Bayerischer Bandltanz meets „Bride to be“ bei Bilderbuchwetter
Es sind nicht nur Radlfans, die am ersten Mai bereits frühmorgens ihre schweißtreibenden Runden drehen. Noch in ziviler Kleidung, Jeans und Sweater, und von der Bevölkerung beinahe unbemerkt, tänzeln einige Burschen und Madln um den Maibaum am Alten Wirt: Es handelt sich um die Generalprobe für den traditionellen Bandltanz – später soll jeder Schritt und Handgriff vor großem Publikum sitzen. Gar nicht so einfach sich darauf zu konzentrieren die Bänder obendrüber und untenrum zu führen und dabei den Rhythmus zu halten, wenn einigen noch die Hallberger Wiesn und die Maibaumwache in den Knochen oder vielmehr im Blut stecken. Schlappmachen ist dennoch keine Option, on top laufen die Vorbereitungen und der Aufbau für das Fest mit einem Open-Air-Food-Highway auf volle Touren, damit mittags alles passt.
Vom Uralt-Kult zum Fest-Garant: Der Tanz um den Maibaum
Und wie es passt! Bis zum letzten Stuhl und darüber hinaus! Das Traditionsfest der Burschen gilt als Garant für einen Top-Einstand in den Wonnemonat Mai und zieht jährlich die Massen. Schon kurz nach dem Start müssen Zuspätkommer lange suchen, um sich noch irgendwo hineinquetschen zu können. Zum Mittagessen mit Gegrilltem, Kas und Steckerlfisch und jede Menge gehaltvoller und hopfenbasierter Flüssignahrung im dann proppenvollen Biergarten, richten sich die Augen der Gäste auf das Holzplateau. Dort bekommt das Publikum den besonderen optischen Leckerbissen als gelungenes und viel bejubeltes Dessert aufgetischt. Wie „bei den Burschen schon beinahe üblich“, können die Tänzer, inzwischen fesch in Lederhosn und Dirndl, auch 2026 unter strahlend blauen Himmel langsam im Kreis um den Maibaum schreiten und den verzwickten Kampf mit den weißen und blauen Bändern aufnehmen. Eine punktgenaue und feine Choreografie macht aus schlaffen, herunterhängenden Bändern gelungene Rautenmuster und Knoten, die den Zusehern und Mitfiebernden gleich mehrfach Szenenapplaus entlocken.
Zeitlose Magie, unveränderter im Kern und globale Spuren
Die historischen Wurzeln des beeindruckenden Volkstanzes, der in vielen Regionen als unverzichtbarer Bestandteil einer Maifeier gilt, reichen bis tief in das mittelalterliche Süddeutschland zurück. Bereits im 13. Jahrhundert gilt der „Anbandl- und Verbandltanz“ als lebendiges Fruchtbarkeitsritual und zeugt von der wiedererwachten Lebensfreude nach den langen, tristen Wintermonaten. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelt sich der Tanz und seine Schrittfolgen weiter und findet schließlich auch Anhänger in ganz Europa, wie in Spanien ab dem 15. und 16. Jahrhundert und danach im 18. und 19. Jahrhundert in Italien, England, Frankreich und Südamerika. Doch trotz seiner grenzüberschreitenden Verbreitung und damit einhergehenden Veränderungen, bleibt sich der Tanz bis heute in seinem Kern unverändert und ist ein Highlight für die Feiernden.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.



























































