Bürgerversammlung 2020

Kategorie: Aktuelles

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Neben den Vertretern der Verwaltung kamen nur wenige Besucher in den Gemeindesaal, um sich über Neuigkeiten aus Hallbergmoos berichten zu lassen.

Hallbergmoos wird jünger – „Welle“ im Zeitplan

In diesem Jahr ist vieles wegen der Corona-Pandemie anders, auch bei der Bürgerversammlung in Hallbergmoos. Nach den derzeitigen Hygienevorschriften im Gemeindesaal sind dort maximal 100 Leute zugelassen – um diese Anzahl nicht zu überschreiten, sprach Bürgermeister Harald Reents gleich zweimal zu den Bürgerinnen und Bürgern. Das wäre allerdings nicht notwendig gewesen, denn sowohl ab 16 als auch ab 19 Uhr erreichte die Anzahl der Interessierten gerade einmal knapp zweistelliges Niveau. Das lag vielleicht auch am besonderen Service eines Livestreams, der augenscheinlich einige Beliebtheit erlangte.

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Reents betonte zunächst, dass er nur einige wichtige Dinge anspreche: „Sonst dauert mein Vortrag vier Stunden.“ Der Ort lebe weiterhin von der Wirtschaft: „Vieles können wir uns nur durch die Gewerbesteuereinnahmen leisten.“ Daher sei es wichtig, die Firmen im Ort und im MABP weiterhin zu unterstützen: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten.“ Man treffe sich regelmäßig mit den Investoren und habe durchaus Erfolge zu vermelden. Es gab auch in 2020 einige Neuansiedlungen, mittlerweile sind 76 Prozent im Gewerbepark vermietet.
In Bezug auf die Einwohnerzahl gab es im vergangenen Jahr ebenfalls eine Steigerung zu vermelden, Ende 2019 lebten 11.792 Personen (2018: 11.589) im Ort: „Im zweiten Quartal 2020 gab es dann zwar eine Delle, mittlerweile sind wir aber wieder auf Vorjahresniveau“, sagte der Bürgermeister. Interessant sei die Entwicklung, dass das Durchschnittsalter im Ort sank, von 38,33 auf 37,6 Jahre. Es gibt weiterhin mehr Geburten als Sterbefälle, außergewöhnlich hoch war im Jahr 2019 die Anzahl der Kirchenaustritte: „Da muss sich der Pfarrer einmal Gedanken machen“, betonte Reents.

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Gemeindeoberhaupt Harald Reents lud in diesem Jahr gleich zweimal zur Bürgerversammlung ein

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Bei den Kindereinrichtungen stehe man weiterhin gut da und bei den Finanzen sei die Kommune erst einmal mit einem blauen Auge davongekommen – vor allem dank einer Einmalzahlung in Höhe von rund 20 Millionen Euro eines ehemals in Hallbergmoos ansässigen Betriebs. Für die Zukunft müsse man aber schauen, denn ohne diese Zahlung hätte die Gemeinde bei der Gewerbesteuer ein Minus von etwa 13 Millionen Euro gehabt. Der Ansatz für die kommenden Jahre soll daher niedriger ausfallen, 15 statt 20 Millionen Euro. Harald Reents: „Wir sind eine Flughafengemeinde und die Luftfahrt wird noch Jahre zu kämpfen haben.“ Die Anzahl der geplanten Investitionen ist dennoch hoch – noch kann die Kommune dabei auf hohe Rücklagen zurückgreifen, die Frage ist nur, wie lange noch. Einiges musste daher geschoben werden, etwa beim Rathausumbau werde der genaue Umfang derzeit durch das Planerteam neu ermittelt.

Wann es mit dem Wohnhaus an der Predazzoallee (7,9 Millionen Euro) oder dem Mehrgenerationenwohnen am Tassiloweg (25 Millionen Euro) weitergeht, darüber müsse der Gemeinderat noch einmal diskutieren. Bei der Erweiterung und Sanierung der Grundschule (4,55 Millionen Euro) habe es zwar eine Verzögerung gegeben, betonte Reents: „Diese kam allerdings aus unterschiedlichen Gründen, etwa durch ein neues VGH-Urteil bezüglich der Planvergabe.“ Für die neue Grundschule fallen Kosten für den Grunderwerb in Höhe von 12,5 Millionen Euro an, der Bürgermeister sagte, dass man schon bald über den Standort berichten könne. Am Ende seines Vortrags sprach er, dass die Finanzen auf absehbare Zeit in geringerer Summe fließen würden: „Wir müssen uns bewusst werden, dass nicht alles auf einmal geht.“
An die Corona-Regeln hätten sich die Hallbergmooser sehr gut gehalten: „Die Zahlen waren und sind daher in unserer Gemeinde niedrig.“ Der Abstand sei weiterhin notwendig: „Auch wenn es nervt.“

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Für Chris Boehm-Tettelbach ist die Welle in Hallbergmoos das Lebenswerk

Im Anschluss folgte der zweite Teil der Bürgerversammlung – es gab Aktuelles über das Großprojekt HybridOne und Wellenpark zu hören. Zunächst berichtete Stephan Rothenburg von „Rock Capital“ über das Hybridgebäude mit Büros, Gründerzentrum, Einzelhandel oder auch Gastronomie: „Dieses entsteht mit vielen Modulen in unterschiedlichen Höhen und wird eine spannende Architektur haben.“ Der neue Baustein werde sich sehr gut ins Umfeld eingliedern. Geplant war auch ein Bereich für Events und Veranstaltungen: „Dies mussten wir aufgrund der Corona-Pandemie aber noch einmal auf den Prüfstand stellen“, betonte Rothenburg. Alles andere laufe aber voll nach Plan.
Zur Welle an sich sprach Chris Boehm-Tettelbach von Planworx zu den Leuten. Es sei weiterhin ein Lebenswerk für ihn: „Da braucht es eine moderne Gemeinde, um dies zu verwirklichen. Und das haben wir mit Hallbergmoos gefunden.“ Es sei das Ziel, eine Freizeitmöglichkeit für Hallbergmoos, das Umland oder Tagesgäste zu erschaffen: „Wir sind da auf einem sehr guten Weg.“ Auf Knopfdruck gebe es „die perfekte Welle“, neben dem 10.000 qm großen Wasserbereich aber auch noch einige weitere Freizeitaktivitäten. Boehm-Tettelbach schwebten für die Zukunft eine Zusammenarbeit mit dem Sportpark oder auch surfende Schulklassen vor: „Die Bürgerinnen und Bürger sind auf alle Fälle herzlich eingeladen, die ersten Wellen auszuprobieren. Hoffentlich schon in zwei Jahren.“

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Es folgte der dritte und letzte Teil der Bürgerversammlung: „Anfragen und Anträge“. Aus dem Livestream heraus kamen zwei Fragen an Harald Reents. Er sollte beantworten, wie die Infrastruktur der Gemeinde bei einer Katastrophe wie etwa einem extremen Unwetter bestehe. Der Bürgermeister meinte, dass bei der Wasserversorgung durch den Zweckverband genau darauf geschaut werde, dass die Leitungen so etwas aushalten. Auch beim Strom wäre man gut ausgerüstet, die Bayernwerke wollen das Netz in Hallbergmoos noch ausfallsicherer ausbauen. Auf die Lebensmittel dagegen habe man keinen großen Einfluss: „Wir haben aber eine vielfältige Versorgung.“
Ein weiterer Internet-User fragte an, ob man nicht die Gefahr sehe, dass der Ortskern durch das Wellenprojekt leide. Der Bürgermeister sah in diesem Projekt keine Konkurrenz: „Das ist eher eine Ergänzung.“ Den Ortskern attraktiv zu halten, das müsse man über andere Wege machen. In Bezug auf neue Geschäfte wären vor allem die Verbraucher verantwortlich und könnten dies beeinflussen, wenn sie mehr im Ort und weniger online einkaufen.

Anträge kamen in der Versammlung von Georg Förg. Er forderte die Befestigung des Wirtschaftsweges in Goldach Süd „Am Bach“ Richtung Ismaninger Straße. Leider würde nur etwa ein Kilometer nach Süden in Angriff genommen, der Ausbau nach Westen allerdings nicht. Mit 11:0 Stimmen gab es in der Versammlung ein einstimmiges Votum, dass sich der Gemeinderat damit in den kommenden drei Monaten befassen muss.
Der zweite Antrag Förgs lautete, dass der Radweg vom S-Bahnkreisel bis hin zur Isarbrücke beleuchtet werden soll, außerdem müsse man dort die Fahrbahnmängel wie Wurzelbefall beseitigen. An letzterem wäre die Gemeinde bereits dran, sagte Harald Reents. Die Beleuchtung wurde vor einigen Jahren vom Gemeinderat abgelehnt. Es soll aber ein Radschnellweg von Freising in Richtung Garching kommen, die von Förg beschriebene Strecke dafür als Zubringer dienen. Die Besucher der Bürgerversammlung entschieden sich auch hier einstimmig dafür, dass die Beleuchtung noch einmal Tagesordnungspunkt im Gemeinderat wird.
Eine Frage kam noch auf, ob denn die Wege zur Mittelschule und Horte auch für den Katastrophenfall gewappnet wären. Harald Reents konnte dies sowohl schriftlich als auch aus seiner Erfahrung als Feuerwehrmitglied schnell mit einem deutlichen Ja beantworten.

Für Sie berichtete Bernd Heinzinger.

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