Der 3. Bürgermeister Josef Fischer gratuliert im Namen der Gemeinde Pater Konrad Huber zum 80. Geburtstag
Ein Menschenfreund wird 80
Anfang Juni wird Pater Konrad Huber wieder einmal seinen Zylinder aufsetzen und die Kurbel der Drehorgel drehen, um den 254. Transport von Birkeneck nach Bosnien zu verabschieden. Wenn der große Sattelschlepper aus dem Hof fährt, ist er wie immer vollgepackt mit Hilfsgütern aller Art, wie z.B. Bekleidung, Haushaltsgegenständen, Bettwäsche und Möbel. Dabei sind aber auch Hilfsmittel für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, darunter Pflegebetten, Krücken, Rollstühle und Rollatoren, Masken, Desinfektionsmittel und Schutzanzüge.
Begonnen hatte die Bosnienhilfe vor 27 Jahren. 1995 wurden acht schwerverwundete bosnische Soldaten in Birkeneck aufgenommen. Sie blieben länger als geplant und es entstanden persönliche Bindungen, die auch noch anhielten, als der Krieg in Bosnien beendet war und die Soldaten wieder in die Heimat zurückkehrten. Pater Huber konnte nicht vergessen, was die Soldaten erzählt hatten und so fuhr er selber nach Tuzla, um sich ein Bild von den Zuständen zu machen. Dies war der Beginn einer außergewöhnlichen Hilfsaktion, die bis heute anhält und mit der Familien, Kliniken und Pflegeheime in Bosnien unterstützt werden.
Am 27. Mai konnte Pater Huber seinen 80. Geburtstag begehen, eine gute Gelegenheit, um einen Blick auf sein Leben zu werfen. „Das ist schnell erzählt“, sagt er. „Geboren bin ich z’Arding“ (= Erding), dort wuchs er mit drei Schwestern und drei Brüdern auf. Das Abitur legte er im Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg ab und studierte anschließend Theologie in Innsbruck. 1970 wurde er in Birkeneck zum Priester geweiht. Zweieinhalb Jahre war er in einem Kinderheim in Steyr/Österreich tätig, ehe er im Februar 1973 wieder nach Birkeneck kam. Hier arbeitete er in den folgenden 39 Jahren im Jugendwerk, zuerst als Heimerzieher, dann als Heimleiter, bis er 2012 in Rente ging. Er erinnert sich: „Im Gruppendienst hab ich mit den Schülern viel Sport getrieben.“ Unvergessen sind auch die Fußballspiele „Jugendliche gegen Hallbergmooser“. Es wurde viel gebastelt – „wir haben sogar Schachfiguren aus Zinn gegossen, damals wurde viel Schach gespielt“ – und gemalt, das tut er auch heute noch zuweilen, wenn er Zeit dazu hat. Seine Mitbrüder loben ihn: „Er ist sehr geschickt im Reparieren.“ Das kommt ihm besonders zugute, wenn er die Fahrräder instand setzt, die für die Bosnienhilfe bei ihm abgegeben werden.
Diese Rolle mag Pater Huber am liebsten: wenn er mit Zylinder und Drehorgel wieder mal einen Truck für die weite Reise nach Bosnien verabschiedet.
Gefeiert wurde der 80. Geburtstag im Kreis der nächsten Verwandten am darauffolgenden Wochenende. Glückwünsche und ein Präsent der Gemeinde überbrachte der 3. Bürgermeister Josef Fischer direkt am Geburtstag.
Auch der Mooskurier gratuliert Pater Huber sehr herzlich und wünscht weiterhin viel Energie für sein Lebensprojekt „Bosnienhilfe“, von dem er selbst sagt: „Ich kann mir keine schönere Hilfe vorstellen!“
Für Sie berichtete Maria Schultz.











