„O‘zapft is“ für das letzte Lampionfest im alten Feuerwehrhaus. Vereinsvorstand Robert Lackermeier unter fachkundiger Beobachtung von Erstem Kommandanten Stephan Zobel (li.).
Glitzernde Schutzkleidung und eiskalte Halbe
Ein bisschen Wehmut schwingt mit, gibt Robert Lackermeier, Vereinsvorstand der Freiwilligen Feuerwehr Goldach, auf dem letzten Lampionfest im angestammten Gebäude zu. Es ist ein Fest auf gepackten Koffern, denn der Umzug soll im August stattfinden. Es fühle sich nach den vielen Jahren wie ein Abschluss an, so Lackermeier. „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich bin seit über 25 Jahren aktiv und als ich vor 16 Jahren das Amt übernahm, haben wir als erstes das Lampionfest reaktiviert.“ Seither feiert die Wehr das beliebte Fest mit großem Erfolg, jedes Jahr strömen zwischen 800 und 1400 Menschen zum Feuerwehrhaus, viele reservieren Tische, um sich einen Platz zu sichern. Ein Feuerwehr-Schlauchmann winkt einladend, manche nennen es fuchtelt wild, mit seinem luftdurchströmten Arm, um Neugierigen und Nichtwissenden den Weg zu weisen.
Gemeinschaftssinn als Erfolgsrezept
Wie immer füllt sich das Areal schnell nach Beginn. Zufrieden schlemmen sich die Besucher durch die reichhaltige Kulinarik, gönnen sich eine erste Halbe und stehen mit ihren Kids geduldig an den Spaßstationen an. Hier erhält ein Papa ein temporäres Tattoo, dort löschen die Kleinsten mit einem Schlauch imaginären Flammen, die aus einem Haus schlagen oder turnen durch riesige Einsatzwagen und bestaunen die Inneneinrichtung – währenddessen die Mamas mit gezückten Handys fleißig filmen und fotografieren. „Über 60 Leute haben heute beim Herrichten geholfen und das völlig entspannt, ohne laut zu werden oder Stress“, lobt Lackermeier die Einsatzbereitschaft der gesamten Truppe, kurz bevor er gekonnt ein Fassl Bier, gestiftet von Mike Hora und Christian Straub, ansticht. „Hier am Ort unterstützen wir uns gegenseitig“, sagt Stephan Zobel. „Wir haben den beiden bei ihrem Weihnachts-Event im Goldachpark mit Strom geholfen, jetzt kamen die beiden und haben beim Aufbau mit angepackt. Der Fischerverein hatte gefragt, ob wir noch Schirme brauchen, von den Burschen haben wir die Fritteuse. Das ist ein Geben und Nehmen.“ Robert Lackermeier nickt und ergänzt: „Ich hatte bei Sepp Fischer wegen Grillschützen angefragt, ob er sich vorstellen könne uns damit zu unterstützen. Heute kam er selbst in der Früh und hat sie uns vorbeigebracht.“
Improvisationstalent an der Kohle
Der Lohn für alle Mühen: Die Gäste genießen die Feier ausgiebig und vor allem hartnäckig. Den Wolkenbruch zwischendurch nehmen die Anwesenden sportlich und in kuscheliger Enge unter den zahlreich aufgestellten Schirmen, getreu dem Motto: „Setz di her, da samma mehr da!“ Und dann gibt es g´standene Feuerwehrmänner am Grill, die sich mangels Platz unterm Pavillon kurzerhand das rosafarbene Glitzerschirmchen der Tochter schnappen, um sich und Grillgut trocken zu halten. Echte Grillmeister sind eben unerschütterlich und bleiben wasserdicht! „Die Leute honorieren unser Fest durch ihr Kommen, das ist eigentlich das Allerschönste. Wir sind halt noch ein Dorffest und das macht so ein Festl aus. Hier darfst du einfach Mensch sein, musst nicht groß nachdenken, was du anziehst, sondern man geht einfach her und genießt die Zeit“, meint Zobel. Die moderaten Preise sollen das Ansinnen widerspiegeln: „Wir wollen etwas für die ganze Familie anbieten, das zeigt sich auch in der Beständigkeit unserer Preise. Jede Mama mit ihren Kindern soll sich hier eine Brotzeit gönnen.“
Wechsel an der Vereinsspitze kündigt sich an
Obwohl bei Stephan Zobel die Vorfreude überwiegt, offenbart er schließlich: „Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge. Hier habe ich meine runden Geburtstage gefeiert, erstmals den 30. Jetzt überlege ich wie wir die Gemütlichkeit von hier ins neue Gebäude übertragen können. Ich bin noch eine Weile Kommandant, aber für unseren Robert ist es das letzte Mal als Vorstand.“ Im kommenden März will sich Robert Lackermeier nach 16 Jahren nicht mehr aufstellen lassen: „Aber wir haben schon gute Leute, die es weiter machen wollen und dann hoffentlich gewählt werden.“ Bis dahin aber, ist Robert Lackermeier akribisch wie eh und je: „Wer mich kennt weiß, dass ich auf jedem Fest mit Zettel und Stift herumlaufe, um zu notieren, wo wir noch besser werden können.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.


































































