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Jonathan Hähne gewinnt bei „Jugend forscht“ mit dem Prototyp eines Raytracing-Computergrafikprogramms, das die realistische Beleuchtung und die Verfolgung von Lichtstrahlen berechnet.

Jonathan Hähne aus Hallbergmoos gewinnt bei „Jugend forscht“

Er ist ein echtes Nordlicht. Jonathan Hähne kommt aus Schleswig-Holstein. Das ist das andere Ende von Deutschland, zumindest von Hallbergmoos aus betrachtet, wo er seit einem Jahr lebt. „Es ist nicht so schlimm wie ich befürchtet habe“, stellt der 18-Jährige, der im zweiten Semester an der TU München-Garching studiert, fest. „Hier spricht man doch so einigermaßen Hochdeutsch und nicht das tiefste Bayerisch, das klappt gut, ich fühle mich angenommen.“ Als Gewinner des Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“ muss der junge Mann seit Tagen immer wieder Interviews geben. Seine Auszeichnung erhält der Physikstudent für die Entwicklung eines speziellen Raytracing-Computergrafikprogramms, das die realistische Beleuchtung und die Verfolgung von Lichtstrahlen berechnet, eine Technik, die unter anderem in Kinofilmen zu finden ist. „Ich habe gute Kontakte geknüpft bei „Jugend forscht“, besonders bei anderen Teilnehmern, aber auch in der Jury und generell unter den Interessierten. Das war sehr ergiebig“, freut sich Jonathan.

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Stipendiat des MINT-Talentprogramms
„Die Idee dazu hatte ich schon vor etwa drei Jahren, als ich Schüler im Internat Louisenlund an der Großen Breite der Schlei in Schleswig-Holstein war“, erinnert sich Jonathan. Doch der Jugendliche ist kein „Ersttäter“, gesteht er: „Meine Lehrer haben mich schon vorher ermuntert, an „Jugend forscht“ teilzunehmen, mit einem ganz anderen Programm, das ich mit meinem Zimmernachbarn gemeinsam gemacht hatte. Es war eine mathematische Idee, die wir dann ein bisschen verfolgt haben. Damit sind wir in die Bundesrunde auf den dritten Platz gekommen.“ Obwohl er sich wohl in Bayern fühlt, genießt der Nachwuchsentwickler derzeit die steife Brise knapp 850 Kilometer nördlich von Hallbergmoos, bei seinen Eltern in Itzehoe. Entsprechend entspannt erzählt das Ausnahmetalent weiter am Telefon: „Das Stipendium hatte ich im Rahmen des plus-MINT Talentprogramms bekommen. Die Lehrer und Mitschüler sind wirklich toll und inspirierend.“ Der Verein zur MINTTalentförderung mit Partnern wie der Siemens Stiftung, dem TÜV Süd oder dem Verein Deutscher Ingenieure sucht gezielt nach begabten Schülern und zieht sie in sogenannte Exzellenzzügen an bestimmten Internaten in ganz Deutschland zusammen. Im Umfeld von Gleichgesinnten sollen die Jugendlichen ihre Fähigkeiten durch Engagement und entsprechender Unterstützung mit modernsten Lehrmethoden durch die Lehrerschaft vollends entfalten können.

„Das Stipendium hatte ich im Rahmen des plus-MINT Talentprogramms bekommen. Die Lehrer und Mitschüler sind wirklich toll und inspirierend.“

Jonathan Hähne

Optimale Bedingungen
Ganz offenbar bietet das Internat- Umfeld die richtigen Rahmenbedingungen für junge Menschen mit gesteigertem Wissensdrang: „Ich habe mir im Informatikunterricht nebenbei Computergraphik beigebracht und dabei einen ziemlich interessanten, aber unbeachteten Ansatz gefunden, den ich dann verfolgt habe, weil er relativ vielversprechend aussah und sich als erfolgreich herausgestellt hat.“ Simpel und bescheiden erklärt Jonathan die Anfänge seines Projekts. Solange er denken kann, begeistert er sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. „Das war schon immer mein Steckenpferd. Später war ich zunächst auf einem normalen Gymnasium mit einem tollen Mathematikund Informatiklehrer“, erinnert er sich. „Und ich habe Großväter, die mir einiges beigebracht haben und mich ebenfalls sehr angeregt haben.“

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Mehr als MINT
Aber Louisenlund sorgt auch für den nötigen Ausgleich zu den eher verkopften MINTBereichen. Jonathan spielt in seiner Freizeit mit Leidenschaft Theater: „Wir hatten einen großartigen Theaterclub, wo wir jährlich eine große Produktion gemacht haben. Ich habe zwar nur kleine Rollen gespielt, aber das hat mir riesig Spaß gemacht. Leider habe ich noch nichts Vergleichbares hier gefunden.“ Außerdem zeichnet Jonathan, liest viel und wirft gerne Basketball-Körbe. Für seine Studentenzeit im Voralpenland stehen auf seinem Freizeitplan die Alpen: „Ich möchte sie unbedingt besser kennenlernen.“ Für das nächste Semester will sich Jonathan zwei Dingen vordergründig widmen: „Im vergangenen Jahr war ich damit beschäftigt, anzukommen, das war schwierig, weil alles digital lief. Jetzt möchte ich die Kommilitonen richtig kennenlernen und ich muss jetzt ein bisschen aufholen im Studium, da die letzten Wochen voll waren wegen des Wettbewerbs.“ Konkrete Ziele für seine Zukunft hingegen hat der Überflieger nicht: „Ich lasse mir erst einmal alles offen und schaue, was sich ergibt. Es könnte sich ja etwas auftun, was ich noch gar nicht im Sinn habe.“ Aber eines weiß Jonathan genau: „Es stehen einige Projekte an. Forschen ist absolut mein Ding.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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