Kollegium und geladene Gäste verabschieden Rektor Rudolf Weichs mit einer ebenso humorvollen wie persönlichen Bühnenshow
Unter dem augenzwinkernden Motto „A bissl Abschiedsschmerz wird’s scho geb’n“ wurde Rudolf Weichs am 30. Juli in der Mittelschule Hallbergmoos in den Ruhestand verabschiedet. Das Kollegium sowie geladene Gäste waren zusammengekommen, um auf sein langjähriges Wirken zurückzublicken. Statt einer klassischen Feierstunde erwartete die Anwesenden ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm. Die „Rudistetter-Show“ wechselte mehrfach ihr Format und stellte damit die vielen Seiten des scheidenden Schulleiters in den Mittelpunkt. Durch den Abend führten Konrektorin Monika Schmeller und Karl Landgraf, musikalisch begleitet von DJ Andi Schober. Nach einem humorvollen Blick auf aktuelle „Baustellen“ der beiden Schulen wurde Weichs unter großem Applaus auf der Bühne begrüßt. Ein eigens gestalteter Film zeichnete seinen Weg vom musikbegeisterten Jungen aus der Oberpfalz bis zum erfahrenen Schulleiter nach. Neben allem Humor blieb genügend Raum für die Würdigung seiner beruflichen Leistung. Schulamtsdirektor Thomas Dittmeyer erinnerte an Weichs’ vielfältige Laufbahn als Lehrer, Konrektor, Rektor, Personalrat und Mitarbeiter des Schulamtes. Seit 2014 leitete er die Grund- und Mittelschule Hallbergmoos. In diesen zwölf Jahren prägten unter anderem die Einführung der Mittleren Reife, die Weiterentwicklung der bereits vor seiner Amtszeit eingeführten Vorbereitungsklassen 10V1 und 10V2, Vorbereitungsklassen, die Digitalisierung, bauliche Veränderungen und die Herausforderungen der Coronazeit seine Arbeit. Besonders hervorgehoben wurden seine menschliche, ruhige und lösungsorientierte Art sowie sein Vertrauen in die Eigenverantwortung des Kollegiums.
Auch Bürgermeister Benjamin Henn würdigte Weichs als besonnenen und verlässlichen Partner der Gemeinde. Personalratsvorsitzende Kerstin Rehm erinnerte an die langjährige Zusammenarbeit im Personalrat und im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband. Weichs habe unterschiedliche Standpunkte zusammenführen können, sei stets ansprechbar gewesen und habe bei seinen Kolleginnen und Kollegen vor allem deren individuelle Stärken gesehen. Dass sich hinter dem ruhigen Schulleiter zugleich ein ehrgeiziger Sportler, Musiker, Tänzer und humorvoller Mitspieler verbirgt, zeigten die weiteren Programmpunkte. Beim Quiz „Wer kennt Rudi Weichs?“ stellte das Publikum sein Wissen unter Beweis. In einer Ausgabe von „Let’s Dance“ trat Weichs gemeinsam mit seiner Frau Sigrid auf, bevor er sich bei „Schlag den Rudi“ unter anderem mit Tennisschläger, Geräuscherätseln und Luftballons verschiedenen Herausforderungen stellte.
Obwohl die Feier ohne Schüler:innen stattfand, durften deren Stimmen nicht fehlen. In einem Video erklärten Grundschulkinder auf ihre ganz eigene Weise, was ein Rektor eigentlich macht und wie Rudolf Weichs seinen Ruhestand verbringen könnte. Die Vorschläge reichten vom Ausschlafen über Reisen und Treffen mit Freunden bis hin zu viel Zeit mit der Familie. Zahlreiche Geschenke erinnerten an seine Interessen und seine Verbundenheit mit der Schule. Das Kollegium überreichte unter anderem einen Rundflug über seine schulischen Wirkungsstätten und einen Grillkurs. Seiner Frau wurde Rudolf Weichs symbolisch „zurückgeschenkt“ – verbunden mit dem Wunsch nach vielen glücklichen, gesunden und gemeinsamen Jahren. Für einen besonders stimmungsvollen Abschluss sorgte der Lehrerchor mit dem Abschiedslied „Ohne dich“. Weichs zeigte sich von den vielen Ideen und der aufwendigen Vorbereitung sichtlich überwältigt. Die Eindrücke seien so gewaltig, erklärte er, dass er wohl die ersten Nächte seines Ruhestands benötigen werde, um alles zu verarbeiten. In seinem persönlichen Rückblick dankte er seinen frühen Wegbegleitern, darunter seiner damaligen Betreuungslehrerin Angelika Bleiel, heute Angelika Lettl, sowie dem damaligen Schulleiter Josef Schwentner. Beide hätten wichtige Grundlagen für seinen weiteren Weg als Lehrer und später als Schulleiter gelegt, wie auch seinem Schulleitungsteam mit Monika Schmeller und Karl Landgraf, seiner Frau Sigrid sowie allen Menschen, die ihn während seines Berufslebens begleitet hatten. Am Ende fasste Weichs seine nahezu vier Jahrzehnte im Schuldienst mit wenigen Worten zusammen: Es sei ein Lehrer- und Schulleben gewesen, wie man es sich nur wünschen könne. Und trotz aller Herausforderungen stand für ihn fest: Er würde es wieder tun.
Zum Auftakt des Interviews stießen Konrektorin Monika Schmeller, Schulleiter Rudolf Weichs und Bürgermeister Benjamin Henn gemeinsam auf den besonderen Abend an.
Mit viel Gefühl und sichtbarer Verbundenheit tanzten Rudolf Weichs und seine Frau Sigrid gemeinsam bei „Let’s Dance“ – ein herzerwärmender Moment des Abschiedsabends.
Mit viel Humor bewertete die „Let’s Dance“-Jury den Auftritt: Martina Hill als Jorge González und Sepp Fritsch als Motsi Mabuse sorgten für Lacher.
Mit Sondersendung von „Radio Schallberg“ verabschiedeten 430 Grundschulkinder, das Kollegium und zahlreiche Gäste Schulleiter Rudolf Weichs
Für die Verabschiedung ihres langjährigen Schulleiters Rudolf Weichs hatten sich die Schüler:innen sowie das Kollegium etwas Besonderes einfallen lassen: Die gesamte Feier wurde als Sondersendung von „Radio Schallberg“ gestaltet. In der voll besetzten Aula führten Konrektorin Monika Schmeller, unterstützt von den jungen Moderatoren Anton und Isabella durch ein abwechslungsreiches Programm, das Humor und viele persönliche Momente miteinander verband. Bereits beim Einzug des Schulleiters wurde deutlich, welchen Stellenwert Rudolf Weichs besitzt. Als er die Bühne betrat, wurde er mit tosendem Applaus empfangen. Neben den Kindern und dem Kollegium waren auch Vertreter des Elternbeirats und des Fördervereins sowie weitere Gäste aus dem schulischen Umfeld anwesend.
Die Sondersendung begann zunächst mit dem „Interview des Tages“. Anton und Isabella stellten dem scheidenden Schulleiter Fragen zu seiner langen beruflichen Laufbahn, zu seinen Erlebnissen an der Schule und zu seinen Plänen für den Ruhestand. Weichs blickte dabei auf rund 40 Jahre im Schuldienst zurück. Seit dem Schuljahr 2014/2015 hatte er die Schule geleitet und in dieser Zeit zahlreiche Kinder auf ihren ersten wichtigen Jahren des Bildungsweges begleitet. Auf die Frage nach den schönsten Momenten seiner Zeit wollte er sich nicht auf ein einziges Erlebnis festlegen. Vielmehr habe es in jedem seiner Jahre an der Schule besondere Augenblicke gegeben. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu, dass natürlich auch die beginnenden Sommerferien stets zu den schönen Momenten eines Schuljahres gehört hätten – schließlich freuten sich nicht nur die Kinder, sondern ebenso die Erwachsenen auf die freie Zeit. Auch über die weniger einfachen Seiten seines Amtes wurde gesprochen. Schimpfen, so Weichs, sei ihm nie leichtgefallen. Viel lieber habe er gemeinsam mit den Kindern gelacht oder sie gelobt. Gut habe er sich deshalb an mach Kinder erinnern können, die einmal zu einem Gespräch in sein Büro kommen mussten – auch wenn dies glücklicherweise nicht allzu häufig notwendig gewesen sei. Für viel Heiterkeit sorgte eine Anekdote aus dem Schulalltag. Ein Mädchen war einmal so unglücklich in einen Stuhl gerutscht, dass es sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. Nachdem verschiedene Rettungsversuche erfolglos geblieben waren, holte Weichs schließlich Werkzeug und zerlegte den Stuhl kurzerhand. Für das betroffene Kind sei die Situation zunächst sicherlich weniger lustig gewesen, für ihn sei sie jedoch zu einer unvergesslichen Erinnerung geworden. Bei einer schnellen Entwederoder- Fragerunde zeigte sich der Schulleiter gewohnt humorvoll und schlagfertig. Ferien oder Schultag? Für Rudolf Weichs war die Antwort selbstverständlich klar: Ferien. Auch bei der Frage nach seinen früheren Berufswünschen sorgte er für Schmunzeln. Denn eigentlich hätte er sich offenbar ein Leben als Tennisstar vorstellen können – am liebsten in Paris. Doch mehr Superstar, als Weichs an diesem Tag in der Aula war, hätte er wohl auch auf dem Centre Court von Paris kaum sein können. Der lang anhaltende Applaus, die Begeisterung der Kinder und die vielen persönlichen Beiträge machten deutlich, dass hier nicht nur ein Schulleiter verabschiedet wurde. Gefeiert wurde ein Mensch, der die Schule über viele Jahre geprägt und für zahlreiche Kinder Grundlagen gelegt hatte.
» Die Kinder sollten öfter lachen, anstatt traurig zu
sein und sie sollten stets darüber nachdenken, wie ihr
Verhalten auf andere Menschen wirkt. «
Rudolf Weichs
Besonders eindrücklich waren die Worte, die Rudolf Weichs seinen Schüler:innen für deren weiteren Lebensweg mitgab. Zwei Dinge seien ihm besonders wichtig: Die Kinder sollten öfter lachen, anstatt traurig zu sein und sie sollten stets darüber nachdenken, wie ihr Verhalten auf andere Menschen wirkt. Dabei Zitierte er die „goldene Regel“, die in vielen Klassenzimmern einen festen Platz besitzt: Man solle anderen Menschen nur das zufügen bzw. für sie das tun, was man selbst gerne erfahren würde. Wer sich daran halte könne das Zusammenleben in einer Schulklasse, in einem Sportverein und innerhalb einer Familie entscheidend verbessern. Neben Worten des Dankes gab es zahlreiche Geschenke und Überraschungen. Eine besonders persönliche Erinnerung erhielt Rudolf Weichs in Form eines Freundebuchs. Kinder, Lehrkräfte und weitere Personen aus dem schulischen Umfeld hatten Einträge gestaltet, persönliche Wünsche formuliert und Erinnerungen festgehalten. Sollte die Sehnsucht nach der Schule und den Kindern in den kommenden Monaten zu groß werden, könne er darin blättern und auf viele schöne gemeinsame Jahre zurückblicken. Auch musikalische, sportliche und kreative Beiträge gehörten zum Programm. Kinder aus verschiedenen Klassen hatten sich Gedanken über ihren Schulleiter gemacht, Auftritte vorbereitet und kleine Überraschungen einstudiert. Akrobatik, Musik und Gesang sorgten dafür, dass die Veranstaltung trotz aller Abschiedsgedanken vor allem von Freude geprägt blieb. Die Feier galt jedoch nicht allein Rudolf Weichs. Auch weitere langjährige Mitarbeiterinnen wurden verabschiedet. Eine Lehrerin konnte auf 36 Jahre an der Schule zurückblicken. Für jedes Dienstjahre von Elisabeth Zeller-Lang erhielt sie symbolisch eine Blume, während die Kinder aufmerksam mitzählten. Ganz trennen wird sie sich von der Schule allerdings noch nicht: Mit einigen wenigen Unterrichtsstunden möchte sie auch künftig den Kontakt zu den Kindern sowie zu ihren Kolleginnen und Kollegen aufrechterhalten.
Ebenfalls verabschiedet wurde Charlotte Patsch, die 19 Jahre lang im Schulsekretariat tätig gewesen war. Sie hatte im Hintergrund organisiert, bei erkrankten Kindern die Eltern verständigt und für viele kleine und große Anliegen stets ein offenes Ohr gehabt. In den Redebeiträgen wurde sie als gute Seele der Schule gewürdigt. Auch Hanna Pelczer, die künftig an einer anderen Schule tätig sein wird, wurde mit Blumen und guten Wünschen bedacht. Für persönliche Abschiedsbriefe hatten die Kinder eigens einen großen Briefkasten vorbereitet. Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Weichs sichtlich bewegt bei allen Beteiligten. Mit einer derart umfangreichen und liebevoll vorbereiteten Verabschiedung habe er nicht gerechnet. Sein Dank galt den Kindern, dem Kollegium, den Organisatorinnen und Organisatoren sowie allen, die mit Musik, Bildern, Technik, Auftritten und persönlichen Worten zum Gelingen der Feier beigetragen hatten. Nach den Sommerferien beginnt für Rudolf Weichs ein neuer Lebensabschnitt. Zunächst, so erklärte er, werde sich vermutlich alles wie gewöhnliche Ferien anfühlen. Erst wenn im Herbst kein neuer Schultag mehr auf ihn wartet, werde ihm wohl bewusst werden, dass aus den Sommerferien tatsächlich der Ruhestand geworden ist. Ganz verschwinden wird Weichs aus dem Leben der Schule vermutlich dennoch nicht. Die Hoffnung, ihn nach einigen Monaten wieder einmal zu Besuch begrüßen zu dürfen, war während der Feier deutlich zu spüren. Denn auch wenn an diesem Tag viel gelacht, gesungen und applaudiert wurde, lag über der Aula zugleich ein Hauch von Wehmut. Rudolf Weichs verlässt die Schule als Schulleiter, als prägende Persönlichkeit und als wichtiger Teil wird er noch lange in Erinnerung bleiben.
Die voll besetzte Aula wurde für die Verabschiedung von Rudolf Weichs zum Studio von „Radio Schallberg“. Die Schulfamilie verfolgte gespannt die heitere
Gemeinsam in Bewegung: Schulleiter Rudolf Weichs und die Kinder tanzten zum Abschied einen mitreißenden Flashmob – ein ausgelassener und fröhlicher Höhepunkt der Feier
Für Sie berichtete Kate Eigner.












