Ein stürmischer Haufen zum Verlieben

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Eines der sechs munteren Eichhörnchen, die in der Auswilderungsvoliere in Wolfgang Reilands Garten überwintern

Auswilderungsvoliere für Eichhörnchen in Hallbergmoos

Barack und Trump befinden sich gemeinsam in einem vergitterten Raum. Die beiden Türen zur Freiheit, inklusive Sicherheitsschleuse, bleiben bis auf Weiteres fest verschlossen. Nur einer hat uneingeschränktes Zutrittsrecht, um etwas Essbares und Wasser zu bringen: Wolfgang Reiland. Kein Wunder also, wenn Barack und Trump wie wild toben … Was nach dem Anfang eines hochspannenden Politthrillers der Extraklasse klingt, spielt sich in Wirklichkeit nicht in Washington DC ab, sondern in Wolfgang Reilands Auswilderungsvoliere für aktuell sechs sehr muntere Eichhörnchen, die im Garten seines Hauses steht.

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First-Class-Service im „5-Sterne-Hotel“

Barack, Trump und der Rest der Gang, Tante Ruth, Hardy, Emmi und Frau Namenlos fühlen sich pudelwohl im bis ins Detail durchdesignten, luxuriösen Freiluft-Gitterhaus. Es bietet den wenige Monate alten Tierchen liebevoll gestaltete Rückzugsecken in Form kleiner Holzhäuschen oder Vorsprünge, Äste, Seile, Geweihe und Decken zum Klettern und Verstecken: „Sie sind Frühaufsteher, bis in den Nachmittag sehr aktiv. Nachts bilden sie quasi eine Schlaf-WG“, verrät der Arbeitskreisleiter des Goldachparks. Als aufmerksamer Eichhörnchen-Freund weiß „Hotelmanager“ Wolfgang Reiland genau, was er im „Adlon aller Volieren“ seinen Gästen bieten muss, um die Gaumen der Wald-Gourmets zu erfreuen. „Ich war jetzt zweimal auf der Haselnussplantage und habe unter den Sträuchern riesige Säcke mit knapp 16 Kilogramm gesammelt.“ Dazu reicht er Walnüsse an Pistazien, klein geschnittene Apfel- und Birnenstücke, Karotten und Gurke runden das köstliche und vitaminreiche Menü ab. „Ein absolutes Schmankerl sind aber Maronen. Da stürzen sie sich regelrecht drauf, die schneide ich auch in kleine Stückchen“, schmunzelt der Küchenchef.

„Ich war schon als Kind von Eichhörnchen fasziniert“

Wolfgang Reiland, Tierfreund und Arbeitskreisleiter des Goldachparks

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Perfekt geplant

 „Ich war schon als Kind von Eichhörnchen fasziniert“, gibt Reiland als Beweggrund für sein Engagement an. Daher setzt sich der passionierte Tierliebhaber vor einiger Zeit mit dem Verein Eichhörnchen Schutz in München in Verbindung, fragt nach Tieren zum Auswildern, da er eine geeignete Stelle im Goldachpark anbieten könne. „Die kamen dann vorbei und befanden, dass der Park geradezu prädestiniert sei“, erzählt Reiland. Kein Wunder, bereits lange zuvor bereitet er den Weg: „Als ich die Initiative für den Park ergriff, bat ich die Planung, Sträucher und Bäume zu setzen, die auf der Nahrungskette der Eichhörnchen stehen.“ Zwei der putzigen Nagetiere haben zwischenzeitlich dort tatsächlich ihr nagelneues Kuschel-Kobel (Nest aus Zweigen, Blättern und Gras) bezogen. Doch das Ergebnis aufregender Liebesstunden lässt bisher auf sich warten. Dafür besucht eines der beiden regelmäßig die Voliere im direkt angrenzenden Garten und holt sich einen knackigen „Imbiss-to-go“ aus der kleinen SB-Außenbox an der Voliere. Je nach Gusto kann der flüchtige Gast zwischen zwei Gerichten wählen: Wal- oder Haselnuss. „Die Voliere steht bei mir im Garten, denn direkt im Park geht es leider wegen des Vandalismus nicht. Da hätte ich große Sorge, die jungen Tiere haben nichts versteckt oder verbuddelt und würden sicher sterben.“

Der Weg in die Freiheit

Barack, Trump, Tante Ruth, Hardy, Emmi und Frau Namenlos haben vorsorglich bis in den Frühling hinein „gebucht“. „Dann beginnt ihre Auswilderung, das dauert zwei Wochen“, erklärt Reiland. „Dazu spanne ich ein Seil von der Voliere in den ersten Baum des Parks. Sie können dann 14 Tage lang rein und raus, wie sie wollen. Danach schließen wir den Zugang und die Auswilderung ist abgeschlossen.“ Bürgermeister Harald Reents, der zusammen mit Geschäftsleiterin Julia Hollmer die Voliere besuchte, ist sichtbar angetan vom „wunderbaren Projekt“ für die niedlichen „Oachkatzl“: „Wolfgang ist am Rande einer Sitzung auf uns zugekommen und wir haben sofort gesagt: Her mit den Infos, das regeln wir. Dann haben wir das Geld für die benötigtem Materialien des Volieren-Baus gespendet.“ Auch den Namen von Frau Namenlos regelt der Bürgermeister nach kurzer Beratung in kleiner Runde umgehend: die junge quirlige Dame heißt nun Traudl. Sollte es das Infektionsgeschehen zulassen, ist Anfang Mai, zum Abschied der Eichhörnchen-Gang in die Freiheit, ein kleines Fest geplant – mit Haselnusslikör, versteht sich.

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

 

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