Inthronisation 2020 Manege frei – Thomas II. und Tanja I. regieren im Fasching

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Hallbergmoos-Inthronisation 2020

Bürgermeister Harald Reents übergibt den Schüssel fürs Rathaus an Thomas II. und Tanja I.

Inthronisation 2020
Manege frei – Thomas II. und Tanja I. regieren im Fasching

Wenn Zarathustras Pauken und Trompeten im Spiel sind, geht es um etwas Besonderes. Langsam öffnen sich zu den Fanfaren die Vorhänge auf der Showbühne im Gemeindesaal und geben den Blick frei in eine andere Welt. Sofort kann das Publikum im ausverkauften Saal die Zirkusluft förmlich schnuppern. Mit seinem „Dancing Circus“ gastiert und regiert die Narrhalla in den nächsten Wochen in Hallbergmoos: „Man merkt, der Fasching lebt bei uns. Das ist toll, genau wie das diesjährige Motto. Die Garden sind motiviert und engagiert und es ist immer wieder großartig, zuzuschauen“, zeigt sich Bürgermeister Harald Reents begeistert und bedauert augenzwinkernd: „Die Prinzenwürde war mir nie vergönnt, aber ich tanz‘ halt richtig gern.“ Nach einer herzlichen Begrüßung von Zirkusdirektorin und Narrhalla-Präsidentin Renate Hofbauer legt er schrittsicher los und wirbelt mit Schwester Andrea Jauker auf dem Parkett. Immerhin fließen in ihren Adern noch ein paar Resttröpfen blaues Blut, erzählt die Ex-Infantin: „Ich war selbst Faschingsprinzessin. Das ist hier sehr emotional für mich, da kommen alte Erinnerungen hoch. Der Prinz in diesem Jahr war ein Bursche in meiner Tanztruppe.“

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Kaum jemand, der nicht sehnsuchtsvoll in die Vergangenheit blickt und an die Ausflüge mit Eltern und Großeltern in die bunte Welt der Artisten, Künstler und Tiere denkt: „Unser Thema im letzten Jahr „We love the 90ies“ fanden viele klasse, es erinnerte sie an ihre Kindheit und da wollten wir bleiben“, verkündet Michelle Lederer zum Auftakt der feierlichen Amtseinführung des Prinzenpaares sichtlich aufgeregt. Wo genau bleiben, ist zunächst nicht jedem klar. Sekundenlang lähmt das Lampenfieber bei der Moderations-Premiere die Konzentration der bildhübschen „Lady in red“. Das Volk rätselt. Bevor aber die royale Angestellte fieberhaft nach einem Loch im Boden sucht, in das sie sinken möchte, pfeift sie auf Etikette und tritt mit einem herzhaften Lacher die Flucht nach vorne an. „Ich bin total aufgeregt“, gibt sie freimütig und charmant zu, als ihr der vorbereitete Text des „strengen Protokolls“ mit Hilfe von Hofmarschall Philipp Schön wieder einfällt: „Wir wollten die leuchtende Kinderaugen zurückholen für uns alle und was könnte da besser passen als ein Besuch im Zirkus“, endet Michelle schließlich unter anfeuerndem Applaus des entzückten und herausgeputzten Publikums.

„Wir wollten die leuchtende Kinderaugen zurückholen
für uns alle – und was könnte da besser passen
als ein Besuch im Zirkus?“

Michelle Lederer

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Mehr ist mehr!
Denn für den „Zirkusbesuch mit königlichen Zeremoniell“ darf es am Hof ruhig ein wenig mehr sein – von allem. Vor allem beim Augen-Makeup der Damen. Üppige Länge im Haupthaar ist schön – im Wimperkranz besser, lautet das „Perfect-Look“-Credo des Abends. Nicht selten erinnert der Augenaufschlag an das besinnliche Flügelschwingen eines gewaltigen Greifvogels. Dazu ist die Aufmachung edel, raffiniert und meist maxi, gerne in den Farbnuancen schwarz, nachtblau, flaschengrün oder burgunderrot. Dank der unermüdlichen Fortentwicklungen der Haarpflegeprodukt-Industrie halten die sorgfältig drapierten Frisuren jedem ausgefallenen Rock´n´Roll und Disco-Fox stand. Hohe Pumps, Stilettos oder Peeptoes sorgen für den Sexappeal in der Tanzmanege und garantieren schmerzende Füße am nächsten Morgen. Derweil setzen die Begleiter auf Chic in schmaler Silhouette vorzugsweise in nachtblau. Hier und da zeichnet sich zwischen kecker Fliege und Hosenbund ein minimales After-Christmas-Wohlstandsbäuchlein an den eng anliegenden Hemden ab. Doch die dürften zu den heißen Rhythmen der Hofkapelle „Rockoons“ mit jedem flotten Beat schnell dahinschmelzen. Michaela Reitmeyer und Barbara Techentin bilden seit Jahren das fröhliche Empfangskomitee am Eingang. Beide freuen sich gleichermaßen über den hübschen Anblick ringsherum: „Toll, wie sich hier alle in Schale schmeißen, vor allem die Jungen haben richtig Lust, sich schön anzuziehen“, betont Barbara Techentin, und Michaela Reitmeyer erzählt: „Zu meiner Jugend war das ja eher verpönt, da durfte man kein Dirndl oder allzu Schickes tragen, da ist man in Jeans gegangen.“


Echtes Leben schreibt perfektes Drehbuch
Wo ein Prinzenpaar abdankt und eines den Thron besteigt, schaut auch gerne die blaublütige Verwandtschaft vorbei. Eine Stippvisite der Narrhalla Heidechia Eching führen Claudia III. und Christian I. mit Hofsprecher Stefan Feichtner nach Hallbergmoos: „Die Narrhalla war bei uns vergangene Woche, da kommen wir gerne, um unsere Aufwartung zu machen und Hallo zu sagen. Leider können wir nicht den ganzen Abend bleiben, weil wir selbst noch einen Auftritt haben.“ So eilen das Paar und deren glitzernde Entourage zum nächsten Antrittsbesuch, noch bevor das Prinzenpaar das Gaudi-Zepter übernimmt. Als letzten offiziellen Akt entlässt der ebenfalls scheidende und allseits beliebte Ex-Hofmarschall Flo unter großen Huldigungsbekundungen das Prinzenpaar 2019 in die Reihen des gemeinen Fußvolks, bevor er Thomas II. und Tanja I. den heiligen Eid wider des tierischen Ernsts abnimmt. Zwar nicht hoch zu weißem Pferd, dafür mit viel Herz entlockt das öffentliche Bekenntnis des Prinzen nicht nur Romantikern im Saal einen ergriffenen Seufzer: „Ich habe meine liebliche Prinzessin vor einigen Jahren im Fasching kennengelernt und mich irgendwann verliebt“, spricht er ins Mikrofon und hält dabei die Hand seiner Tanja. „Deshalb ist es für uns zwei auch eine ganz besondere Ehre, dass wir das dieses Jahr zusammen machen dürfen.“ Das sieht Tanja genauso und verkündet: „Wir haben uns Zeit gelassen, deshalb ist es jetzt umso schöner.“ Wie schön es zwischen den beiden ist, zeigt Thomas II. beim ersten Tanz – er trägt seine liebliche Tanja I. auf Händen.
Bei ihrer Mitternachtsshow begeisterten Prinzenpaar und Garde der Narrhalla Hallbergmoos das Publikum und stellten damit unter Beweis, dass sich das monatelange Training ausgezahlt hat.

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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