Ausgelassene Hitzeschlacht: School´s out Party

Kategorie: Veranstaltungen

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Nach dem Zeugnis-Poker ist vor dem Holi-Zauber

Der Gong verkündet das Ende des Schuljahres. Ab sofort gilt: Ferienmodus an! Während sich die einen im Zeugnisglück sonnen können, müssen andere hier und dort noch kurz eine fiese Note verdauen. Doch eines gilt für alle schulpflichtigen Mädels und Jungs: Sechs wunderbare Wochen keinen schweren Ranzen schleppen, keine nervigen Hausaufgaben machen oder büffeln, bis das Hirn raucht! Zum Auftakt der Sommerferien bietet die längst legendäre „School’s-Out-Party“ im Sportund Freizeitpark alles, was nötig ist, um diesen Ruf nicht nur zu pflegen, sondern ihn immer wieder zu toppen. Doch in diesem Jahr scheint alles anders zu laufen: „Zu Beginn der Veranstaltung dachte ich: ‚Oops, hier ist ja niemand‘“, erzählt Annett Schachl, Leiterin des Arbeitskreises der Veranstaltung. „Aber kurz danach kamen sie mit einem Schlag in Scharen aus allen Richtungen – insgesamt mehrere hundert.“

Schmelzgefahr vs. Dauer-Action
Die Erklärung für den minimal verzögerten Masseneinfall liefert der Blick aufs Thermometer. Wie so oft in diesem Sommer knallt die Sonne vom strahlend blauen Himmel und sorgt mit über 36 Grad für schweißtreibende Temperaturen. Jedenfalls bei den Erwachsenen. Der Nachwuchs zeigt sich indes unbeeindruckt, erfrischt sich fröhlich lachend am Brunnen oder liefert sich eine wilde „Soakzooka“-Schlacht. Das weitere Angebot reicht von actionreichen Spielstationen, die Geschicklichkeit auf dem Skateboard oder Sprungkraft in der aufblasbaren Riesenburg fordern. Von der Hitze zeigen sich die jungen Hüpfer nur mäßig beeindruckt. Es gibt einfach so viel Großartiges zu tun! Wer es doch gemächlicher mag, lebt seine kreative Ader in der „DIY“-Abteilung aus oder lässt sich mit viel Farbe „tätowieren“, „schminken“ oder die Haare flechten. „Als ich die School’s- Out-Party übernommen habe, wollte ich es richtig machen“, erklärt Schachl ihren hohen Anspruch an das Programm. „Die Gemeinde gibt dafür jedes Jahr viel Geld aus, in diesem Jahr wieder 8000 Euro. Ich finde, dass das die Veranstaltung sichtbar machen sollte. Eine Hüpfburg und ein bisschen Dosenwerfen reichen nicht.“

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Feuer frei: Erst Geschmacks-, dann Farbexplosion
Obendrein locken kulinarische Genüsse, die sich vor allem am Gaumen der Schulkinder orientieren. Die Basis mit etwas „G’scheitem“ bildet der „Boah, wie lecker“-Hamburger der Freiwilligen Feuerwehr Hallbergmoos. Zum krönenden Abschluss des Mahls können die Kids zwischen Desserts wie hüftgoldigen Gummibärchen oder erfrischender Wassermelone wählen. „An diesen Ständen standen die Elternbeiräte. Das, was sie einnehmen, kommt wieder den Kindern zugute“, so Schachl. Mit einer Bar sind auch die Goldacher Madln am Start. So schmeckt zu späterer Stunde der ausgeschenkte Drink nicht nach Mama, sondern nach endcooler Jugend. „Color me beautiful“ heißt es schließlich zum Finale: Dabei kommt farbenprächtiges Holi-Pulver zum Einsatz und verpasst den Anwesenden ein ultimatives „Kunterbunt-Upgrade“.

Dringend gesucht!
Allen Schulkindern steht der Riesenspaß ins Gesicht geschrieben. Ein wenig ausgepowert, aber überglücklich gehen sie nach Hause und freuen sich schon aufs nächste Mal. Ob die traditionelle Party allerdings Zukunft hat, scheint derzeit ungewiss: „Es ist ein megatolles Konzept, auch die Holi-Party kam wirklich super an, aber ohne mehr ehrenamtliche Helfer schaffen wir es nicht mehr. Ich befürchte, dass die Party sterben wird“, bilanziert Schachl nüchtern. Lediglich zehn Helfer, die morgens aufbauen, und ebenso wenige, die abends abbauen und saubermachen, bringen die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen. „Das Problem ist nicht die Organisation der Party, sondern die fehlenden Hände am Tag der Veranstaltung“, stellt Schachl ein wenig traurig fest. „Irgendwie scheint es keine Eltern mehr zu geben, die mit anpacken wollen, um ihren Kindern eine Freude zu machen.“

Keine Event-Nannys
Das Konzept lebe aber vom Einsatz Freiwilliger, betont Schachl: „Man hat das Gefühl, dass viele denken, wir werden dafür bezahlt. Das ist aber nicht so. Es gibt Mamas und Papas, die sich hinsetzen, etwas trinken, ihren Müll einfach liegen lassen und ihre Kinder unbeaufsichtigt lassen. Wir sind keine Betreuer. Hier möchte ich an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern appellieren.“ Nicht nur aus Schachls Sicht sei bei einigen Eltern ein anderes „Mindset“ gefragt: „Wir Helfer wollen ein Fest für die Kinder ausrichten, sie stehen im Mittelpunkt. Dazu benötigen wir engagierte Mütter und Väter, die uns unterstützen. Mal zwei Stunden an einem Stand zu stehen, sollte für viele machbar sein und macht wirklich viel Freude.“

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Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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