Münchner Gitarrentrio begeistert mit „Spain“ das Hallbergmooser Publikum

Kategorie: Kultur

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Das Münchner Gitarrentrio, bestehend aus Mikhail Antropov, Alexander Leidolph und Thomas Etschmann, begeistert mit dem Programm „Spain“ das Publikum in Hallbergmoos

Tango, Rumba und Flamenco

Kann man in diesen schweren Zeiten überhaupt ein Konzert veranstalten? Diese Frage stellte Vladimir Genin, Organisator der Konzertreihe „erstKlassiK“, als er am 19. März das Publikum im Hallbergmooser Gemeindesaal begrüßte. „Ja“, antwortete er auf seine eigene Frage und erinnerte daran, dass in den ukrainischen Kriegsgebieten Musiker ihre Violine, ihre Trompete auspacken, um für die Menschen in den Luftschutzkellern zu spielen. In bewegten Worten schilderte er die verzweifelte Sprachlosigkeit der ukrainischen Geflüchteten, die bei ihm derzeit eine Unterkunft gefunden haben. Und er erinnerte – stellvertretend für viele andere – an den Geiger Valeriy Sokolov, der bereits mehrfach in Hallbergmoos aufgetreten war und der inzwischen in seine Heimat Ukraine zurückgekehrt ist.

„Wussten Sie, dass jedem Menschen in Spanien bei der Geburt eine winzig kleine Gitarre ins Herz eingepflanzt wird?“, fragte Mikhail Antropov, einer der Interpreten des Abends. Nicht nur in Spanien, sondern bestimmt auch den Kindern in Südamerika, denn in diesen Teilen der Welt ist die Gitarre besonders populär. Ganz sicher ist es auch der Fall bei Alexander Leidolph, Thomas Etschmann und Mikhail Antropov, die als „Münchner Gitarrentrio“ an diesem Konzertabend das Publikum begeisterten.

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Komponisten aus Spanien und Südamerika trafen auf Musik aus Frankreich und den USA. Kam einem das eine oder andere der gespielten Stücke bekannt vor, war das nicht überraschend, handelte es sich doch um oft gespielte Melodien, die zwar ursprünglich für andere Instrumente geschrieben, aber von Alexander Leidolph und Thomas Etschmann für Gitarren arrangiert wurden. Nicht nur die Melodien aus der Carmen Suite von Georges Bizet konnte man mitsummen, auch das Stück klang vertraut, das dem Konzert den Namen gab: „Spain“, komponiert von dem amerikanischen Jazz-Pianisten Chick Corea.

Mit dem dringenden Appell, den Krieg zu beenden, kündigte Mikhail Antropov ein Werk von Astor Piazolla an, das nicht im Programm stand: „Oblivion“ (= Vergessen). Dieses Stück sollte jedoch zum Gegenteil aufrufen, nämlich die Nöte der Menschen in der Ukraine nicht zu vergessen. Geld zu spenden ist eine der Möglichkeiten um zu helfen, deshalb kommen sämtliche Einnahmen, auch der Erlös aus dem CD-Verkauf, Geflüchteten aus der Ukraine zugute.

„Musik verbindet!“

Alexander Leidolph

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Die drei Künstler Thomas Etschmann, Alexander Leidolph und Mikhail Antropov, die sich 2008 zum Münchner Gitarrentrio zusammenfanden, sind wahrhaft Profis auf ihrem Instrument. Die Leichtigkeit, mit der sie spielen, hört man nicht nur, sondern man sieht sie ihnen auch an. Konzentration und Aufmerksamkeit, ein Lächeln, immer wieder Augenkontakt, ein kurzes Zunicken – man spürt, dass sie nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich harmonieren.

Das Publikum wollte die drei nicht ohne Zugabe gehen lassen. Sie waren vorbereitet und spielten den Mittelsatz aus der Sonate für drei Gitarren, komponiert von Thomas Etschmann. Eine zweite Zugabe wurde erklatscht, dieses Mal erklang die Sicilienne aus der Sonate c-Moll für Violine und Cembalo von Johann Sebastian Bach. Beifall und Bravo-Rufe nahmen auch dann noch kein Ende und so hörte man zum Schluss noch einmal die „Rumba improvisada“ von Paco de Lucia.

Ob jemand nach diesem beeindruckenden Konzert ebenfalls eine winzige Gitarre in seinem Herzen entdeckte? Vielleicht! Bleiben wird aber ganz bestimmt die Erinnerung an einen außergewöhnlichen Konzertabend.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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