„Zum ersten, zum zweiten… – Sepp Grichtmair und Robert Lackermeier bringen alles an den Mann!
Zum letzten Mal im alten Feuerwehrhaus
Die Meinung war einhellig: „So voll war’s noch nie!“ Die Plätze im Saal reichten nicht aus und es mussten noch Bänke dazugestellt werden, um die vielen Gäste unterzubringen, die bei der Christbaumversteigerung der Goldacher Feuerwehr dabei sein wollten. Die Feuerwehrler sind es gewöhnt, Probleme zu lösen und so hatten am Ende auch alle einen Sitzplatz, als gegen 17.30 Uhr die Versteigerung begann. In bewährter Weise sorgte Sepp Grichtmair, Ehrenvorstand und erfolgreicher Auktionator seit mehr als 40 Jahren, gemeinsam mit Robert Lackermeier, 1. Vorstand des FW-Vereins, mit Redegewandtheit, Humor und gelegentlich mit leichtem Nachdruck dafür, dass die vielen Sachspenden gegen einen eindrucksvollen Gegenwert in Euros einen Besitzer fanden. Die Anzahl der Preise war immens und dafür geht ein großes Dankeschön an die großzügigen Spender! Dies waren vor allem Geschäfte, Restaurants und Firmen aus dem Ort und der näheren Umgebung. Zu ersteigern gab es viel Gutes zum Essen, darunter Schweinshaxen, Wammerl, Plätzchen, Rucksäcke und Taschen mit Inhalt, auch Werkzeug, Spielsachen und jede Menge Getränke in Flaschen oder Goaßmassn im Bierkrug. Es gab Gutscheine für Friseurbesuche, für die Autowerkstatt oder für ein feines Essen. Absolute Renner waren ein Kalender, der freizügige Ein- und Ansichten bot, und ein Ticket für ein FC-Bayern Spiel. Die beiden Mädels Sofia und Maria waren flink unterwegs, sie brachten die Waren zu den Bietern und die Scheine zum Kassier. Schwierig für den Sepp war, dass offensichtlich die „60“ im Raum tabu war – FC-Bayern-Fans wissen warum – und so muss er ein bisschen schwurbeln, wenn tatsächlich jemand 60 Euro bieten wollte. Er machte es aber so geschickt, dass kaum einer merkte, dass er am Ende mehr zahlte als er eigentlich wollte. Die Gebote waren generös, wusste doch jeder, dass alles, was eingenommen wird, dem Verein bzw. der FW Goldach zugutekommt.
Nach eineinhalb Stunden war alles versteigert. Die Pause, die der Nikolaus zum Verschnaufen und zum Umziehen brauchte, überbrückten Anton und Christine Dobmaier mit einer heiteren Geschichte über ein Ehepaar, das darüber sinnierte, was man dem Sohn zu Weihnachten schenken sollte. Die beiden schwankten zwischen Zipfelmütze (Vater) und Maschinengewehr (Mutter) und sorgten damit für lautes Lachen beim Publikum. St. Nikolaus trat ein, in festliches Rot gekleidet, mit Mitra und Bischofsstab, den er sogleich seinem Berufskollegen Pfarrer Gruber zum Halten übergab. Er hatte sein silbernes Buch dabei, aus dem er das eine oder andere (mehr oder manchmal auch weniger) heitere Ereignis des vergangenen Jahres vortrug. Insgesamt hatte St. Nikolaus jedoch viel zu loben: die eifrige Jugend, den perfekten Grillmeister, den besonders fleißigen jungen Feuerwehrler, die Unterstützung der Damen für ihre Männer. Vor allem aber lobte der heilige Mann die gesamte Mannschaft für Einsatz, Zusammenhalt und Kameradschaft getreu dem Motto: „Kein Weg zu weit, kein Job zu schwer!“ Ein bisschen Wehmut kam am Schluss allerdings sogar bei St. Nikolaus auf, als er feststellte, „das ist unsere letzte Christbaumversteigerung in diesem Haus.“ Ein Programmpunkt stand noch aus, nämlich die Gipfelversteigerung. Zum Glück wurde die Spitze des wunderschönen Baums an diesem Abend nicht abgeschnitten, sondern kam nur symbolisch unter den Hammer, was vor allem der Spendenkasse diente. Danach begann der gemütliche Teil des Abends, dessen Dauer der Grichtmair Sepp augenzwinkernd so einschätzte: „A bisserl bleim ma scho no hocka!“
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Für Sie berichtete Maria Schultz.

















