Bürgermeister Benjamin Henn durchschneidet das Band zur LEGO-Stadt. Begleitet wird die feierliche Eröffnung vom jüngsten und ältesten Anwesenden – der Startschuss für das gemeinsame Entdecken und Spielen.
Eine Stadt aus LEGO – und Platz für alle! Mehr als 150 Besucher feierten den Abschluss eines besonderen Gemeinschaftsprojekts.
Ein Haus für Millionäre, ein Freizeitpark mit Rutsche und Schlauchboot oder ein imposanter Tower: In der evangelischen Emmauskirche wurde drei Tage lang gebaut, getüftelt und ausprobiert. Bei den LEGO-Tagen vom 23. bis 25. Oktober verwandelten rund 50 Kinder unzählige bunte Steine in eine fantasievolle Stadt. Unterstützt wurden sie von mehr als 30 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zur Stadteröffnung am 25.10.2026 kamen über 150 Besucher, um die Ergebnisse zu bestaunen.
Was dabei entstand, war mehr als eine Ansammlung von Gebäuden. Die Kinder entwickelten eigene Ideen, fanden gemeinsam Lösungen und lernten, dass auch ein umgestürzter Turm kein Grund ist aufzugeben. Wenn etwas nicht passte, wurde neu überlegt und weitergebaut.
Besonders berührend war die Antwort eines Mädchens auf die Frage, was ihr am meisten Spaß gemacht habe: Sie freute sich darüber, dass auch Mädchen einmal LEGO bauen und damit etwas machen durften, das sonst häufig den Jungen zugeschrieben wird. Eine einfache Antwort, die deutlich machte, wie wichtig es ist, Kindern unabhängig von solchen Rollenbildern Raum für ihre Interessen und Ideen zu geben.
Mutig sein und Neues wagen
Auch Pfarrer Steffen Schubert griff diesen Gedanken beim Abschlussgottesdienst auf. Er stellte eine Verbindung zwischen dem Bauen und den Herausforderungen des Lebens her: Nicht immer gelingt alles auf Anhieb, manchmal muss man neue Wege finden. Die Kinder sollten ermutigt werden, nicht aufzugeben und darauf zu vertrauen, dass auch aus Schwierigkeiten etwas Gutes entstehen kann. Die Kirche soll dabei ein Ort sein, an dem man sich etwas traut, Neues ausprobiert und keine Angst vor Fehlern haben muss.
Der Gottesdienst wurde durch biblische Geschichten, Lieder und Gebete gestaltet. Dabei stand die Botschaft im Mittelpunkt, mutig zu sein und auch in schwierigen Situationen nicht allein zu bleiben.
Mehr als 1,5 Millionen LEGO-Steine
Guido Bühlmeier, Landeskinder- und Jugendpastor, hatte die Steine für die Aktion mitgebracht und gab Einblicke in die Geschichte des Projekts. Vor rund 15 Jahren begann die Sammlung. Nachdem Spendenaufrufe an Eltern und Großeltern zunächst wenig Erfolg hatten, wurden 13.000 Euro für den Kauf von LEGO-Steinen gesammelt.
Heute umfasst der Bestand mehr als 1,5 Millionen Steine in 92 Bausätzen mit einem Gesamtwert von rund 250.000 Euro. Jährlich kommen weitere Steine hinzu; dafür werden etwa 400 bis 500 Euro eingesetzt. Auch Hallbergmoos unterstützte das Projekt: Vor zwei Jahren spendete die Gemeinde Bauteile und Figuren im Wert von 110 Euro.
Ehrenamt macht es möglich
Die Gesamtorganisation lag bei André Spindler, Senior-Webentwickler der evangelischen Kirche in Hallbergmoos. Gemeinsam mit Pfarrer Steffen Schubert und Guido Bühlmeier gehörte er zu den Verantwortlichen der Veranstaltung. Mehr als 30 Ehrenamtliche halfen in unterschiedlichen Bereichen und sorgten dafür, dass die Kinder sich ganz auf ihre Bauideen konzentrieren konnten.
Bühlmeier stellte außerdem weitere Freizeitangebote der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit vor. Dazu gehören Vater-Kind- und Mutter-Kind-Freizeiten mit gemeinsamem LEGO-Bauen, Sport- und Reitfreizeiten sowie Teamcamps für Jugendliche. Auch Schulungen zur Jugendleiter-Ausbildung gehören zum Angebot.
Feierlicher Abschluss
Nach dem Gottesdienst eröffnete Bürgermeister Benjamin Henn die LEGO-Stadt. Er zeigte sich beeindruckt von der Kreativität und dem Ehrgeiz der Kinder und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Anschließend konnten die jungen Baumeister ihre Werke den Familien und Gästen zeigen und die Stadt zum Spielen freigeben. Kaffee, Kuchen und herzhafte Snacks beim gemeinsamen Bring-&-Share-Buffet boten Gelegenheit zum Austausch.
Die Stadt wird irgendwann wieder auseinandergebaut. Was bleibt, sind die Erinnerungen an drei Tage voller Ideen, Gemeinschaft und Freude. Die LEGO-Tage zeigten, dass aus vielen kleinen Steinen etwas Großes entstehen kann und dass jeder, unabhängig von Alter oder Geschlecht, mit seinen Ideen dazu beitragen darf.
Für Sie berichtete Kate Eigner.








