Indianer- und Trapper-Festival: Tschüss Excel-Tabelle, Servus Lagerfeuerromantik

Kategorie: Veranstaltungen

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Howdy und Yeehaw Hallbergmoos!

Ein Mann muss tun, was zu tun ist. Manchmal ist es ein Kreuzchen auf dem Anmeldeformular für das legendäre Indianer- und Trapper-Festival (ITF). Ordnung muss sein, auch wenn es um einen Ausflug in den Wilden Westen geht. Für viele ist es ein Ort der Sehnsucht. Dort, wo der „Schoschone“ nach der Klapperschlange Ausschau hält und der Stern des Sheriffs glänzt, tauschen Herzensindianer und Trapper geleaste Mittelklasse-Familienkutschen in der ausgewiesenen Parkprärie mit bequemen Mokassins oder klassischem Cowboy- Hut, um sich mit Plan, aber ohne Wagen ans aufgebaute Eigenheim Marke „Zelt“ oder Tipi anzuschleichen. Auf der „Hausler“-Hacienda treffen sich die glorreichen Sieben am Lagerfeuer und schalten bei Feuerwasser und Friedenspfeifchen ab. „Die Frage nach der Sehnsucht lässt sich genauso schwer oder einfach beantworten wie die Frage, warum ein Motorradfahrer gerne mit dem Bike unterwegs ist“, sagt Andreas „Andy“ Streit. Der erste Vorsitzende und Präsident des Vereins Southernstars organisiert das ITF. „Es ist der Ausstieg aus dem Alltag, der ein bisschen Freiheit gibt. Der Spirit, der hier herrscht, macht es aus. Die Menschen kommen gerne zu uns, leben die Tage in den Zelten und entfliehen so der verrückten Welt draußen.“

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Damit das Tomahawk begraben bleibt, gilt eine eherne Regel im Camp: „No Politics! Hier sitzen Arbeiter und Promovierte mit unterschiedlichsten Ansichten zusammen. Wir blenden politische Themen bewusst aus, das fördert die Gemeinschaft.“ Und die wächst seit Jahren stetig. Der Verein zählt inzwischen 450 Mitglieder. Darunter finden sich viele, so Streit, die zum Teil Urlaub nehmen, um einerseits am Großevent teilzunehmen, andererseits, um kräftig anzupacken: „Meines Wissens ist es in Europa das größte Festival dieser Art, es gibt nichts Vergleichbares. Das liegt daran, dass wir das gesamte ‚Country-Spektrum‘ bedienen“, erklärt Streit. „Allerdings stoßen wir inzwischen an die Grenzen des Leistbaren. Wir müssen sehen, wie wir das künftig gestalten.“

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Wild West-Abenteuer zum Taschengeldtarif
Einen anderen Grund für den Erfolg liefern die moderaten Eintrittspreise. Für eine Handvoll Euro-Dollar (neun pro Person) bietet das ITF ein umfassendes Programm: „Uns geht es nicht um Kommerz. Wenn jemand mehr geben möchte, freuen wir uns über den einen oder anderen Euro in unseren Spendenboxen, aber in erster Linie wollen wir es Familien ermöglichen.“ Mit Geschicklichkeitsspielen, Kräuterkunde, dem Besuch einer alten, eigens aufgebauten Westernstadt, Ponyreiten, einer Fahrt auf einem Trike, dem Bestaunen von Wildvögeln und einer „Spurensuche“ mit Laufzettel durchs Lager sind vor allem Nachwuchsindianer den ganzen Tag beschäftigt. „Die Familien sind so dankbar, wir haben einen riesigen Zulauf“, bilanziert Streit. Dazu lockt eine Tombola mit wertvollen Preisen wie einer Drohne, einem großen LGFernseher, einem Scooter oder einem Airfryer und Line-Dance- Mitmachaktionen im Saloon. „Unser Festival-Konzept ist stimmig, wir begrüßen jedes Jahr viele Wiederholungstäter“, so Streit. Die Einnahmen und Spenden fließen traditionell in feste soziale und wohltätige Projekte, wie das Ambulante Kinderhospiz München und das Jugendzentrum Hallbergmoos.

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Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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