Gelungenes Fest zum 60. Geburtstag. Die Freien Wähler feiern entspannt unter freiem Himmel.
Sechs Jahrzehnte kommunale Gestaltungskraft
In seiner Festrede zum 60-jährigen Jubiläum der Freien Wähler Hallbergmoos- Goldach mitten auf dem Rathausplatz unternimmt der Fraktionsvorsitzende Thomas Henning zusammen mit Andreas Junghans (Ortsvorsitzender) mit den Gästen – darunter MdL Benno Zierer, Kreisvorstand Maria Scharlach, Regensburgs Landrätin Tanja Schweiger, aber natürlich auch dem Ersten Bürgermeister Benjamin Henn, der Zweiten Bürgermeisterin Tanja Knieler (CSU), und dem Dritten Bürgermeister Josef Fischer (FW) – eine kleine Zeitreise ins Jahr 1966. Damals lenkt Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) die Geschicke der noch jungen Republik. Die deutsche Elf ist Vizeweltmeister und nahe München zählt Hallbergmoos etwa 2500 Einwohner. Die Straßen in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde sind noch nicht ausgebaut und vom internationalen Drehund Angelpunkt „Flughafen“ oder wohin sich der Ort generell entwickeln würde, ahnt in jenen Tagen niemand etwas.
Pragmatismus als Erfolgsrezept
Dennoch herrscht so etwas wie Aufbruchstimmung: „Bürgerinnen und Bürger schlossen sich zusammen, um Verantwortung für ihre Heimat zu übernehmen. Das war die Geburtsstunde der Freien Wähler Hallbergmoos-Goldach“, stellt Henning fest. „Es ging nicht um Ideologien oder politische Karrieren, sondern um Ihre Gemeinde und die Überzeugung, dass diejenigen, die hier leben, arbeiten und ihre Familien großziehen, auch selbst Verantwortung für ihre Gemeinde übernehmen sollten.“
Prägende Rathaus-Chronik
Von Beginn an prägen Mitglieder der Freien Wähler die Ortsgeschichte maßgeblich. Fast durchgängig kommt seither der Erste Bürgermeister aus deren Reihen. Alle „hinterlassen ihre eigene Handschrift“, wie einst Ludwig Gruber. Ihm folgt Manfred Pointner, der die Weichen für die Zukunft stellt. Dessen eingeschlagenen Weg setzt Klaus Stallmeister konsequent fort. Erst 2014 kommt es zu einer Unterbrechung. Harald Reents (CSU) setzt sich als Bürgermeisterkandidat durch: „Er stellte sich mit großem Engagement in den Dienst unserer Gemeinde“, betont Henning und spricht Reents’ „viel zu frühen und tragischen Tod“ in dessen zweiter Amtszeit an, der „Hallbergmoos tief erschüttert“ habe. „Wir erinnern uns an ihn als einen Bürgermeister, der Verantwortung übernommen hat und dessen Wirken untrennbar mit der Geschichte unserer Gemeinde verbunden bleibt“, so Henning. Damals folgt ihm Josef Niedermeier (CSU), bevor 2024 mit Benjamin Henn wieder ein Freier Wähler den Chefsessel im Rathaus erobert.
Koffein, Kaltgetränke und Kalorienbomben
„Ich denke, unser Erfolg liegt an den Menschen in der Gruppierung, die vernünftige Entscheidungen treffen. Das honorieren die Hallbergmooser. Unser Slogan ‚Näher am Bürger‘ bringt es auf den Punkt“, meint der Vorsitzende Andreas Junghans. Das zeige sich auch am Interesse der rund hundert Besucher: „Sie haben trotz einer parallel stattfindenden Großveranstaltung den runden Geburtstag mit uns bei Kaffee und Kuchen oder einem Aperol gemütlich geratscht und gefeiert.“
Mit Zuversicht in die nächsten Jahrzehnte
Zukünftig müsse sich die Gemeinde mit den wachsenden Herausforderungen auseinandersetzen, stellt Henning fest. „Insbesondere Themen rund um Wohnraum, Mobilität, Energie, Klimaanpassung, Digitalisierung und vor allem Finanzen werden in den nächsten Jahren den Gemeinderat bestimmen.“ Allerdings zeigt er sich trotz der anstehenden Aufgaben sehr zuversichtlich: „Wenn uns die vergangenen 60 Jahre eines gelehrt haben, dann dass Hallbergmoos immer dann besonders erfolgreich war, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung übernommen haben, über Fraktionsgrenzen hinweg mit gegenseitigem Respekt.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.


































