Das Archiv als Gedächtnis der Gemeinde

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Dokumente und Unterlagen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu archivieren – eine große Aufgabe für Gemeindearchivarin Martina Paringer

Eine große Aufgabe für Archivarin Martina Paringer

Mit großer Fachkenntnis, aber auch mit viel Herzblut übernahm vor zwei Jahren die Historikerin Martina Paringer die Aufgabe, Unterlagen aus Geschichte und Gegenwart der beiden Gemeinden Hallbergmoos und Neufahrn zu sichten und zu archivieren.

MK: Frau Paringer, was ist eigentlich die Aufgabe einer Gemeindearchivarin?
Erstmal wird die gesamte Verwaltung dokumentiert. Das Archiv ist das Gedächtnis der Gemeinde, hier werden amtliche Unterlagen der Rathausverwaltung aufbewahrt, u.a. Geburts-, Heirats- und Sterbebücher, Gemeinderatsprotokolle, Meldewesen Finanzverwaltung, Wahl- und Bauunterlagen.

Das klingt ja ziemlich trocken?
Das stimmt. Die amtliche Überlieferung von Unterlagen, die von rechtlicher, politischer oder geschichtlicher Bedeutung für die Gemeinde sind, hat auch sehr viel mit Regeln und Gesetzen zu tun, über die man als Archivarin Bescheid wissen muss. Die Unterlagen müssen sachgerecht aufbewahrt werden, denn ein Archiv muss Jahrhunderte Bestand haben. Was ich jetzt aufbaue, soll auch in 100 Jahren noch abbilden, was 2020 geschehen ist.

Welche beruflichen Voraussetzungen haben Sie für diese Aufgabe?
Ich bin Historikerin und habe 20 Jahre Erfahrung in verschiedenen Archiven. Außerdem bin ich gut vernetzt mit anderen Gemeindearchivaren.

Außer behördlichen Vorgängen gibt es aber sicher auch noch anderes, das in einem Gemeindearchiv aufbewahrt wird.
Natürlich! Das Gemeindearchiv sichert auch das historische Erbe der Kommune mit allen zugehörigen Ortschaften und trägt verschiedenste Überlieferungen dafür zusammen. Hier werden die unverwechselbare Lebenswelt, die gesellschaftlichen Strukturen und Traditionen im Großen wie im Kleinen und in der gesamten Vielfalt dokumentiert. Entwicklungen und Ereignisse sollen und dürfen nicht in Vergessenheit geraten.

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Können sich beim Sammeln auch Bürgerinnen und Bürger beteiligen?
Das wünsche ich mir sehr. Wenn z.B. jemand interessante Dokumente wie Urkunden, alte Postkarten, Zeugnisse, Flugblätter o.ä. oder Fotos auf dem Speicher findet, dann bin ich immer interessiert. Es werden allerdings nur Dokumente gesammelt, keine Gegenstände.


Was sind die interessantesten Fundstücke, die Sie bisher entdeckt haben?
In Hallbergmoos war das ein Original-Wahlzettel für eine Volksabstimmung in den 1930er Jahren, in Neufahrn Unterlagen aus den 1860er-Jahren über den Bau der Isarbrücke in Mintraching.


Wollen Sie die Ergebnisse Ihrer Arbeit auch an die Öffentlichkeit bringen?
Derzeit bin ich zwar noch mit Grundlagenarbeit beschäftigt, d.h. ich muss die vielen Unterlagen sichten und erfassen. Aber allmählich nehmen die Archive Gestalt an. Die Vorstellung von Fundstücken in der Presse oder auch eine kleine thematische Ausstellung sind denkbar.

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Dürfen Bürgerinnen und Bürger auch mit eigenen Fragen und Anliegen zu Ihnen kommen?
Selbstverständlich! Das Gemeindearchiv ist eine öffentliche Einrichtung und politisch unabhängig. Jeder kann kommen. Ich bin offen für alle Fragen, sei es, dass z.B. ein Verein Näheres über seine Gründung wissen möchte oder jemand alte Baupläne oder Infos für ein Schulprojekt oder eine Facharbeit oder Details zur eigenen Familiengeschichte sucht. Ich bin offen für alle Fragen. Meine Dienstzeiten und Telefonnummer findet man auf der Homepage von Hallbergmoos bzw. Neufahrn.


Wie sehen Sie ganz grundsätzlich Ihre Tätigkeit als Gemeindearchivarin?
Jede Gemeinde, sei sie auch noch so klein, hat ihre ganz eigene Geschichte, die es wert ist, bewahrt zu werden. Erst wenn wir etwas über die Vergangenheit wissen, können wir ein Heimatgefühl entwickeln. Dies gilt auch für die kommenden Generationen. Bürgerinnen und Bürger helfen beim Erinnern.

Das Gespräch mit Martina Paringer führte Maria Schultz.

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