Kulinarischer Kult verbindet
Die einen lieben ihn kalt und säuerlich mariniert in einer Semmel, anderen zergeht er pochiert an einer leichten Speck-Krabben-Stippe mit Petersilienkartoffeln auf der Zunge und wieder andere wollen ihn kräftig gewürzt und kross an einem Steckerl über dem Feuer zubereitet – so wie die meisten Fischfans in Hallbergmoos. Als absoluter Insider-Tipp in Sachen Hochgenuss entpuppt sich allerdings das Fischpflanzerl der Fischerfreunde. „Der pure Wahnsinn, eine echte Geschmacksexplosion“, lautet das einhellige Urteil unter Genussfreunden. Seit Jahren zieht es die Kenner im August zum traditionellen Fischerfest der Fischerfreunde Hallbergmoos-Goldach: „1994 war das erste, seither machen wir das“, erzählt Vereinsvorstand Christian Gaisbauer. Viel Zeit für ein Gespräch hat er nicht, denn wie eh und je stehen Pescetarier und Fisch-Gourmets in der Schlange des Schmankerlevents: „Wie man sieht, ist es wahnsinnig erfolgreich, wir mussten schon nachholen“, sagt Gaisbauer. „Inzwischen arbeiten wir in drei Schichten“, bestätigt der zweite Vorstand Falk-Uwe Schroller im Vorbeigehen.
Schichtwechsel auf der Bierbank
Schon vormittags zieht der feine Geruch von gegrilltem Fisch über den Schulparkplatz am Freiherr- von-Hallberg-Platz und lockt vierbeinige Samtpfoten an, die sich im angemessenen Abstand ein Bild des Szenarios machen. Wer weiß, vielleicht fällt ja etwas ab? Pünktlich um elf Uhr schlagen dann die ersten Hungrigen auf und wollen sich ein schattiges Plätzchen für ein frühes Mittagessen sichern. „Auf unsere Rentner ist tausendprozentiger Verlass, sie kommen und wollen ihre Brotzeit essen und ein gemütliches Bier trinken“, freut sich Gaisbauer: „Danach nehmen sie noch Kuchen zu einem Kaffee, kurz bevor die zweite Schicht beginnt.“ Die besteht überwiegend aus jüngeren Familien. Während sich Mama und Papa den leckeren Happen gönnen, können sie ohne Anstrengung den spielenden Nachwuchs im Blick behalten: „Wir haben das so konzipiert, dass es für alle entspannt ist. Die Hüpfburg ist so platziert, dass die Eltern ihre Kinder gut sehen können. Heuer sprenkeln wir außerdem wegen der Hitze Wasser.“ Abends zur vorgerückten Stunde erscheint schließlich die dritte Schicht, vor allem als gewilltes Party-Volk bekannt: „Die feiern dann wild und Open- Air bis ein Uhr in der Nacht, da geht´s ohne Ende ab“, meint Gaisbauer augenzwinkernd.
Spitzen-Crew und Schirm- Sharing
„Wir stemmen das mit rund 60 bis 70 Mitgliedern in zwei Schichten. Vor allem müssen wir der Familie Hausler, die uns alles zur Verfügung stellt, danken. Egal, was wir brauchen, sie lesen uns jeden Wunsch von den Lippen ab“. Unser Hausmeister ist ein Traum, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hallbergmoos sind dabei und die Goldacher Madln stemmen die Bar“, zeigt sich Gaisbauer angetan. „Es macht einfach wahnsinnig viel Freude, die Begeisterung der Leute zu sehen und deren Treue zu erleben. Wir brauchen nicht viel Werbung, hängen lediglich unsere fünf Planen auf.“ Ein Erfolgsrezept des Festes seien die günstigen Preise für Getränke und Fisch: „Wir versuchen das so moderat wie möglich zu gestalten, auch wenn Fisch immer teurer wird. Es soll ein bezahlbares Familienfest bleiben. Hier rutschen die Leute noch zusammen, damit alle unter einen Schirm passen.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.



















