Das Wichtigste aus dem Gemeinderat in Kürze:
• Pausenhof Nord: Der Gemeinderat gibt mehrheitlich die umfassendste Variante für rund 1,055 Millionen Euro frei.
• Finanzen: Der erste Nachtragshaushalt ist genehmigt, die Rechtsaufsicht äußert jedoch deutliche Sorgen über die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde.
• B301/Ludwigstraße: Mit einem neuen Bebauungsplan soll der Umbau des Verkehrsknotens vorbereitet werden.
• Dornierstraße: Das bisherige „MU südlich Dornierstraße“ heißt künftig „Produktives Quartier südlich der Dornierstraße“. Große Sorgen bereitet die Stromversorgung.
• Windkraft: Sieben untersuchte Anlagen sind in der geplanten Höhe aus Sicht der Flugsicherung nicht genehmigungsfähig; deutlich niedrigere Anlagen wären nach Einschätzung der Gemeinde nicht wirtschaftlich.
• „Ready for Takeoff“: Die Veranstaltung selbst verlief weitgehend friedlich, Lärm, Parken, Müll und ungenehmigte Soundchecks führen aber zu Konsequenzen für künftige Veranstaltungen.
• Predazzoallee: Der Bebauungsplan für die Verlängerung der Straße ist als Satzung beschlossen.
• Adventureminigolf und Padel: Wegen einer Änderung der Platzanordnung geht der Bebauungsplan noch einmal in die öffentliche Auslegung.
Die erste reguläre Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause begann ungewöhnlich: Kaum war die Sitzung eröffnet, mussten Zuhörer und Presse den Sitzungssaal zunächst wieder verlassen. Aus den Reihen des Gemeinderats war beantragt worden, einzelne ursprünglich nichtöffentlich vorgesehene Tagesordnungspunkte öffentlich zu behandeln. Über diese Frage musste das Gremium jedoch zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten und entscheiden. Nach einer kurzen Unterbrechung durften die Besucher wieder in den Sitzungssaal zurückkehren. Eine öffentliche Behandlung der betreffenden Punkte folgte anschließend nicht; auch ein Abstimmungsergebnis wurde gegenüber der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt. Damit blieb lediglich erkennbar, dass die beantragte Öffnung der Tagesordnung offenbar nicht zum Tragen kam.
Danach entwickelte sich die Sitzung zu einem umfangreichen Beratungsabend. Besonders ausführlich diskutierte das Gremium erneut über den nördlichen Pausenhof der Grundschule und über die künftige Verkehrsführung am Knotenpunkt Ludwigstraße/B301. Daneben rückte die angespannte Finanzlage der Gemeinde deutlich in den Mittelpunkt. Beim geplanten „Produktiven Quartier südlich der Dornierstraße“ zeigte sich zudem, dass nicht nur Verkehrsfragen, sondern zunehmend auch die verfügbare Stromleistung über die Entwicklung neuer Gewerbeflächen entscheidet. Weniger erfreuliche Nachrichten gab es bei der Windenergie: Die gemeinsam mit Ismaning und Moosinning untersuchten Anlagen lassen sich nach aktuellem Stand wegen luftverkehrsrechtlicher Vorgaben nicht wirtschaftlich realisieren.
BEKANNTGABEN
Protokolle und Kita-Abrechnung vertagt
Bereits zu Beginn wurde die Tagesordnung verändert. Die Genehmigung der Protokolle der Gemeinderatssitzung vom 28. Juli und der Sondersitzung zum Lärmschutzbereich vom 21. Juli wurde verschoben, weil die Unterlagen nach der längeren Abwesenheit von Bürgermeister Benjamin Henn nicht rechtzeitig zur Einsicht bereitgestellt werden konnten. Auch die Betriebskostenabrechnungen 2024 und 2025 der Kindertageseinrichtungen wurden vertagt, da noch Informationen fehlten. Das Protokoll des Ferienausschusses vom 18. August wurde dagegen behandelt.
Neue Beschäftigte vorgestellt
Bürgermeister Benjamin Henn stellte die seit Jahresbeginn neu hinzugekommenen Beschäftigten der Gemeinde vor. Dazu gehören Lucas Nowag im Bauhof, Ceren Turhan als Werkstudentin in der Assistenz des Ersten Bürgermeisters, Veranstaltungsmanager Martin Schwaiger, Jennifer Weindauer als Leiterin der Gemeindebücherei, Veronika Funk in der Assistenz des Bürgermeisters sowie Petra Bär und Sandra Fuchs in der Mittagsbetreuung.
Kosten der Baumaßnahmen im Blick
Die Verwaltung legte die aktuelle Kostenverfolgung mehrerer größerer Bauprojekte vor. Erfasst sind der Neubau des Wohnhauses an der Predazzoallee, Umbau und Erweiterung des Rathauses, die Sanierung der Grundschule, das Alte Rathaus an der Theresienstraße sowie der Neubau des Feuerwehrhauses Goldach. Größeren Diskussionsbedarf gab es hierzu in der Sitzung nicht.
Nachtragshaushalt genehmigt, aber deutliche Warnung
Das Landratsamt Freising hat den ersten Nachtragshaushalt 2026 genehmigt. Damit wurden auch Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von rund 7,19 Millionen Euro freigegeben. Gleichzeitig fällt die Einschätzung der Rechtsaufsicht zur weiteren Finanzentwicklung deutlich aus: Im gesamten Finanzplanungszeitraum wird kein positives bereinigtes Zahlungsergebnis erwartet, die finanziellen Spielräume der Gemeinde werden damit enger. Bürgermeister Henn machte deutlich, dass der Bescheid erstmals in dieser Form ausdrücklich auf die angespannte finanzielle Entwicklung hinweise. Weitere Einsparungen und eine stärkere Priorisierung von Investitionen werden damit in den kommenden Haushaltsberatungen eine zentrale Rolle spielen.
Hallberger Wiesn kostet knapp 90.000 Euro
Für das Volksfest 2026 weist die Gemeinde Gesamtausgaben von 131.518,98 Euro aus. Nach Herausrechnung der Kosten, die anderen Haushaltsstellen zuzuordnen sind, verbleiben tatsächliche Volksfestkosten von 89.934,87 Euro. Gegenüber früheren Jahren wirkten sich neben den allgemeinen Preissteigerungen unter anderem zusätzliche Sicherheitsanforderungen und externe Dienstleistungen aus. Henn erläuterte, dass die Kosten erstmals umfassender zusammengeführt wurden. Damit soll transparenter werden, was das Volksfest die Gemeinde tatsächlich kostet.
Neue Schülerbeförderung spart rund 35.000 Euro
Mit dem neuen Schuljahr fährt der große Schulbus die Haltestellen Lilienthalstraße und Am Söldnermoos nicht mehr an. Die dort betroffenen Kinder erhalten stattdessen ein 365-Euro-Ticket für den MVV. Nach Berechnung der Verwaltung spart die Gemeinde damit rund 35.000 Euro pro Schuljahr. Gleichzeitig erreicht der Bus das Rathaus rund sechs Minuten früher.
Mobile Ampel an der Theresienstraße
Zum Schulbeginn wurde auf Höhe Theresienstraße 45 eine mobile Fußgängerampel eingerichtet. Hintergrund ist, dass zwischen den Ampeln am Alten und am Neuen Rathaus auf mehr als 1,2 Kilometern bislang keine weitere gesicherte Querungsmöglichkeit besteht. Die Anlage soll zunächst bis Jahresende auch dazu dienen, entsprechende Verkehrsdaten zu sammeln.
Kneippstange für den Goldachpark
Für die geplante Kneippmöglichkeit im Goldachpark liegt inzwischen die Genehmigung vor. Vorgesehen ist eine Edelstahlstange im westlichen Goldacharm auf Höhe des Kleinkinderspielplatzes. Zwei bis drei Blockstufen und ein Handlauf sollen den Zugang erleichtern, das Bachbett selbst soll möglichst naturnah bleiben. Die Kosten werden derzeit auf rund 35.000 Euro geschätzt.
Nach „YE – Ready for Takeoff“ sollen Regeln nachgeschärft werden
Ausführlicher fiel die Aufarbeitung der Veranstaltung „YE – Ready for Takeoff“ vom 22. August aus. Nach Angaben der Verwaltung war die Veranstaltung nach Vorgesprächen mit Polizei und Veranstalter genehmigt worden. Im Nachgang gingen jedoch Beschwerden ein – insbesondere wegen Lärm, Parkproblemen und Verschmutzungen. Bürgermeister Henn betonte, dass die Gemeinde solche Angebote für eine jüngere Zielgruppe grundsätzlich weiterhin ermöglichen wolle. Gleichzeitig seien insbesondere ungenehmigte Soundchecks, die Parksituation und die Verschmutzung nicht akzeptabel gewesen. Aus den Erfahrungen sollen Konsequenzen gezogen und die Regeln für künftige Veranstaltungen auf dem Festplatz überarbeitet werden.
Zuschuss für Feuerwehrhaus Goldach noch nicht abgerufen
Die Fördermittel für das neue Feuerwehrhaus Goldach sind bewilligt, aber noch nicht ausgezahlt. Für den Mittelabruf müssen nach Fertigstellung noch Unterlagen und Nachweise vorgelegt werden, darunter eine Gefährdungsbeurteilung. Erst danach kann der Verwendungsnachweis abgeschlossen und der Zuschuss abgerufen werden.
Windkraftpläne scheitern an Vorgaben des Luftverkehrs
Die gemeinsam mit Ismaning und Moosinning untersuchten sieben Windkraftanlagen können nach der vorliegenden Einschätzung nicht in der geplanten Höhe verwirklicht werden. Die Deutsche Flugsicherung sieht Auswirkungen auf den Instrumentenflugbetrieb am Münchner Flughafen und empfiehlt, die luftrechtliche Zustimmung zu versagen. Um die Konflikte auszuräumen, müssten die Anlagen je nach Standort um 52 bis 75 Meter niedriger gebaut werden. Nach Einschätzung der Gemeinde wäre ein wirtschaftlicher Betrieb damit nicht mehr möglich. Die bisherigen Planungen werden deshalb nicht weiterverfolgt.
Weitere Sitzbänke werden geprüft
Auf eine frühere Anfrage von Michaela Reitmeyer hin hat die Verwaltung mögliche Standorte für zusätzliche Sitzbänke untersucht. In mehreren Straßen sind geeignete gemeindliche Flächen nur eingeschränkt vorhanden. Für neue Bänke sind im Haushalt vorsorglich 8.000 Euro eingeplant; konkrete Kosten können aber erst ermittelt werden, wenn Standorte und Banktypen feststehen. Eine weitere Behandlung im Gemeinderat ist für Ende Oktober vorgesehen.
Mülltonnen in der Predazzoallee nur vorübergehend auf Parkplatz
Die Mülltonnen der gemeindlichen Wohnanlage stehen derzeit auf einem öffentlichen Parkstreifen, weil die Flügeltür des Müllraums defekt ist. Eine andere für den Entsorger erreichbare Fläche stand nicht zur Verfügung. Die Verwaltung stellte klar, dass es sich nicht um eine dauerhafte Lösung handelt. Nach der Reparatur sollen die Tonnen wieder im Müllhaus untergebracht werden.
Mündliche Bekanntgaben
Unter den mündlichen Bekanntgaben informierte Bürgermeister Henn zunächst über die Buslinie 515. Nach einer Rückfrage bei den zuständigen Stellen seien vor allem die erheblich gestiegenen Kosten im ÖPNV ein Grund für die geplanten Veränderungen beziehungsweise die Einstellung der Linie ab Ende 2027. Die Gemeinde wolle das Thema weiterverfolgen.
Außerdem berichtete Henn kurz von der China-Reise einer Hallbergmooser Delegation. Er bezeichnete den Austausch als wertvoll und verwies auf neu geknüpfte Kontakte. Eine ausführlichere Präsentation der Reise ist für Oktober vorgesehen.
Neuigkeiten gab es auch bei Hort 1: Wegen der nach der Entscheidung für die neue Dachform umfangreicheren Planungs- und Ausschreibungsarbeiten wird der ursprünglich für 2026 vorgesehene Sanierungsbeginn auf 2027 verschoben. Ein Baubeginn erst im Spätherbst dieses Jahres hätte nach Ansicht der Verwaltung zusätzliche witterungsbedingte Risiken gebracht.
Schließlich informierte Henn über einen Feuchtigkeitsschaden im Keller des Grundschulanbaus. Zwei Räume können deshalb vorerst nicht genutzt werden, die Schule hat den Werkunterricht entsprechend umorganisiert. Die weitere technische und rechtliche Bewertung soll dem Gemeinderat in einer kommenden Sitzung vorgelegt werden.
BESCHLÜSSE
Pausenhof Nord: Gemeinderat wählt die große Lösung
Zum zweiten Mal beschäftigte sich der Gemeinderat ausführlich mit dem nördlichen Pausenhof der Grundschule. Nachdem der Beschluss im Juli vertagt worden war, hatte die Verwaltung die Maßnahme noch einmal in einzelne Bausteine zerlegt. Die Basisvariante liegt mit 709.500 Euro nahezu exakt im ursprünglich gesetzten Kostenrahmen von 710.000 Euro. Darüber hinaus standen mehrere Pakete für zusätzliche Spiel-, Bewegungs- und Sitzangebote sowie die Sanierung des südlichen Weges und die Ertüchtigung der Fluchtwege zur Auswahl.
Drei Varianten wurden schließlich zur Entscheidung gestellt: die komplette Maßnahme für rund 1,055 Millionen Euro, eine reduzierte Variante für rund 973.000 Euro oder eine weitere Reduzierung auf rund 917.000 Euro.
Schulreferentin Silvia Edfelder (CSU) sprach sich für die umfassende Lösung aus. Auch die neue Schulleitung Sabine Jackermaier sah in der vorgelegten Planung eine gute Grundlage für einen kindgerechten Pausenhof. Aus dem Gremium kamen zugleich deutliche Hinweise auf die Finanzlage der Gemeinde und die Frage, ob sämtliche zusätzlichen Ausstattungsbestandteile tatsächlich notwendig seien. Robert Lackermeier (CSU) und Sabina Brosch (Die Grünen) plädierten im Verlauf der Debatte für eine sparsamere Variante; Thomas Hennig (Freie Wähler) betonte dagegen, wie wichtig die nun vorliegende transparente Aufschlüsselung für die Entscheidung gewesen sei.
Am Ende entschied sich der Gemeinderat mehrheitlich für das Gesamtpaket. Die zusätzlich benötigten 55.000 Euro sollen aus dem EDV-Investitionshaushalt gedeckt werden.
Weitere Metalltür für die Grundschule
Bei der laufenden Grundschulsanierung genehmigte der Gemeinderat einen Nachtrag von 8.742,93 Euro für eine weitere Metallinnentür. Trotz des Nachtrags bleiben die prognostizierten Gesamtkosten von rund 4,02 Millionen Euro unter den bislang freigegebenen Mitteln von rund 4,57 Millionen Euro.
Knotenpunkt Ludwigstraße: Ampel oder Kreisverkehr?
Deutlich länger wurde über den geplanten Umbau des Knotenpunkts Ludwigstraße/ B301 gesprochen. Mit dem neuen Bebauungsplan Nr. 95 schafft die Gemeinde zunächst lediglich die planungsrechtliche Grundlage für eine spätere Neuordnung. Ziel ist ein leistungsfähigerer Anschluss an die B301. In der Diskussion ging es allerdings bereits intensiv um die spätere technische Lösung. Florian Rothmeyer (Die Grünen) fragte nach aktuellen Verkehrszahlen und danach, wie belastbar die zugrunde liegenden Prognosen seien. Bau-Referent Hermann Hartshauser (Einigkeit) äußerte grundsätzliche Sympathie für eine Kreisverkehrslösung, während Verwaltung und Fachplaner Frank Zimmermann darauf verwiesen, dass die vorhandenen Untersuchungen wegen der erwarteten Verkehrsbelastung eine Ampellösung vorsehen. Mehrfach wurde zugleich gefordert, Rückstaus in das Gewerbegebiet und die Abstimmung mit weiteren Ampelanlagen genau im Blick zu behalten.
Der Aufstellungsbeschluss wurde schließlich gefasst. Damit ist noch keine konkrete Kreuzungsgestaltung beschlossen – diese soll erst in den weiteren Planungsschritten festgelegt werden.
Produktives Quartier: Stromversorgung wird zum zentralen Thema
Beim Bebauungsplanverfahren 88.1 ging die Planung für das große Entwicklungsgebiet südlich der Dornierstraße einen weiteren Schritt voran. Gleichzeitig erhält das Projekt einen neuen Namen: Aus dem bisherigen „MU südlich Dornierstraße“ wird das „Produktive Quartier südlich der Dornierstraße“. Hintergrund ist, dass die geplante gewerbliche Nutzung nicht unter die Gebietskategorie eines Urbanen Gebiets fällt. Auch der Geltungsbereich wurde im Westen erweitert, um zusätzliche Flächen für den Ausbau beziehungsweise Neubau der Verkehrsknoten K11 und K12 planungsrechtlich zu sichern. In der Diskussion rückten zunächst Verkehr und Mobilität in den Mittelpunkt. Florian Rothmeyer (Die Grünen) bewertete das grundsätzlich breit angelegte Mobilitätskonzept positiv, wies aber darauf hin, dass sich Mobilitätsangebote seit Beginn der Planung weiterentwickelt hätten. Unter anderem regte er an, stationsgebundene Sharing-Angebote und deren Standorte noch einmal zu überprüfen. Auch die spätere Führung von Buslinien und ausreichende Flächen für den Radverkehr sollten aus seiner Sicht mit der weiteren Entwicklung des Quartiers Schritt halten.
Die längste Debatte entwickelte sich allerdings bei einem anderen Thema: dem Strom. Von Projektseite wurde geschildert, dass sich die Rahmenbedingungen für die Zuteilung größerer Netzleistungen beim Bayernwerk verändert hätten und derzeit nur schwer belastbare Aussagen möglich seien, wann und in welchem Umfang zusätzliche Leistung bereitgestellt werden könne. Gerade bei Gesprächen mit potenziellen Unternehmensansiedlungen werde das zum Problem: Interessenten wollten wissen, wann sie bauen und ihren Betrieb aufnehmen können – eine verbindliche Antwort zur verfügbaren Stromleistung sei derzeit jedoch schwierig. Dass die elektrische Erschließung bei besonders leistungsintensiven Nutzungen ein entscheidender Faktor werden kann, war bereits im Energieversorgungskonzept für das Quartier angelegt. Dort wird darauf hingewiesen, dass übliche Lasten aus dem benachbarten Umspannwerk versorgt werden können, bei Nutzungen mit besonders hohem Bedarf jedoch Entwicklungszeiträume von mehr als zehn Jahren auf Netzbetreiberseite möglich sein können. Bürgermeister Benjamin Henn machte deutlich, dass die Gemeinde das Problem inzwischen auf mehreren Ebenen anspreche. Auch bei einer Bürgermeisterdienstbesprechung im Landkreis sei die fehlende beziehungsweise nur schwer planbare Stromleistung thematisiert worden. Zudem wolle er das Thema bei einem anstehenden Austausch mit dem Bayernwerk erneut zur Sprache bringen. Für Hallbergmoos sei entscheidend, dass Gewerbeansiedlungen nicht letztlich an fehlender elektrischer Leistung scheiterten.
Wirtschaftsreferent Dr. Marcus Mey (CSU) bezeichnete die Situation als ein „Blutdruckthema“. Er drängte darauf, die vorhandenen politischen Möglichkeiten zu nutzen und das Problem auch auf höheren Ebenen deutlich zu adressieren. Es gehe nicht um ein Detailproblem einzelner Firmen, sondern um eine grundlegende Voraussetzung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Henn verwies darauf, dass die Problematik bereits in Richtung Wirtschaftsministerium und Staatskanzlei weitergegeben worden sei und appellierte an das Gremium, bei diesem Thema gemeinsam vorzugehen. Auch Zweite Bürgermeisterin Tanja Knieler (CSU) griff die Frage der Vergabe beziehungsweise Zuteilung von Netzleistung auf. Ihr ging es insbesondere darum, dass das Verfahren für Unternehmen nachvollziehbar und verlässlich sein müsse. Aus dem Gremium kamen darüber hinaus Überlegungen, ob Hallbergmoos selbst zumindest einen Teil zur Entlastung beitragen könne – etwa durch weitere Photovoltaikanlagen oder Batteriespeicher. Die Verwaltung bremste hier allerdings die Erwartungen: Solche Maßnahmen könnten lokal helfen, das grundsätzliche Problem fehlender Leistung auf der übergeordneten Netzebene aber nicht ersetzen. Bei größeren Anfragen könne die Differenz zwischen benötigter und kurzfristig verfügbarer Leistung erheblich sein.
Trotz dieser Sorgen bestand am eigentlichen Projekt kein grundsätzlicher Zweifel. Der Gemeinderat stimmte der Umbenennung in „Produktives Quartier südlich der Dornierstraße“, der Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen und dem überarbeiteten Planentwurf zu. Die Unterlagen gehen nun für einen Monat in die öffentliche Auslegung.
Wohnquartier Ludwigstraße geht weiter
Beim Bebauungsplan Nr. 89 „Wohnquartier Ludwigstraße“ waren während der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung keine Stellungnahmen aus der Bevölkerung eingegangen. Mehrere Behörden und Nachbargemeinden hatten ebenfalls keine grundsätzlichen Bedenken erhoben. Aufgrund einer Machbarkeitsstudie zu vorhandenen Leitungen wurde die Planung punktuell angepasst. Christian Krätschmer (CSU) kam noch einmal auf die Frage zur späteren Bewohnerstruktur. Dr. Josef Schwendner (Flughafen München GmbH / FMG) erläuterte dazu, dass die Wohnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgesehen seien und eine Mischung unterschiedlicher Haushalte entstehen solle. Der Gemeinderat billigte die weitere Planung.
Verlängerung Predazzoallee ist als Satzung beschlossen
Beim Bebauungsplan Nr. 79 waren nach der erneuten öffentlichen Auslegung nur noch redaktionelle Korrekturen notwendig. Wesentliche Änderungen ergaben sich nicht mehr. Der Gemeinderat fasste deshalb den Satzungsbeschluss für die „Verlängerung Predazzoallee“.
Adventureminigolf und Padel gehen noch einmal in die Auslegung
Bei der geplanten Adventureminigolf- und Padel-Tennis-Anlage muss der Bebauungsplan erneut ausgelegt werden. Hintergrund ist eine geänderte Anordnung der Padelplätze: Sie sollen aus funktionalen Gründen künftig in Ost-West-Richtung liegen, wofür der Bauraum geringfügig nach Südosten erweitert wird. Die übrigen Grundzüge der Planung bleiben bestehen. In der Sitzung wurden außerdem Fragen zu den Stellplätzen und zur vorgesehenen Baumbepflanzung gestellt. Die Verwaltung machte deutlich, dass diese Details im weiteren Verfahren beziehungsweise im Bauantrag geklärt werden können. Der Gemeinderat billigte den überarbeiteten Entwurf; die erneute Auslegung dauert drei Wochen.
Regionalplan ohne Hallbergmooser
Einwände Zur 27. Änderung des Regionalplans München, die unter anderem den Luft- und Raumfahrtcluster in Ottobrunn/Taufkirchen sowie eine Erweiterung des Regionalen Grünzugs im Raum Moosburg betrifft, brachte Hallbergmoos keine Bedenken oder Anregungen vor.
Brückensanierungen: Nachträge genehmigt
Für die bereits abgeschlossenen Sanierungsarbeiten an Straßenbrücken genehmigte der Gemeinderat zwölf Nachträge in Höhe von zusammen 63.355,39 Euro. Ursache waren unter anderem zusätzliche Verkehrsumlegungen sowie Arbeiten, deren Notwendigkeit erst nach dem Öffnen der Bauwerke sichtbar wurde. Insgesamt liegen die Baukosten bei rund 642.271 Euro.
ANFRAGEN
Zum Ende der öffentlichen Sitzung kam die Veranstaltung „YE – Ready for Takeoff“ erneut zur Sprache. Gefragt wurde, warum die Gemeinde eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht selbst stärker angekündigt hatte. Bürgermeister Henn verwies darauf, dass es sich um einen externen Veranstalter gehandelt habe und die Gemeinde nicht für private Veranstaltungen werbe. Das Thema soll dennoch bei der Überarbeitung der Regeln für den Festplatz mitgedacht werden. Weitere Anfragen betrafen ein Informationsangebot der NordAllianz rund um Wärmepumpen, Details zur Befestigung der neuen Kneippstange sowie den aus Predazzo geschenkten Brunnen, für den weiterhin ein geeigneter Standort gesucht wird. In der abschließenden Bürgerfragestunde gab es keine weiteren Wortmeldungen.
Nächste Gemeinderatssitzung:
Di., 06.10.2026, 18:30 Uhr
im Rathaus, Sitzungssaal
Für Sie Kate Eigner.






