Jeder Gast ist Prominenz in Hallbergmoos! – Hallberger Brettl feiert gelungene Premiere

Kategorie: Aufführungen

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Knapp 340 Premierengäste schmunzeln, schlemmen und lachen

Was haben ein Kunstmaler, ein Liebesbriefschreiber, ein Feuerwehrkommandant und Willi und Helga gemeinsam? Oberflächlich betrachtet „Nichts“, beim näheren Hinsehen allerdings entpuppen sich die Genannten als Hauptcharaktere verschiedener Einakter, die das legendäre Hallberger Brettl auf die Bühne bringt. Im ersten mietet sich ein bayerischer Picasso zur Sommerfrische in eine kleine Pension ein. Prompt verliebt sich der mittellose Kunstmaler in die Tochter des Besitzers und will sie ehelichen. Die Eltern sehen in dem Künstler keine gute Partie, schließlich handelt es sich bei der Malerei um brotlose Kunst. Dank der Hilfe eines jungen Gesellen, der mit viel Einfallsreichtum fügt und das lenkt, was zusammengehört, gibt es ein Happy End.

Vom Postillon d’amour zur Weihnachts-Katastrophe

Im Königlich Bayerischen Amtsgericht muss sich ein Liebesbriefschreiber verantworten. Seine Briefe, die er im Auftrag für drei Maß Bier und Porto schreibt, sorgen für reichlich Verwirrung. Den Gattinnen passt das nicht; vermeintlich erhalten sie die Briefe aus anderer Hand und zerren kurzerhand den Liebesboten vor Gericht. Und dann muss ein Feuerwehrkommandant, der einen Feueralarm leichtfertig unterschätzt, zwischen Großbrand und anderen Hürden kämpfen. Im letzten Stück sollen Eltern an Heiligabend eingeladen werden, um den zukünftigen Schwiegersohn kennenzulernen, was in einem Desaster ausartet.

Aufregung für das gute Spiel

Wie immer spielt das Ensemble des Hallberger Brettls die teils aberwitzigen Stücke mit viel Liebe zum Detail und einer gehörigen Portion bayerischem Charme. Von Routine allerdings könne keine Rede sein, gesteht Brigitte „Gitti“ Wimmer wenige Minuten vor der Premiere: „Ich bin immer aufgeregt, auch jetzt. Heuer habe ich zwar nur eine kleine Rolle, aber allein schon, wenn ich den Saal sehe, dass er voll ist.“ Gitti soll gleich den Abend anmoderieren und das Publikum begrüßen: „Aber gute Schauspieler sagen immer, wenn du mal kein Lampenfieber mehr hast, dann bist du nicht mehr gut.‘ Das ist echt so: Wenn man entweder keine Lust mehr dazu hat oder einfach die Luft raus ist, weil man es einfach zu lang gemacht hat und betriebsblind wird.“

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Premiere für jedermann

Die Darstellerin, die im Hallberger Brettl zum Führungsteam zählt, schielt ums Eck und sieht den vollen Saal: „Wir haben für die Premiere fast 340 Karten verkauft.“ Das sei gut, denn nach wie vor herrsche ein Missverständnis, so Wimmer: „Unsere Premiere ist nicht für geladene Gäste. Die Premiere steht jedem offen. Früher hatten wir manchmal das Problem, dass viele glaubten, die Vorführung sei nur für die ‚Prominenz‘. Für uns gehört jeder zur Prominenz, der da ist, der dafür bezahlt hat. Jeder Gast ist gleichwertig.“

Das kreative Chaos auf dem Weg zum Top-Auftritt

Gitti Wimmer wirkt auch als Regisseurin. Sie erzählt von der Herausforderung, Charaktere richtig zu besetzen, damit die in ihrer Rolle aufgehen können. „Unsere Schauspieler machen das ja nebenbei, müssen ihren Text zum richtigen Zeitpunkt lernen. Das ist natürlich wahnsinnig anstrengend, weil man ja bei jedem schauen muss, wie er sich auf der Bühne verhält, was er zu tun hat oder wie er sich bewegen kann.“ Zwischendurch werfen plötzliche Geistesblitze ein gerade entstandenes Konzept über den Haufen. „Wenn du dann so auf die letzten 14 Tage vor einer Premiere zugehst und siehst, wie es gedeiht und wie es wächst, ist das wunderschön.“

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„Aber gute Schauspieler sagen immer, wenn du mal kein Lampenfieber mehr hast, dann bist du nicht mehr gut.“ Das ist echt so: Wenn man entweder keine Lust mehr dazu hat oder einfach die Luft raus ist, weil man es einfach zu lang gemacht hat und betriebsblind wird.“ Brigitte „Gitti“ Wimmer, Vorstandschaft, Darstellerin und Regisseurin Hallberger Brettl.

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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