Ein außergewöhnlicher Konzertabend

Kategorie: Konzerte

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Freude und Begeisterung bei der Uraufführung von „Strung Apart“. (v.li.) Maria Solozobova, Komponist Vladimir Genin und Olga Domnina

Mit Maria Solozobova und Olga Domnina und einer Uraufführung von V. Genin

Bereits das erste Konzert der diesjährigen erstklassik- Reihe war etwas ganz Besonderes. Unter dem Titel „Strung Apart – zwischen Spannung und Form“ zeigten die beiden Künstlerinnen Maria Solozobova (Violine) und Olga Domnina (Klavier) ihr großes Können. Maria Solozobova ist eine schweizerisch- russische Geigerin. Sie nahm erfolgreich an Wettbewerben teil und spielte mit renommierten Orchestern auf zahlreichen Bühnen Europas, Außerdem ist sie regelmäßiger Gast bei internationalen Festivals. Begleitet wurde sie von der italo-russischen Pianistin Olga Domnina, die ebenfalls vielfach mit bekannten Orchestern in den Konzertsälen europäischer Hauptstädte sowie bei Festivals in verschiedenen Ländern gastierte.

Das Programm des Abends verband Musik aus Barock und Romantik mit einem zeitgenössischen Werk. Zu Beginn hörte das Publikum die Sonate für Violine und Klavier c-Moll, BWV 1017 von Johann Sebastian Bach, die zu einem Zyklus von sechs Sonaten gehört. Giuseppe Tartini war zwar ein Zeitgenosse von J.S. Bach, doch sein Werk „Il Trillo del Diavolo“ weist eine ganz andere Art von Dramatik auf als die Sonate Bachs. Der „Teufelssonate“ liegt die Geschichte eines Traums zugrunde, in dem der Teufel den Triller im letzten Satz der Sonate spielt. Der Versuch, dies nach dem Aufwachen in Noten umzusetzen, gelang Tartini nicht annähernd so gut wie das teuflische Geigenspiel. Nicht nur der berühmte Triller, sondern die gesamte Sonate war eine große Herausforderung für Maria Solozobova, der sie perfekt gerecht wurde. Das Publikum honorierte diese enorme musikalische Leistung mit Bravo- Rufen und lautem Applaus. Der norwegische Komponist Edvard Grieg war in diesem Konzert mit seiner Sonate Nr. 3 vertreten, die im Dezember 1887 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Ihre leidenschaftlichen und mitreißenden Melodien wurden schon bald nach der Uraufführung in vielen Ländern gespielt und insbesondere der langsame romantische Teil ist sehr bekannt. Die „Introduction et Rondo Capriccioso“ Op. 28 von Camille Saint-Saëns, einem Klassiker romantischer Geigenmusik, war das letzte Stück des Abends.

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Das Highlight des Konzerts war jedoch die Uraufführung von „Strung Apart“, von Vladimir Genin extra für diesen Abend komponiert. Dieses Stück verlangte allen im Saal viel ab, den beiden Künstlerinnen, den Musikinstrumenten und dem Publikum. „Moderne Musik darf ein bisschen verrückt sein“ meinte Vladimir Genin, als er sein neuestes Werk ankündigte. Er hatte nicht übertrieben! Die Pianistin griff dem Flügel in die Saiten, klopfte auf das Holz und spielte mit der ganzen Handfläche, die Geige wurde gestrichen und gezupft, war mal schrill, mal leise, voller Körpereinsatz war angesagt. Wechselnde Farben der Beleuchtung verstärkten die Dynamik. Es war ein dramatischer und heftiger Dialog, mal schmerzhaft laut und dann wieder zart, bis sich am Ende die beiden Instrumente in einem harmonischen Miteinander fanden. Dass dieses Stück nicht nur musikalisch, sondern auch im Publikum polarisierte, war nachvollziehbar. Während es sich für die einen zeitweise befremdlich anhörte, konnten sich andere der immensen Spannung nicht entziehen und atmeten erst wieder auf, als sich am Schluss die sanften Töne einstellten. Der anhaltende Beifall bewies dem Komponisten und den beiden Künstlerinnen jedoch, dass dieses Werk, das sich unablässig zwischen Spannung und Form bewegt, in seiner Umsetzung höchst beeindruckend war.

Das Publikum zeigte sich, wie immer in Hallbergmoos, sehr diszipliniert, niemand klatschte zu früh oder an der falschen Stelle. Dies wussten die beiden Künstlerinnen sicherlich zu schätzen und sie bedankten sich für Applaus, Aufmerksamkeit und Blümchen mit einer Zugabe. Bei dieser Gelegenheit sei auf das nächste erstklassik-Konzert hingewiesen, das am 27. Juni ein Akkordeon-Festival mit Werken von Johann Sebastian Bach, Vladimir Genin, Mikolaj Majkusiak und Astor Piazzolla eröffnet.

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Für Sie berichtete Maria Schultz.

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