Leinen los: Das Ensemble der Moosbühne nimmt Fahrt auf und strapaziert die Lachmuskeln des Publikums.
Leinen los im Gemeindesaal Hallbergmoos
Vorhang auf und volle Fahrt voraus für die MS Bratislava: Die Moosbühne Hallbergmoos eröffnete ihre diesjährige Saison mit dem Dreiakter „Mann über Bord“ von Regina Harlander. Am Abend des 14. März 2026 hieß es im vollbesetzten Gemeindesaal: „Schiff ahoi!“. Unter der bewährten Leitung von Christine Wimmer entfaltete sich eine turbulente Flusskreuzfahrt über die Donau, die das Publikum von der ersten Minute an in ihren Bann zog.
Die Begrüßung durch Christine Wimmer bildete den Auftakt für den Abend. Neben Dankesworten an die Gemeinde, den Bürgermeister und den Gemeinderat, wurden die handwerkliche Präzision der Bühnenbauer, unter der Leitung von Sepp Troidl, die Arbeit der Bühnenmaler Hermann Kopp und Albert Vogler, sowie die des Technikers Thomas Mach, hervorgehoben. Ein herzlicher Gruß galt zudem den Theaterkollegen aus Ismaning sowie dem „Hallberger Brettl“.
Bevor die Leinen gelöst wurden, stimmte Helle Wolter die Gäste mit seinen bereits „legendären Witzen“ auf den Abend ein. Im Anschluss sorgten Jonas Karl und Ute Dattinger gemeinsam mit ihrem Matrosenchor für musikalische Akzente, kurz bevor die MS Bratislava den Hafen verließ.
Das Stück erzählt von einer exzentrischen Reisegruppe, deren Schicksal auf einer mysteriösen Vorhersehung beruht. Im Mittelpunkt der Reise stehen Erwin und Luise Müller (Martin Schuster & Kate Eigner). Luise vertraut bei der Buchung ganz auf den Rat der geheimnisvollen Wahrsagerin Madame Ophelia (Sophia Troidl) – eine Entscheidung, die ihren, zu Übertreibungen neigenden Gatten Erwin, vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Für viele Lacher sorgte zum einen das Zusammenspiel des Ehepaars Huber: Während Otto (Robert Walter) als schwer beladener „Packesel“ Schwerstarbeit leistet, glänzt Elfriede (Carina Gebhard) als naive Urlauberin, die ihren Gatten mit ihren charmanten Wortverdrehern sichtlich aus der Fassung bringt. Ebenso markant präsentiert sich der selbsternannte Casanova Willibald Schneider (Harald Kindshofer), der unerschütterlich um die Damenwelt buhlt. An seiner Seite, agiert seine Frau Irmgard (Christina Karl), die schusselig-verpeilte Begleiterin, welche zwar stets gefasst wirkt, es aber faustdick hinter den Ohren hat. Zusätzliche Dynamik brachte das Drei-Generationen- Gespann der Familie Knapp/ Schreck an Bord. Der stets besorgte Versicherungsvertreter Hartmut Knapp (Jonas Karl) wittert hinter jeder Welle eine Gefahr, immer unter den strengen Augen von Oma Hannelore Schreck (Gisela Edelmann), die mit der vermeintlichen Inkompetenz ihres Enkels hart ins Gericht geht. Mutter Ernestine (Christine Wimmer) hingegen bereichert die Gruppe mit ihrer lebhaften und direkten Art.
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Inmitten dieses Trubels thront Stewart Lothar (Markus Streitberger). Als stoischer Fels in der Brandung bewahrt er die Ruhe, bis ihn die exzentrischen Passagiere schließlich doch aus der Reserve locken. Für reichlich Amüsement sorgte zudem Reinigungskraft Erna Kowalsky (Karin Troidl), die mit ihrer ganz speziellen Art und einer tiefsitzenden Hassliebe zu ihrem Beruf, über das Deck wirbelt. Auch Pianistin Natalia (Marion Bäuerle) sorgte für Aufsehen, die mit ihrem virtuosen Spiel die Gäste unterhält und dabei stets eine geheimnisvolle, beinahe gefährliche Ausstrahlung verströmt.
Die Resonanz im Saal war eindeutig: Kontinuierliches Gelächter und Szenenapplaus begleiteten die ironischen Wortgefechte. Die Stimmung hielt bis zum Fallen des Vorhangs an, woraufhin die offizielle Vorstellung des gesamten Ensembles sowie der Teams für Maske (Lissy Fürbacher) und Soufflage (Sylvia Schosser & Tina Wolter) erfolgte. Passend zum maritimen Thema war auch für das leibliche Wohl gesorgt: Neben klassischen Fischbrötchen stand eine breite Auswahl an Speisen sowie alkoholischen und alkoholfreien Getränken bereit. Dass die MS Bratislava in Hallbergmoos auf einer Erfolgswelle reitet, zeigt sich auch an der Ticketnachfrage: Die weiteren Veranstaltungen sind bereits weitestgehend ausverkauft. Für diejenigen, die einen der begehrten Plätze ergattern konnten, klärt sich an den kommenden Abenden auf unterhaltsame Weise, wer am Ende tatsächlich „über Bord“ geht.
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Die Moosbühne unterstützt soziale Projekte
Mit ihrem letztjährigen Stück „Kaffee, Mord und Böfflamott“
unterstützte die Moosbühne erneut soziale Projekte in der Region.
Aus den Einnahmen wurden insgesamt 1.150 Euro gespendet:
500 Euro an MibiKids Hallbergmoos
500 Euro an Young Carer Hilfe
150 Euro an Kleine Patienten in Not
(für 10 Trostspender-Teddybären)
Für Sie berichtete Selina Scholz.












































