Fronleichnam – ein katholischer Feiertag

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An Fronleichnam „den Glauben hinaustragen“ – Pfarrer Thomas Gruber

Was wird da überhaupt gefeiert?

Fronleichnam – ein Fest, das vor allem Katholiken mit einer prachtvollen Prozession durch den Ort verbinden. Doch was bedeutet Fronleichnam? Woher kommt der Name, der doch irgendwie eigentümlich klingt? Was wird da eigentlich gefeiert? Wieso gibt es an diesem Tag eine Prozession?

Fronleichnam ist ein Hochfest der katholischen Kirche und wird zehn Tage nach Pfingsten gefeiert. Der Name hat allerdings weder etwas mit „Fron“ noch mit „Leichnam“ zu tun. Im Gegenteil: „vron“ bedeutet „Herr“, „lichnam“ heißt „lebendiger Leib“. Es geht dabei um die Eucharistie, in der – nach katholischem Glauben – das Brot (die Hostie) in den Leib Christi verwandelt wird.
Der Ursprung dieses Festes liegt viele Jahrhunderte in der Vergangenheit. Im Jahr 1209 hatte die Augustinernonne Juliana von Lüttich eine Vision, die dazu führte, dass ein besonderes Fest zu Ehren des eucharistischen Sakramentes eingeführt wurde. 1264 wurde es von Papst Urban IV. für die ganze Kirche vorgeschrieben.

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Prozessionen gibt es schon seit vielen Jahrhunderten und zu unterschiedlichen Anlässen. Wir kennen Bitt- und Flurprozessionen, bei denen um gute Ernte und Schutz vor Unwetter und Hagel gebetet wird. Eine erste Prozession zum Fest Fronleichnam fand nachweislich bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts in Köln statt. Bald darauf hat sich diese Tradition in den nördlichen Ländern Europas ausgebreitet. Im Laufe der Jahre wurden die Prozessionen allerdings oft sehr prunkvoll ausgestaltet, so dass dieser Tag nicht zu Unrecht auch unter dem Namen „Pranger-Tag“ (Pranger = Prunk) bekannt wurde.

Inzwischen ist man jedoch zum ursprünglichen Gedanken zurückgekehrt und beschränkt sich auf das Wesentliche. Bei der Fronleichnamsprozession wird das Allerheiligste (eine konsekrierte Hostie) in einer kostbaren Monstranz durch den Ort getragen und die Gläubigen beten und singen dabei. „Es ist ein alter Volksglaube: Man trägt den Glauben hinaus“, erklärt Pfarrer Thomas Gruber, der den Pfarrverband Hallbergmoos-Goldach leitet, „es ist das einfache Brot, das gebrochen und geteilt wird und von dem wir uns ernähren.“ Gerade in dieser Zeit, die für viele voller Ängste und Sorgen ist, sieht Pfarrer Gruber darin ein Siegeszeichen und Grund zur Freude: „Christus hat den Tod besiegt.“

Das Fest Fronleichnam hat sich viele Jahrhunderte erhalten und wird in den einzelnen Gegenden sehr unterschiedlich gefeiert. In Bayern ist die Fronleichnamsprozession zu einer großen Tradition geworden, Vereine mit ihren Fahnen und viele unterschiedliche Gruppierungen beteiligen sich und alle verbinden sich zu einer großen Gemeinschaft.

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Aufgrund der Corona-Pandemie musste heuer bereits zum zweiten Mal die Fronleichnamsprozession ausfallen. Gefeiert wurde jedoch trotzdem, und zwar mit einem festlichen Gottesdienst unter freiem Himmel. Viele Gläubige aus Hallbergmoos und Goldach waren zum Hallberg-Platz gekommen, um an dem Gottesdienst teilzunehmen, der auch trotz Maske und Abstand beeindruckend war. Zahlreiche Vereine boten mit ihren Fahnenabordnungen ein buntes Bild, die Goldacher Buam und ein Sänger sorgten für die musikalische Gestaltung. In seiner Predigt brachte Pfarrer Gruber seine Freude zum Ausdruck: „Wir feiern einen Gottesdienst im Freien, in Freiheit“ und er verglich die kostbare Monstranz mit einem Pokal als Zeichen des Sieges. Trotz der Beschränkungen fand eine Prozession statt, wenn auch in sehr reduzierter Form: Während die Gottesdienstteilnehmer an ihren Plätzen stehenblieben, zogen Pfarrer und Ministranten zu dem Altar, der vor dem Kindergarten aufgebaut war.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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