v.l.n.r. CSU-Bundestagsabgeordneter Christian Moser, CSU-Ortschefin Tanja Knieler und CSULandratskandidatin Susanne Hoyer
Bau-Turbo in Hallbergmoos
Im Speckgürtel Münchens zu bauen, stellt für die meisten eine finanziell sportliche Herausforderung dar. „Aber wir müssen mehr bauen, denn wir brauchen mehr Wohnraum auch barrierefrei für Familien und Senioren“, fordert Tanja Knieler im CSU-Bürgerforum „Mit dem Bau-Turbo in die Zukunft“ im Seminarraum des Sportparks. Gleichwohl, so die CSU-Ortschefin sei es als Gemeinde wichtig, nicht übermäßig, sondern gesund zu wachsen: „Es geht um die Frage, das Bauen schneller und flexibler zu machen.“ Wie die politischen Rahmenbedingungen des Bau-Turbos genau aussehen und wie ihn Kommunen konkret nutzen können, erklären die beiden Juristen Landratskandidatin Susanne Hoyer und Bundestagsabgeordneter Christian Moser (beide CSU).
Mit dem Bau-Turbo zum Wohntraum
Viele wissen es nur zu gut aus eigener Erfahrung: der Traum von den eigenen vier Wände mutiert schnell in einen Albtraum, der nicht erst mit festgestellten Baumängeln oder einer Baukosten-Explosion wegen fehlender oder falscher Kalkulationen hinsichtlich der Erschließungskosten oder Außenanlagen beginnt. Oft verursachen bereits zuvor langwierige Genehmigungsverfahren nervenaufreibende und zeitintensive Probleme. Bauwilligen will hier der Ende Oktober vergangenen Jahres in Kraft getretene „Bau-Turbo“ (nach § 246e BauGB) unter die Arme greifen.
Pro und Kontra
Im Kampf gegen die Wohnungsnot scheint das ein probates Mittel. Befürworter freuen sich, denn das bis dahin aufwändige Verfahren stellt sich jetzt deutlich vereinfachter dar. Um den Wohnungsbau zu beschleunigen, liegen die bürokratischen Hürden erheblich niedriger. Der flexiblere Handlungsspielraum, der beispielsweise existierenden Bauplänen Abweichungen in Punkto Nachverdichtung oder Anbauten einräumt, ermöglicht es Kommunen schneller Baurecht zu schaffen. Durch das dann größere Wohnungsangebot lassen sich Mieten günstiger gestalten. Letztlich könne der „Bau- Turbo“ auch das Baugewerbe stärken. Gegner wie der Bayerische Städtetag hingegen, kritisieren das neue Gesetz und befürchten allzu großen Flächenfraß, Zeitdruck für die Kommunen oder große Mängel in der Planung, da sie schnell geschehen müsse und sich negativ auf ökologische Standards auswirken könne. Vermutlich entstehe, statt erschwinglicher, eher teurer Wohnraum, den sich nur wenige leisten können. Auch einen Aufschwung in der Baubranche sehen sie angesichts des Fachkräftemangels und hoher Baukosten nicht.
Nicht kopflos, sondern mit Bedacht
Die anschließende Diskussionsrunde in Hallbergmoos verdeutlicht, wie sehr sich viele Menschen mit dem Thema auseinandersetzen. Vor allem Fragen zu bezahlbarem Wohnraum, Erhalt der Lebensqualität, Infrastruktur und Nachverdichtung stehen im Zentrum des Interesses. Bauen müsse im Einklang mit den Bedürfnissen eines Ortes und seiner Bewohner stehen, so die einhellige Meinung. Mehr Tempo sei gefordert, aber mit Augenmaß. Ziel müsse es sein für erschwinglichen Wohnraum zu sorgen, ohne den Charakter der Gemeinde einzubüßen. Der Bau- Turbo ist bis Ende 2030 befristet.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.











