Offiziell als Dekan des Dekanats Weihenstephan eingeführt: der Hallbergmooser Pfarrer Thomas Gruber
Die „Parallelen“ zu Elisabeth II. und dem Kasperl
Es ist ein kleiner Glanzpunkt am Ende Jahres in der Kirche Herz Jesu in einem Gottesdienst zum Kapiteljahrtag : Weihbischof Bernhard Haßlberger führt Pfarrer Thomas Gruber offiziell als Dekan des Dekanats Weihenstephan, ein. In seinem Amt unterstützt Gruber bereits seit rund 13 Monaten die seelsorgerischen Aufgaben im Dekanat und stimmt das Miteinander ab, doch die Zeit für den feierlichen Akt, findet sich erst jetzt: „Es ist ja schon ein bisschen her, dass ich gewählt worden bin, aber das passt“, meint Gruber gelassen und verweist verschmitzt auf die britische Königin: „Die Queen hat auch 15 Monate auf ihre Krone warten müssen und inzwischen ist sie bald 70 Jahre auf dem Thron!“
Gott ist keine Maschine
Haßlberger bezieht sich in seiner Predigt auf die Endzeit, in der im Evangelium die Rede ist. So geht es in der Lesung aus dem Buch Daniel um den Gläubigen, der trotz des königlichen Verbots zu seinem Gott betet und dafür in einer Löwengrube landet. Wegen seines schlechten Gewissens, schaut der König schließlich nach und entdeckt den unversehrten Daniel. „In der Vergangenheit wurden Texte in der Kirche gerne benutzt, um den Menschen Angst zu machen, aber diese Texte wollen uns keine Angst machen“, erklärt der 75-Jährige. Die teils schrecklichen Inhalte der Schriften nehmen lediglich Bezug zu „Elementen unseres Lebens“. Gerade in einer Krisenzeit wie in der Pandemie, gehe es oft um Existenz. „Viele sind verunsichert und voller Angst was noch kommen wird“, sagt Haßlberger, betont aber: „Wir leben Gott sei Dank in einem Land, wo wir seit 75 Jahren im Frieden leben.“ Aber Menschen, die sich „eben nicht“ in einer komfortablen Situation befinden, „vor allem jene, denen es schlecht geht, weil von einem auf den anderen Tag nichts mehr so ist, wie es vorher war“, seien in unmittelbarer Umgebung in der Nachbarschaft. Es gehe nicht immer um das Ende der Welt, „für einige gibt es den ganz persönlichen Weltuntergang“, so Haßlberger und unterstreicht: “Genau diese Situationen nehmen diese Texte auf. Auch in den schwierigen Situationen unseres Lebens dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott da ist. Nicht immer gleich, denn er ist kein Automat.“
Sorgfalt im Umgang
Es gehe darum, wachsam zu sein und zu bleiben, unterstreicht Haßlberger und nimmt die kindliche Wahrnehmung als Vorbild: „Im Kaperltheater fragt der Kasperl immer zuerst: „Seid ihr alle da?“ Und die Kinder schreien „Ja“ gemeinsam.“ Wer in die Gesichter blicke, könne anhand der aufgerissenen Augen und offenen Münder sehen und spüren, wie „wach“ die Kleinen seien. Es gehe auch in der Dekanatsarbeit darum, aufmerksam die Welt zu beobachten, „die Mitbürger anzuschauen und hinzuhören, was sie bewegt.“ Als Seelsorger gelte es, die Menschen „auf ihrem Weg mitzunehmen“, hebt Weihbischof Bernhard Haßlberger hervor und redet Thomas Gruber zu, als Dekan im Miteinander achtsam zu sein: „ Damit wir wissen, was sich in unserer Welt tut und wir entsprechend darauf reagieren.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.










