Perfekt organisiert: Der Umzug der Freiwilligen Feuerwehr Goldach lief reibungslos innerhalb weniger Stunden ab.
Punktlandung: Umzug ins neue Heim
Extrem ernst, aber stolz scheinen die Vorväter der Freiwilligen Feuerwehr Goldach sehr genau zu verfolgen, was ihre Nachfolger mehr als hundert Jahre später machen. Das lebensgroße Mannschaftsbild längst vergangener Tage hat seinen Platz bereits gefunden und ziert mit weiteren Zeugen der Vergangenheit, wie alten Helmen in einer Vitrine, den breiten Flur im Sozialbereich des nagelneuen Gebäudes. Überall wuselt es im Haus: Mitglieder schleppen Umzugskartons, packen Gegenstände aus, suchen Anschlüsse für elektronische Geräte oder hauchen bei einem Getränk und mit Spielzeug Feuerwehrautos dem neuen Stüberl Leben ein, während die Jugend ihren Gemeinschaftsraum mit Videospielen oder am Kicker einweiht. Mittendrin steht Kommandant Stephan Zobel, verfolgt das Geschehen, dirigiert, organisiert und packt an, wo Bedarf ist: „Ich war jetzt sieben Monate lang quasi 24/7 damit beschäftigt, damit alles reibungslos läuft.“
Top-Organisation sichert Einsatzbereitschaft
Die Großaktion minutiös zu planen, entspricht einer logistischen Meisterleistung. In der Kommandozentrale laufen blitzschnell alle Monitore, die Einsatzkleidung hängt bereit für den Ernstfall: „Bereits Wochen zuvor haben wir nicht benötigte Utensilien in Kartons verpackt. Bis vor zwei Stunden waren wir noch im alten Feuerwehrhaus in Betrieb und jetzt hier. Gestern um 15 Uhr haben wir begonnen und heute um 15:30 Uhr sind wir hier einsatzklar.“ Keine Spur vom sonst üblichen Chaos, das bei Umzügen gerne die Oberhand gewinnt. Vielmehr ist die Atmosphäre bemerkenswert ruhig und entspannt, die Helfer arbeiten Hand in Hand. Nebenbei – und das ist besonders erwähnenswert – bleibt die Wehr zu jedem Zeitpunkt einsatzbereit: „Wir hätten Kisten stehengelassen, wenn es irgendwo gebrannt hätte und nötig gewesen wäre“, erklärt Zobel.
Budget im Griff
Im wahrsten Sinne des Spruches „schnell wie die Feuerwehr“ dauert das gesamte Vorhaben gerade einmal zwei Jahre und fünf Monate – wohlbemerkt von der Bauantragstellung bis zur Fertigstellung. Und schon jetzt könne Zobel bestätigen: „Es sieht sehr danach aus, dass wir die veranschlagten Kosten von 10,8 Millionen Euro einhalten werden.“ Die Architektur des Gebäudes folgt dem Bedarf einer modernen Wehr und unterteilt den Komplex in einen Sozial- und in einen Techniktrakt mit möglichst kurzen Laufwegen. Auch die Innenausstattung ist bis ins kleinste Detail durchdacht, wie beispielsweise die Fenstergriffe, erläutert Zobel: „Wir haben sie nicht oben in die Mitte positioniert, sondern dort, wo Werkbänke am Fenster stehen, um bis zu 15 Zentimeter nach unten gesetzt. So kann jeder leicht über die Werkbank greifen.“ Genauso verfüge der Neubau über Bewegungs- oder Präsenzmelder: „So muss man nichts ausschalten. Das sind Dinge, die wir im alten Haus nicht hatten. Generell haben wir aber versucht, so wenig Technik reinzubauen wie möglich, im Grunde ist es ein ganz normales Ziegelgebäude.“
XXL-Halle mit Zukunftsgarantie
Ebenfalls gut geplant und zweckmäßig sei die 600 Quadratmeter große und sehr hohe Fahrzeughalle: „Sie ist so gebaut, dass sie modular zweimal ohne erhebliche Eingriffe erweiterbar ist. Die Fahrzeugstellplätze sind etwas breiter und etwas länger.“ Das garantiere den Einsatzkräften deutlich mehr Platz hinter einem Fahrzeug, um sich bei ausgeklappter Ladebordwand schnell, gefahrlos und unfallfrei bewegen zu können: „Die Laufwege sind so nicht mehr eingeengt. Eine enorme Verbesserung für unseren Alltag.“ Insgesamt bieten die Technikbereiche und Werkstätten genügend Reserveflächen für die Zukunft: „Wenn die Feuerwehr wächst, wird der Bedarf größer hinsichtlich der Stellplätze, womöglich auch der Umkleiden, Sozialräume, Toiletten und so weiter. An all diese Dinge haben wir gedacht.“
Großer Wurf mit kleinen Restarbeiten
Trotz des Einzugs sei noch nicht alles im hochmodernen Gebäudekomplex fertig, ist sich Zobel bewusst und gönnt sich ein Pausengetränk im neuen Stüberl: „In den nächsten Wochen muss sicherlich der Elektriker hier und dort nochmal ran. Mei, so ist das ja immer. In den nächsten zwei, drei Wochen geht es halt ans „Feintuning“, wenn man so will.“
Für Sie berichtete Mooskurier.







































