Neujahrsempfang mit 200 Gästen

Kategorie: Veranstaltungen

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Neujahrsempfang 2020

Vielseitige Musik, Kunst und Kultur

Für den Rathauschef nimmt das kulturelle Leben im Ort eine wichtige Stellung ein. Da er selbst, wie er freimütig zugibt, „nicht zu den größten Menschen zählt“, funktioniert er die Treppe zum Podium oder vielmehr Kanzel um und unterstreicht den Stellenwert mit einem Bibelzitat aus dem Matthäus-Evangelium: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein.“ Der Vergleich hinke vielleicht ein wenig, meint er mit einem Gruß an Pfarrer Thomas Gruber, aber er benötige „auch seelische Nahrung, geistige Anregungen, Diskussionsstoff, Aufheiterung oder vielleicht auch nur Ablenkung vom Alltag“. Damit allen Gästen gegenseitig ein fokussiertes Publikum sicher ist, gibt es vom ersten Mann der Gemeinde noch ein paar Regieanweisungen, bevor er sich mit Stichwortkarten bewaffnet: „Wenn die Musik spielt, dürfen Sie zuhören und ratschen, wenn die Musik nicht spielt, wäre es schön, wenn Sie ruhig sind, denn dann gibt es etwas zum Zuhören.“

Enorme Bandbreite
Nach dem Verzehr köstlicher Häppchen schlendert Moderator Reents von Tisch zu Tisch und interviewt in bester TV-Moderatoren-Manier: „Beim Zusammenstellen der Liste sind wir auf 200 Leute gekommen“, übernimmt Kulturreferentin Sabina Brosch das Mikrofon. „Ich glaube, dass das der Ausdruck für die kulturelle Vielfalt in Hallbergmoos ist. Wir haben Theater, zwei Bühnen, Kunst, Malerei, Blasmusik, Bücherei und VHS und die Musikschule. Wir haben zwar kein Opernhaus und kein Museum, aber das brauchen wir auch nicht.“ Brosch sieht die Aufgabe der Gemeinde vor allem darin, „dass wir für die Ausstattung sorgen, also Räume und dergleichen.“ Karl-Heinz Bergmeier ist seit 36 Jahren im Gemeinderatswesen und zuständiger Vereinsreferent: „Ich bin zufrieden mit den Vereinen, die Geselligkeit lebt; was mir sehr wichtig ist, ist das Ehrenamt.“
Knapp eine Woche vor dem Empfang feiert die Narrhalla eine fulminante Inthronisation im ausverkauften Saal. Der Verein, der ehemals zum VfB gehört, steht seit elf Jahren auf eigenen Füßen: „Mit etwas mulmigen Gefühl haben wir beschlossen, einen eigenen Verein zu gründen. Prinzipiell läuft es ganz gut“, erzählt Präsidentin Renate Hofbauer. „Aber es gibt Zeiten, in denen in einer Gemeinde von rund 12.000 Einwohnern zu Veranstaltungen nur rund 150 Gäste kommen, und du froh sein kannst, wenn wenn die Kosten gedeckt sind“, verschweigt sie nicht. Obwohl sie um das Risiko weiß, unterstützt sie mit aller Kraft die Gemeinde: „Wenn sie uns so viel gibt, wollen wir auch etwas zurückgeben. Wenn die Gemeinde uns braucht, schicke ich eine Whatsapp rum, dann helfen wir.“ So unterstützt der Verein Veranstaltungen wie das Open-Air-Kino, die „ Lange Nacht des Sports“, den Kultursommer und das Faschingstreiben.

 

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Sie stehen Schlange und warten auf Einlass zum Neujahrsempfang der Gemeinde. Doch die rund 200 Gäste, die sich in Hallbergmoos ehrenamtlich um Musik, Kunst und Kultur kümmern, nehmen es gelassen. Schließlich sind sie sind die Hauptakteure des Abends. Ohne ihre Anwesenheit bleibt das Buffet geschlossen. In diesem Jahr bietet nicht Birkeneck, „die Keimzelle von Hallbergmoos“, das passende Ambiente, sondern die moderne Kantine von SAP im Munich Airport Business Park: „Das ist ein Sinnbild für die Entwicklung von Hallbergmoos und wirtschaftlichen Erfolg. Aber das ist nicht alles im Leben“, eröffnet Bürgermeister Harald Reents den Abend, mit Alt-Bürgermeister und Alt-Landrat Manfred Pointer, Alt-Bürgermeister Klaus Stallmeister und Gattin Bärbel sowie Landrat Josef Hauner.

Anderen geben
Es ist viel Arbeit, die die Vereinsmitglieder unentgeltlich leisten, zudem beschaffen sie Geld: „Mit diversen Veranstaltungen haben wir geholfen, die evangelische Kirche zu bauen“, plaudert Uwe Rüddenklau aus dem „Spendenbeutel“. Derzeit sammelt der Verein für die Glocken: „Denn was ist eine Kirche ohne Kirchenglocken?“, fragt der Vorsitzende des Fördervereins Kirchenbauverein lächelnd in die Runde. „Ich nutze die Gelegenheit und möchte sagen, dass wir noch Geld brauchen.“ Christine Wimmer, Chefin der Moosbühne, freut sich gleichermaßen über Geld. „Die Einnahmen spenden wir. Es ist großartig zu sehen, was man damit bewirken kann.“ Ursprünglich spielen die Darsteller zur Weihnachtsfeier einen Einakter und beschließen irgendwann, Dreiakter aufzuführen. Das Konzept kommt seit 2005 bombastisch beim Publikum an. „In diesem Jahr gibt es das Stück „Moorleichenpoker“, dazu recherchiere ich noch ganz fleißig“, freut sich schon jetzt Christine Wimmer. Gabi Kopf vom Hallberger Brett´l weiß: „Wir spielen im Herbst unseren Einakter“, was aber genau, ist noch nicht bekannt: „Bisher stecken wir in den Vorbereitungen.“

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Der gute Ton
Die Harmonie stimmt in Hallbergmoos. Gleich mehrere Chöre sorgen für den guten Ton, manche geheimnisumwittert. Der M-Chor gibt Rätsel auf: „Der M-Chor heißt aus einem banalem Grund so. Wir proben montags, M steht für montags“, sagt Leiter Daniel Götze schmunzelnd und fügt zur Erheiterung aller hinzu: „Unser Motto ist: Zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen. Die Freude ist für die Sänger auf jeden Fall gegeben, für die Zuhörer arbeiten wir fleißig daran.“ D´Feierleit üben ebenfalls fleißig in mehreren Disziplinen, so Rudi Kätzlmeier: „Wir feiern und helfen beim Feuer, wenn es ist, und singen aus Freude ohne Druck.“ Wie der Kirchenchor um Michael Neumüller oder Maria Kreilinger vom Frauenchor St. Theresia: „ Ich bin sehr stolz, dass unser Chor vor zwei Jahren 1.000 Lenze zählt und mit Freude singt.“ Oder die Moosspatzen, die unter Aurelia Seiler ganz brav sind. Mit viel Witz verrät sie geplagten Eltern ihr Geheimrezept für brave Kinder: „Ich mach‘ meine Augen ganz groß und meine Stimme geht immer höher und dann hören die Kinder.“ Vielleicht hören Sangesfreudige den Ruf des Kirchenchors Goldach, den es leider nicht mehr gibt. „Möglicherweise können wir den wiederbeleben“, wünscht sich Reents, damit die kulturelle Vielfalt bleibt.

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Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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