„Pling! Comedy aus der Mikrowelle“ – neues Show-Format feiert Premiere im Wirtshaus Zum Kramer.
Ping! Comedy aus der Mikrowelle
Es hat ein bisschen etwas von bester Küchenpartyatmosphäre. Auf engem Raum „stapeln“ sich die Gäste im Wirtshaus Zum Kramer, genießen herzhaft Bodenständiges und prosten sich mit einem Aperol oder Bierchen in Laune. Im Nebenzimmer bereiten sich derweil Stefan Kurz, Anna Bartosch, Harry Waterstone, Vroni Lunak, Thomas Greiner, Verena Gärtner, Yahya Pervais und Daniel Jara, mehr oder weniger vom Lampenfieber geplagt, auf ihren Auftritt beim ersten Mixed- Shows-Abend „Ping! Comedy aus der Mikrowelle“ vor. Organisator Markus „Becki“ Beck, ein waschechter Hallbergmooser, steht seit August selbst als Stand-up Comedian wöchentlich ein- bis zweimal auf Bühne. „Mir fiel auf, wie wenig Möglichkeiten Comedians im Nachwuchsbereich haben. Es gibt einfach mehr Comedians als Shows“, sagt der 40-Jährige. Dabei sehe es in München „relativ gut aus“, auch in Freising gebe es eine „tolle Show“: „Das war meine Inspiration so etwas hier in Hallbergmoos zu machen.“
Es kommt, wie es kommt
Die Idee ist denkbar simpel: Acht Comedians bekommen jeweils etwa sieben Minuten, um ihr Talent beweisen zu können: „Es kostet keinen Eintritt und ist spendenbasiert. So können die Zuschauer nicht enttäuscht sein, selbst wenn alle Comedians schlecht waren. Dann ist es halt so“, schmunzelt „Becki“: „Für die ersten Shows habe ich sehr auf ein gutes Line-up geachtet, aber das wird künftig nicht immer so sein, denn ich kenne nicht alle. Außerdem muss ich jedem eine Chance für einen ersten Auftritt geben, auf die Chance war ich selbst auch angewiesen. Wenn es blöd läuft, ist jemand dabei, der nicht so lustig ist. Alles kann passieren, aber das ist der Reiz.“ Deutlich mehr als gedacht Im Vorfeld stößt „Becki“ mit seinem Format unter anderem im Wirtshaus Zum Kramer auf offene Ohren: „Es ist einfach etwas anderes und wir wollten Künstlern, die noch nicht so bekannt sind, eine Bühne bieten“, erzählt Wirtshausgattin Eva Ziegltrum. Die Professionalität der Newcomer der Branche, die bei der Premiere zwischen Wand und Bar mit ihrem Publikum beinahe wortwörtlich auf Tuchfühlung gehen, übertrifft dann alle Erwartungen. „Das Feedback der Leute war durchweg positiv. Jeder Künstler hatte eine eigene Persönlichkeit und Art von Humor. Ich war wirklich überrascht und dachte „Wahnsinn“. Angesichts des Andrangs musste ich sogar nach neuen Bierfilzen suchen. „Mich hat es ein paar Mal wirklich zerrissen.“
Mut zur Pause
Letztlich, so „Becki“, zähle alles, was andere zum Lachen bringt zur Comedy: „Ob das über Worte, Mimik oder Gesten läuft, ist egal. Der eine legt mehr Wert auf ein cooles, schauspielerisches Act-out. Dazu gehöre ich nicht. Andere, wie ich, setzen eher auf inhaltlich absurde Sachen, die lustig sind.“ Doch nicht nur jeder Comedian sei anders, sondern auch das Publikum, betont „Becki“: „Auch für mich als Newcomer, der jetzt vielleicht 20 Auftritte absolviert hat, ist es spannend zu sehen, dass manche Sachen an einem Ort ganz großartig funktionieren und woanders gar nicht, obwohl es sich um denselben Witz handelt.“ Wer gute Comedy machen wolle, müsse vor allem das richtige Timing beachten: „Das ist super-wichtig. Ich bin jemand, der schnell redet. Das fällt mir momentan immer mal wieder vor die Füße“, resümiert „Becki“ selbstkritisch: „Inzwischen habe ich gelernt, langsamer zu sprechen und ein paar Sekunden still zu halten und die Leute lachen zu lassen.“ Seine Nervosität halte sich derzeit in Grenzen: „Wenn es jetzt aber ums Fernsehen oder NightWash (Kultformat für Stand-up Comedy) ginge, wäre ich vermutlich mega-nervös.“ Was vielleicht ein wenig weit hergeholt klinge, sei grundsätzlich kein utopischer Gedanke: „So etwas wie NightWash kann relativ schnell gehen, wenn du den Zahn der Zeit triffst und etwas bringst, was es vorher noch nicht gab und gut ankommt.“
2026: Regelmäßig Lachen in Hallbergmoos
Zunächst aber gehe es ihm darum „Pling! Comedy aus der Mikrowelle“ in der Gemeinde zu etablieren. Bestenfalls solle es einmal monatlich in unterschiedlichen Locations (Wirtshaus Zum Kramer Wirt, Alter Wirt und Die Brüderei) stattfinden. „Wir schauen jetzt einfach, was passiert. Das Format soll so lange laufen, wie es läuft. Wenn es nicht mehr läuft, dann ist es halt vorbei, aber in der Zeit, in der es lief, war es einfach super-cool“, zeigt sich „Becki“ zuversichtlich. Im Wirtshaus Zum Kramer sind sich schon jetzt alle einig, so Eva Ziegltrum: „Wir bieten den Künstlern im März gerne wieder eine Bühne, wir hatten so viel Spaß. Für uns alle war das eine Win-Win-Situation.“
Die nächsten Shows:
16.1. Alter Wirt
26.2. Brüderei
Tickets kostenlos reservieren auf Eventbrite.com
(Suchbegriff „Comedy aus der Mikrowelle“)
Für Sie berichtete Mooskurier.















