Keine nennenswerten Nachteile für Schüler durch Corona-Zwangspause

Kategorie: Schulen

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Auf dem Weg zur Normalität – die Grundschule Hallbergmoos

Fokus auf die Kernfächer

Nahezu jedes schulpflichtige Kind in Hallbergmoos kennt seine Mimik, seinen aufmunternden Blick, wenn er durch die Gänge der Grund- und Mittelschule geht: „Das ist schon sehr seltsam, das Lächeln im Schulhaus geht ab“, meint Schulleiter Rudolf Weichs ein wenig nachdenklich. „Wir im Kollegium haben festgestellt, wie einschränkend die Maske in der Interaktion zwischen Lehrern und Schülern und den Schülern untereinander ist. Da merkt man, wie wichtig Mimik in der Kommunikation ist.“

Hygienekonzept herausfordernd
Seit einigen Wochen gehen die neunten Klasse und die zehnte Klasse der Mittelschule täglich in die Schule. Nach der langen Isolation die Freunde von Angesicht zu Angesicht zu sehen, ist aufregend. Nicht allen fällt es im Überschwang leicht, die strikten Hygieneregeln einzuhalten, bekennt Weichs: „Anfangs gab es ein paar, die es noch nicht ganz verstanden hatten. Nach einer klaren Ansage läuft es jetzt, die Schüler verhalten sich in der Schule regelkonform. Es ist aber normal, wenn wir sie zwischendurch erinnern müssen.“ Ein unbedecktes Gesicht ist nur im Unterricht erlaubt, dennoch macht sich der erfahrene Schulleiter nichts vor: „Was wir nicht im Griff haben ist, wenn die Schüler das Schulgelände verlassen haben.“

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Schluss- und Übertrittsklassen sind fit
Im Gegensatz zu den unteren Jahrgängen haben die Abschlussklassen keinen alternierenden Unterricht, der „Homeschooling“ und Präsenzunterricht im Wechsel vorsieht. Täglich bereiten Lehrer die Schulabgänger vier Stunden auf die anstehenden Prüfungen vor. Trotz des eingeschränkten Unterrichts besteht kein Grund zur Sorge, ist Weichs überzeugt: „Wir denken, dass die Vorbereitungen auf die schriftlichen und mündlichen Prüfungen komplett ausreichen und sich nicht sehr von den letzten Jahren unterscheiden.“ Genauso unbegründet scheinen Bedenken um die Viertklässler. Obwohl für einige der Schulübertritt ansteht, ist Weichs zuversichtlich und sieht keine Nachteile, da es keinen nennenswerten Unterschied zu anderen Jahrgängen gebe: „Das sind große Kinder, sie sind nahtlos eingestiegen und haben sich an den Frontalunterricht schnell gewöhnt. Wir haben stofflich fast alles durch.“

Große Bandbreite
Seit kurzem dürfen die Fünft- und Achtklässler wieder die Schulbank drücken. Ihre Lehrer seien derzeit damit beschäftigt, alle wieder auf ein einheitliches Leistungsniveau zu heben, schildert Weichs: „Das ist unsere erste Aufgabe. Die Lernstände nach der Zeit zuhause sind unterschiedlich. Es gibt sehr engagierte Eltern, die sich als Lehrer versuchen und dann gibt es Schüler, die sich mehr oder weniger sich selbst überlassen waren.“ Um sich auf das Wichtigste zu konzentrieren, ist das Angebot auf die Kernfächer reduziert. Singen, Werken oder Sport entfallen voraussichtlich bis Schuljahresende: „Dadurch können wir kompensieren, dass wir nicht jeden Tag Präsenzunterricht haben“, erklärt Weichs.

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Mit den Kleinsten klappen die Vorschriften
Auch die Jüngsten dürfen seit ein paar Tagen ins Schulhaus. „Die Kinder betreten einzeln die Schule, daher beginnt der Unterricht für die ersten Klassen eine halbe Stunde nach den vierten Klassen, das entzerrt die Situation“, erzählt Frank Stürzebecher, Elternbeirat der Grundschule. „Meine Kinder tragen die Masken problemlos. Die wenigen Minuten, um in die Schule hinein- und wieder hinauszugehen und dort, wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, ist eigentlich jedem Kind möglich“, meint der Vater zweier Grundschüler. „Die Kinder können die Hygieneregeln ziemlich gut einhalten, die Eltern haben sie recht gut vorbereitet“, bestätigt Schulleiter Weichs, allerdings rechne er in naher Zukunft mit Problemen: „Bisher sind die Kleinen eher scheu und zurückhaltend. Wenn das ein oder andere Kind wieder recht lebhaft und bewegungsfreudig ist, fordert das sicher die Lehrer.“

 

Lieber bei der Lehrerin
Je zwei Tage pro Woche gehen die ABC-Schützen in zwei sich abwechselnden Gruppen in die Schule, alle 14 Tage zusätzlich freitags. „Manche finden das System sehr gut, anderen wäre wochenweise lieber, dazu gibt es viele Meinungen“, meint Schulreferentin Silvia Edfelder. „Ich finde es sehr gut, weil die Lehrer sehr schnell bei etwaigen Verständnisproblemen reagieren können.“ Die Schüler jedenfalls genießen den Präsenzunterricht sehr, berichtet Weichs: „Alle sind mit Leib und Seele hier.“ Schulreferentin Silvia Edfelder sieht es genauso: „Die Eltern sind sehr froh, dass die Kinder wieder in der Schule sind und die Kids sind glücklich, denn die Lehrerin ist oft nicht so streng wie die Mama. Es gibt extrem ehrgeizige Eltern, die dazu tendieren, ihr Kind zu überfordern.“ Stürzebecher stimmt zu: „Es gibt Eltern, die Homeschooling sehr genau nehmen. Andere wiederum überhaupt nicht, da sie beruflich stark eingebunden sind. So stehen manche Kinder wie auf einem Abschiebegleis, teilweise gibt es Sprachbarrieren, die gezieltes Lernen erschweren.“ Zusätzlich falle es einigen der ersten Klasse schwer, die lange Unterbrechung zu verkraften, nur wenige Monate nach dem ersten Schultag: „Sie hatten sich fast auf Kindergartenverhalten zurückentwickelt und mussten sich erneut an schulische Regeln gewöhnen, aber das war nach zwei Tagen wieder behoben“, veranschaulicht Weichs die besondere Situation. Unbefriedigend sei die Situation für die Förderkinder, so Edfelder: „Leider steht der Bereich noch ein wenig hinten an, aber das ist allgemein und nicht nur in Hallbergmoos so.“

»Die Kinder können die Hygieneregeln
ziemlich gut einhalten, die Eltern
hab en sie recht gut vorbereitet.«

Rudolf Weichs, Schulleiter

Besser als gedacht
Nach dem Shutdown „zurück in ein Stück Normalität“ einzusteigen, fühlt sich gut an, offenbart Frank Stürzebecher und erinnert sich: „Zwei Kinder auf einmal zu beschulen war herausfordernd. Irgendwie hat es immer hingehauen, aber es bedarf Zeit und Geduld.“ Inzwischen haben die Eltern ein erstes, vielleicht für manche überraschendes, Feedback von den Klassenlehrern, sagt Stürzebecher: „Der Stoff, so wie er im Lehrplan vorgesehen ist, haben alle weitgehend erreicht.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.
Foto: Anja Heisig

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