonat war gut.“ Auch weitere Gespräche mit allen Beteiligten seien bisher sehr viel versprechend, so Gaisbauer. „Wir haben einen Antrag über einen Zuschuss bei der Gemeinde gestellt, die Abstimmung ist am 10. Februar. Danach könnten wir den nächsten Schritt zur Finanzierung gehen. Sollte das alles laufen, wollen wir in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung das weitere Vorgehen klären. Bis dahin wollen wir schauen, wo wir gezielt sparen können.“ Ziel müsse sein, so wenig Kredit wie nötig und so schnell abzubezahlen wie möglich.
Vorm Vergnügen, harte Arbeit
Zuvor berichtet Gaisbauer von den unterschiedlichen Aufgaben und Herausforderungen des Vereins 2025. Bevor ein dicker Fisch an der Angel hängen kann, heißt es für die Freunde des entspannten Hobbies im Februar: Arbeitseinsatz am Birkenecker Weiher. Während der Schonzeit erfolgt dort der Frühjahrsbesatz, um zum traditionellen Anfischen Mitte April optimale Bedingungen zu schaffen. Später im Jahr erfolgt der Nachschub der Flossentiere (Sommerbesatz) an der unteren Goldach. Zwischendurch ist für die Mitglieder des Vereins „Ramadama“ angesagt. Immer wieder „interessant“, wie viel achtlos Entsorgtes das Großreinemachen zutage fördert.
Mit vereinten Kräften
Ein Highlight für den Vereinsnachwuchs bildet das Zeltlager, das insbesondere den Zusammenhalt unter den Jugendlichen stärkt: „Es waren 15 Jugendliche dabei und ebenso viele Erwachsene, die braucht man aber auch“, stellt Jugendleiterin Stephanie Wollena fest. Hingegen sich die Erwachsenen vor allem auf das Fischerfest freuen, das mit top Infrastruktur aufwarten kann, meint Vorstand Christian Gaisbauer und lobt die Helfer: „Dank der tatkräftigen Unterstützung des Bauhofs haben wir die Flächen für das Fischerfest gepflastert, perfekt für unseren Fisch- und Fleischgrill. Trotz des Dauerregens einen Tag vorher war es ein voller Erfolg, auch wegen des Einsatzes der Mitglieder. Alle Stationen waren pünktlich startklar.“ Ein weiterer finanzieller Volltreffer sei die Bewirtung durch den Verein im Winterdorf, so Gaisbauer: „Auch wenn´s klirrend kalt war.“ Genauso wenig gebe es Klage hinsichtlich der Materiallage: „Die ist mittlerweile so gut, dass in die zweite Garage kein Blattl Papier mehr reinpasst“.
Fun facts
Einen großen und glänzenden Fisch haben die Fischer übrigens seit letztem Jahr im Netz: Nach jahrelangem Verharren auf dem Trockenen, holt sich das Team den Pokal des Bürgermeister-Henn- Cups. Indes sichert sich die Königswürde vereinsintern Robert Stadler vor Sebastian Griese und Michael Kraus. Mit aktuell 206 Mitgliedern verzeichnet der Verein einen Zuwachs von fünf Personen im Vergleich zum Fangjahr 2024. Die solide Basis bilden 175 Erwachsene (61 aktive, 52 passive und 62 Fördermitglieder), dazu kommen 30 Jungfischer (21 aktive).
Für Sie berichtete Manuela Praxl.







