Aus der Bürgerversammlung am 18. August

Kategorie: Veranstaltungen

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Bürgermeister Josef Niedermair informiert über Daten und Fakten, Herausforderungen und Pläne der Gemeinde.

Die Frage „Warum die Bürgerversammlung ausgerechnet jetzt im August?“ beantwortete Josef Niedermair gleich zu Beginn: „Es ist meine erste Bürgerversammlung als 1. Bürgermeister“ so Niedermair. „Zum normalen Termin im April war ich noch ganz neu im Amt, und hätten wir sie im Herbst gehalten, wäre der Abstand zur nächsten regulären Bürgerversammlung zu kurz gewesen.“ Der Gemeindesaal hätte zwar noch etwas mehr Gäste vertragen können, aber da die Bürgerversammlung im Livestream übertragen wurde, konnte man davon ausgehen, dass zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zuhause am PC daran teilgenommen haben.

Ehe er jedoch mit den Themen der diesjährigen Bürgerversammlung begann, bat Niedermair die Anwesenden um eine Gedenkminute für den verstorbenen Bürgermeister Harald Reents sowie den langjährigen 2. Bürgermeister und Gemeinderat Herbert Kollmannsberger.

Am 26. April hatte Josef Niedermair seinen ersten Arbeitstag als 1. Bürgermeister der Gemeinde Hallbergmoos. In seinem Rückblick auf die Arbeit von Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung zog er eine erste Bilanz. Sein ganz persönliches Fazit am 3. August, seinem 100. Dienst-Tag: „Es macht immer noch Spaß!“

Seit dem 21. Januar 2021 wurden in 14 Sitzungen des Gemeinderats insgesamt 149 TOPs behandelt. 106 Beschlüsse wurden gefasst, davon erfreulicherweise 85 einstimmig. Die Gemeinde ist in eine Reihe von Netzwerken integriert, darunter dem Interkommunalen Zusammenschluss, der sog. NordAllianz, ist Mitglied der Werbegemeinschaft Hallbergmoos in Aktion e.V., im Wirtschaftsbeirat Hallbergmoos und der Europäischen Metropolregion München e.V., es besteht die standortbezogene Zusammenarbeit mit der FMG und die Kooperation mit der Ansiedlungsagentur des Freistaates Bayern „Invest in Bavaria“.

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Eine des jüngsten Kommunen Bayerns

145 Beschäftigte in den verschiedensten Bereichen sorgen dafür, dass Abläufe und Organisation in Verwaltung und Außenbereichen gut laufen und bürgernah sind und bleiben.
Hallbergmoos hatte am 31. Dezember 2020 insgesamt 11.754 Einwohner, davon 11.219 mit Erstwohnsitz im Ort. Aufgrund der Altersverteilung zählt Hallbergmoos mit einem Durchschnittsalter von 38,9 Jahren zu den jüngsten Kommunen in Bayern. Und nicht nur das, Hallbergmoos ist „bunt“, dafür sorgen Bürgerinnen und Bürger aus 95 Nationen.

Die Gemeinde ist nicht nur jung, sondern sorgt auch für junge Familien. Insgesamt gibt es rund 1000 Plätze in Krippen, Kindertagespflege, Kindergärten und Hort. Dass diese nicht alle belegt werden können, liegt vor allem am Fachkräftemangel. Um dem entgegenzuwirken, sorgt die Gemeinde mit freiwilligen Leistungen dafür, das Leben und Arbeiten im Ort annehmbar zu machen. 1084 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die Grund- und Mittelschule. Sowohl im Kindergarten- als auch im Schulbereich bietet die Gemeinde Unterstützung sowohl im Bereich Betreuung bzw. mit Zusatzangeboten als auch in Form von finanziellen Erleichterungen. Dazu gehört auch, dass demnächst in der Grundschule Lüftungsanlagen installiert werden, obwohl dafür noch keine gesetzlichen Vorgaben bestehen.

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Wirtschaft & Finanzen

Große Bedeutung hat Hallbergmoos bereits als Wirtschaftsstandort gewonnen. Der MABP („Munich Airport Business Park“) ist, so Niedermair, „unsere Lebensversicherung“. Dort gibt es aktuell insgesamt 10 Büroobjekte mit derzeit 260 Unternehmen. Als neue Branche sind darunter Firmen aus der Biotechnologie/Life Science.

Das Projekt „Surftown“ wurde im Mai 2021 beschlossen und wird als Kombination von Freizeit, Arbeit, Handel und Aufenthaltsqualität eine zukünftige Attraktion für Hallbergmoos darstellen. Geplanter Start der Surfwelle ist im Mai 2023.

Ein wichtiger Informationspunkt des Bürgermeisters war das Thema „Finanzen“. Wie bei allen Gemeinden im Flughafenumfeld ist durch die Pandemie auch in Hallbergmoos der Ertrag aus der Gewerbesteuer zurückgegangen. Um die Defizite ausgleichen zu können, müssen andere – nicht flughafenabhängige – Standbeine gefunden werden. Derzeit besitzt die Kommune zwar eine Reserve von rund 70 Millionen Euro, diese beinhaltet jedoch auch Rücklagen für die hohe Kreisumlage, die die Gemeinde zu zahlen hat. Verschiedene größere Investitionsmaßnahmen waren zu finanzieren, u.a. wurden für den Grunderwerb für den Neubau Grundschule rund 14 Millionen Euro ausgegeben, die Grundschulerweiterung hat die Gemeindekasse bereits mit 2,6 Millionen belastet, die Erweiterung der Kläranlage mit 3,5 Millionen Euro.

Andere Maßnahmen wie Um- und Ausbau des Rathauses und der Neubau des Mehrgenerationenhauses am Tassiloweg wurden gestoppt. Der Machbarkeitsstudie zum Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Goldach wurde im Januar 2021 zugestimmt. Die Kosten werden sich auf knapp 7 Millionen Euro belaufen, für den Baubeginn gibt es allerdings noch keinen Termin. Gleiches gilt für den Umbau/Anbau des bestehenden Feuerwehrhauses in Hallbergmoos.

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Anliegen der Bürger*innen

Nach einer kurzen Pause waren dann die Bürgerinnen und Bürger mit Anträgen und Fragen an der Reihe. Karl-Heinz Zenker hatte zwei Anträge vorbereitet. Das Thema „Gleichberechtigter Zugang zum S-Bahnhof für Menschen mit Behinderung“ ist in der Gemeinde wohlbekannt, Bürgermeister Niedermair konnte jedoch keine Hoffnung auf eine schnelle Lösung machen. Trotz vieler Gespräche und Gutachten war die Bahn bis jetzt nicht zu einem Entgegenkommen bereit. Dem Antrag, dranzubleiben und weiterhin das Gespräch mit der Bahn zu suchen, stimmten die Anwesenden zu. Abgelehnt wurde jedoch sein zweiter Antrag, auf den Gehsteigen im Ort in Zukunft größere Platten zu verlegen.

Die Anfragen sowohl im Saal als auch online bezogen sich hauptsächlich auf verschiedene Verkehrsprobleme wie z.B. Sanierung der Ludwigstraße, gefährliche Ausfahrten neben Bushäuschen, mobile/feste Blitzer und Aufstellung einer Geschwindigkeitsmessanlage. Da die Fragen teilweise sehr umfangreich waren, bat der Bürgermeister um Geduld und versprach eine zeitnahe schriftliche Beantwortung.

Zum Abschluss verwies Josef Niedermair auf die Bürgerfragestunde am Ende der öffentlichen Sitzungen von Gemeinderat, Bau- und Planungsausschuss. Ein Gesprächstermin direkt beim 1. Bürgermeister ist allerdings nur nach vorheriger Anmeldung möglich.

Nach rund drei Stunden ging die sehr informative und detailreiche Bürgerversammlung zu Ende. Da die Gäste im Gemeindesaal eine ausführliche Informationsbroschüre auf ihrem Stuhl vorfanden, besteht für sie die Möglichkeit, alle Daten und Fakten der Gemeinde zuhause nachzulesen.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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