Gemeinderatssitzung vom 28. Juli 2026

Kategorie: Gemeinderat

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Das Wichtigste aus dem Gemeinderat in Kürze:
• Kindergarten Sonnenschein: Der gesamte Außenbereich soll für rund 677.000 Euro erneuert werden.
• Marienstraße: Zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 34 Wohnungen erhalten mehrheitlich die erforderlichen Befreiungen.
• Dreifachturnhalle: Die Verwaltung soll eine abschnittsweise Kernsanierung detailliert planen.
• Abwasser: Ein neues Pumpwerk soll den Abwassertransport aus dem Munich Airport Business Park absichern.
• Lärmschutz: Für betroffene Gebäude entlang der verlängerten Predazzoallee wird ein Fensterprogramm vorbereitet.
• Jugendgemeinderat: Der Tagesordnungspunkt wurde vertagt und soll nach der Sommerpause erneut behandelt werden.

Die öffentliche Sitzung des Hallbergmooser Gemeinderats am 28. Juli stand erneut stark im Zeichen notwendiger Sanierungen. Beim Kindergarten Sonnenschein entschied sich das Gremium für die umfassende Erneuerung der Außenanlagen – trotz Mehrkosten gegenüber dem bisherigen Budget. Noch grundsätzlicher wurde die Debatte bei der Dreifachturnhalle: Dort haben Untersuchungen erhebliche Schäden an Leitungen, Duschen und Sanitärbereichen offengelegt. Aus der Beratung über eine Kernsanierung entwickelte sich zugleich eine breite Diskussion darüber, wie viele Millionenprojekte in den kommenden Jahren noch auf die Gemeinde zukommen. Ausführlich beschäftigte sich der Gemeinderat außerdem mit zwei neuen Mehrfamilienhäusern an der Marienstraße. Der Wunsch nach 34 zusätzlichen Wohnungen traf dort auf Fragen zu Stellplätzen, Versiegelung, Gleichbehandlung und Klimaanpassung. Ein weiterer wichtiger Punkt, die geplante Einrichtung eines Jugendgemeinderats, wurde dagegen kurzfristig von der Tagesordnung genommen.

BEKANNTGABEN

Protokoll sorgt noch einmal für Diskussion
Bereits die Genehmigung des Protokolls der vorangegangenen Sitzung verlief nicht vollständig geräuschlos. Aus dem Gemeinderat wurde kritisiert, dass die damalige Diskussion über das Bürgerbegehren zur Senderwiese und die Beweggründe einzelner Fraktionen in der Niederschrift zu knapp wiedergegeben seien. Bürgermeister Benjamin Henn wies darauf hin, dass die ausführlicheren Stellungnahmen als Anlage veröffentlicht würden. Das Protokoll wurde schließlich mit 20 gegen drei Stimmen genehmigt.

Buszuschuss, Feuerbeschau und Bodenrichtwerte
Bekanntgegeben wurde ein nichtöffentlicher Beschluss, dessen Geheimhaltungsgrund inzwischen entfallen ist. Dem Unternehmen Transmobility gewährt die Gemeinde für eine Busverbindung zwischen dem Flughafen München und dem Gewerbegebiet Hallbergmoos zwölf Monate lang einen Zuschuss von monatlich 7.500 Euro. Das Gesamtvolumen beträgt 90.000 Euro. Der Gemeinderat nahm außerdem die Kostenstände der großen kommunalen Baumaßnahmen zur Kenntnis. Dazu gehören unter anderem das Wohnhaus an der Predazzoallee, der Rathausumbau, die Grundschulsanierung, das Alte Rathaus und das neue Feuerwehrhaus in Goldach. Bei der Feuerbeschau wurden zahlreiche Kinderbetreuungseinrichtungen, Horte, das Jugendzentrum sowie wiederkehrende Großveranstaltungen überprüft. Als Nächstes sollen die Hallbergmooser Hotels kontrolliert werden. Für das Bunte Haus und das Seniorenzentrum Pichlmayr laufen bereits die Vorbereitungen. Die neuen Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 wurden vom Gutachterausschuss des Landkreises Freising bekannt gegeben und können über die Internetseite der Gemeinde eingesehen werden. Unter den mündlichen Bekanntgaben berichtete die Verwaltung über den Stand der geplanten Nutzungsänderung im Untergeschoss des Alten Rathauses. Dort soll ein Secondhandladen entstehen. Zudem wurde angekündigt, dass eine Regionalbusverbindung zwischen Hallbergmoos und Erding zum Fahrplanwechsel im Dezember 2027 weitgehend eingestellt werden soll. Erhalten bleiben sollen insbesondere die für die Schülerbeförderung notwendigen Fahrten.

BESCHLÜSSE

Kindergarten Sonnenschein: Gemeinderat entscheidet sich für die große Lösung
Die Erneuerung der Außenanlagen des Kindergartens Sonnenschein gehört bereits seit mehreren Jahren zu den wiederkehrenden Planungsthemen der Gemeinde. Ursprünglich hatte der Bau- und Planungsausschuss für eine teilweise Sanierung des südlichen Bereichs ein Gesamtbudget von 570.000 Euro festgelegt. Bestandsvermessung und Bodengutachten zeigten später jedoch, dass eine isolierte Erneuerung dieser Fläche fachlich kaum sinnvoll wäre. Insbesondere die Anschlüsse an das Gebäude, fehlende Gefälle und Entwässerungseinrichtungen müssten ertüchtigt werden. Auch der nördliche Bereich weist nach Einschätzung der Verwaltung erhebliche bauliche und sicherheitsrelevante Mängel auf. Genannt wurden beschädigte Palisaden, nicht mehr passende Spielgeräte, unebene Beläge und regelmäßige Pfützenbildung. Ohne Gesamtsanierung wäre deshalb voraussichtlich bereits innerhalb weniger Jahre die nächste Baustelle notwendig geworden. Vertreter des Planungsbüros grünfabrik schilderten dem Gemeinderat bei ihrem Vortrag die Situation vor Ort.

Der stark geneigte Außenbereich müsse neu gegliedert und teilweise durch abgestufte Flächen gesichert werden. Spielgeräte und Fallschutzbereiche entsprächen teilweise nicht mehr den heutigen Anforderungen. Auch Wurzeln, Stolperstellen und die fehlende kontrollierte Ableitung des Regenwassers machten eine grundlegende Überarbeitung notwendig. Das vorgestellte Gesamtkonzept sieht vor, Wasser- und Sandspielbereiche grundsätzlich an ihren bisherigen Positionen zu belassen. Gleichzeitig sollen zusätzliche Spiel- und Aufenthaltsflächen entstehen. Die bisherige südliche Bewegungsfläche und die nördliche Spielfläche werden getauscht. Dadurch entsteht im Süden eine größere, multifunktional nutzbare Fläche. Möglichst viele Bäume sollen erhalten bleiben; Beläge, Höhenunterschiede und Entwässerung werden nach aktuellen Normen neu aufgebaut.
Zur Entscheidung standen drei Varianten. Eine Sanierung nur des südlichen Bereichs hätte rund 576.500 Euro gekostet. Ohne Sonnensegel wäre der bisherige Kostenrahmen von 570.000 Euro knapp eingehalten worden. Das vollständige Konzept für Nord- und Südbereich wurde dagegen mit rund 677.000 Euro beziffert – 107.000 Euro mehr als bislang eingeplant. Silvia Edfelder (CSU), Referentin für Schulen, Kindertagesstätten und Bildung, sprach sich deutlich für die Gesamtlösung aus. Der Außenbereich werde bereits seit 2018/2019 immer wieder diskutiert. Nach jahrelangen kleineren Ausbesserungen sei es sinnvoller, die Anlage nun vollständig und dauerhaft zu erneuern. Hinzu komme, dass die Baukosten in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen seien. Eine erneute Teilmaßnahme würde aus ihrer Sicht lediglich dazu führen, dass die Gemeinde einige Jahre später wieder auf derselben Baustelle stehe. Auch Florian Rothmeyer (Grüne), unterstützte die umfassende Variante. Er hinterfragte allerdings, weshalb zwei ältere Bäume aus der Planung entfallen sollten. Gerade angesichts zunehmender Hitze seien bestehende Schattenspender besonders wertvoll. Zudem erschien ihm das vorgesehene Zusammenspiel aus Sonnensegel, mobilen Schirmen und einer zusätzlichen Markise noch nicht ausreichend aufeinander abgestimmt. Das Planungsbüro sagte zu, den Erhalt der Bäume sowie das gesamte Sonnenschutzkonzept noch einmal zu überprüfen.

Thomas Henning (Freie Wähler), unterstützte ebenfalls die vollständige Sanierung, verband seine Zustimmung aber mit deutlicher Kritik an der bisherigen Kostenentwicklung. Die nun vorgeschlagene Lösung liege rund 18 Prozent über dem ursprünglich gesetzten Rahmen. Vor den Haushaltsberatungen 2027 brauche der Gemeinderat verlässlichere Zahlen und frühere Hinweise, wenn Kostenansätze nicht ausreichten. Dennoch sei eine Beschränkung auf den südlichen Bereich letztlich nicht sinnvoll. Bürgermeister Henn räumte ein, dass die Gemeinde bei zusätzlichen Ausgaben insgesamt vorsichtiger werden müsse. Zugleich verwies er darauf, dass die frühere Planung nur den südlichen Bereich betrachtet habe und auf unzureichenden Grundlagen beruhte. Mit der neuen Planung erhalte die Gemeinde eine fachlich belastbarere und auf Dauer wirtschaftlichere Lösung. Der Gemeinderat entschied sich schließlich einstimmig für das Gesamtkonzept. Die Außenanlagen sollen damit vollständig für rund 677.000 Euro erneuert werden. Den überplanmäßigen Ausgaben von 107.000 Euro wurde ebenfalls zugestimmt.

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Neues Pumpwerk sichert Abwassertransport
An der Schwaiger Straße bzw. Ludwigstraße soll ein neues Abwasserpumpwerk entstehen. Bislang wird das gesamte Abwasser des Munich Airport Business Parks über das Pumpwerk am Ludwigskanal zur Kläranlage transportiert. Besonders kritisch ist dabei eine Leitung unter dem Ludwigskanal, die bereits vor einigen Jahren bei einer Spülbohrung erheblich beschädigt worden war. Mit dem Neubau erhält das System eine zweite, unabhängige Transportmöglichkeit. Das Pumpwerk soll zunächst mit zwei Pumpen ausgerüstet, aber bereits für eine dritte vorbereitet werden. Die Kosten werden auf rund 600.000 bis 650.000 Euro geschätzt. Die genaue Berechnung muss dem Gemeinderat noch einmal vorgelegt werden. Der Beschluss fiel einstimmig für das Pumpwerk aus.

Jugendgemeinderat wird nach der Sommerpause beraten
Der geplante Jugendgemeinderat wurde kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Nach Angaben von Bürgermeister Henn hatten sich neue Erkenntnisse ergeben, die zunächst innerhalb der Verwaltung aufgearbeitet und abgestimmt werden müssten.

Fensterprogramm für die verlängerte Predazzoallee
Für den Bebauungsplan „Verlängerung Predazzoallee“ erlässt die Gemeinde ein kommunales Fensterprogramm. Ein Schallgutachten hatte an elf Immissionspunkten mögliche Ansprüche auf passiven Lärmschutz festgestellt. Betroffene Eigentümer sollen deshalb nach Inbetriebnahme der neuen Straße Zuschüsse für geeignete Schallschutzmaßnahmen beantragen können. Die Verwaltung rechnet überschlägig mit Kosten von rund 10.000 Euro je Gebäude und einem Gesamtvolumen von etwa 100.000 Euro. Neubauten an der Predazzoallee erfüllen bereits den aktuellen technischen Standard und fallen nicht unter das Programm. Der Gemeinderat stimmte der Satzung zu.

Wohnraumerweiterung an der Maximilianstraße
Für das Grundstück Maximilianstraße 79a lag ein Antrag auf Wohnraumerweiterung und den Bau einer Terrassenüberdachung vor. Dafür waren mehrere Befreiungen vom Bebauungsplan notwendig, unter anderem wegen des Pultdachs, eines Gebäudevorsprungs und der bereits bestehenden hohen Versiegelung. Das Mehrfamilienhaus wurde 1993 und damit vor Inkrafttreten des heutigen Bebauungsplans genehmigt. Die Verwaltung bewertete die zusätzlichen Abweichungen als städtebaulich vertretbar. Der Gemeinderat folgte dieser Einschätzung einstimmig.

Marienstraße: 34 Wohnungen lösen Debatte über Stellplätze aus
Deutlich länger beschäftigte den Gemeinderat der Bauantrag für die Grundstücke Marienstraße 6 und 8. Dort sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils 17 Wohnungen und einer gemeinsamen Tiefgarage entstehen. Insgesamt geht es damit um 34 neue Wohnungen. Ein Teil der Gebäude liegt innerhalb des Bebauungsplans „Jägerfeld West“, neun Wohnungen befinden sich außerhalb des Plangebiets im sogenannten unbeplanten Innenbereich. Neben dem gemeindlichen Einvernehmen waren zwei Befreiungen erforderlich: Statt rechnerisch rund 60 Stellplätzen sollen 52 gebaut werden. Außerdem soll die zulässige Gesamtversiegelung von 0,80 auf 0,87 steigen. Die ungewöhnlich hohe Stellplatzforderung entsteht, weil für die Wohnungen innerhalb und außerhalb des Bebauungsplans unterschiedliche Berechnungsgrundlagen gelten. Innerhalb des Plangebiets werden zusätzlich 20 Prozent Besucherstellplätze verlangt, während die neuere Stellplatzsatzung der Gemeinde bei Wohngebäuden keine gesonderten Besucherplätze mehr vorsieht. Die Verwaltung erinnerte außerdem daran, dass der Gemeinderat bei einem vergleichbaren Vorhaben bereits im Juni 2026 auf Besucherstellplätze verzichtet hatte. Auch bei der Versiegelung verwies die Verwaltung auf einen früheren Vergleichsfall. Im Jahr 2019 war im selben Bebauungsplangebiet eine Gesamtversiegelung von 0,88 zugelassen worden. Das neue Projekt bleibt mit 0,87 knapp darunter. Die zusätzlichen Flächen entstehen vor allem durch Zufahrten, Stellplätze, Fahrradabstellbereiche und den Wertstoffplatz. Ein großer Teil soll mit wasserdurchlässigen Belägen gestaltet werden. Zudem werden rund 435 Quadratmeter der Tiefgaragendecke mit mindestens 60 Zentimetern Substrat überdeckt und begrünt. Hermann Hartshauser (Einigkeit), Baureferent, ordnete das Vorhaben aus Sicht seines Referats ein. In der anschließenden Aussprache wurde allerdings grundsätzlich darüber diskutiert, welche Bindungswirkung frühere Befreiungen entfalten. Kritische Stimmen warnten davor, aus einem einmal gefassten Beschluss automatisch einen Anspruch für jedes weitere Projekt abzuleiten.

Jedes Grundstück, jedes Gebäude und jede Verkehrssituation müsse weiterhin eigenständig bewertet werden. Thomas Henning (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, die Abweichungen nicht unnötig zu dramatisieren. Das Vorhaben füge sich grundsätzlich in die Umgebung ein und schaffe dringend benötigten Wohnraum. Die Gemeinde müsse froh sein, wenn private Investoren Wohnungen errichteten. Kleinere, städtebaulich vertretbare Abweichungen sollten deshalb nicht automatisch zu einer Ablehnung führen. Gleichzeitig nutzte Henning die Diskussion, um erneut ein umfassendes Mobilitätskonzept für Hallbergmoos anzumahnen. Stefan Kronner (SPD) erinnerte daran, dass der Gemeinderat erst wenige Sitzungen zuvor einen sehr ähnlichen Antrag beraten und nach längerer Diskussion genehmigt habe. Für ihn sei schwer nachvollziehbar, weshalb dieselben grundsätzlichen Argumente nun erneut vollständig aufgerollt würden. Gerade bei unmittelbar benachbarten und vergleichbaren Projekten müsse die Gemeinde auf eine nachvollziehbare Linie achten. Aus der Grünen-Fraktion kam dagegen Widerspruch gegen die zusätzliche Versiegelung. Angesichts zunehmender Hitze und häufiger Starkregenereignisse müsse die Gemeinde versuchen, möglichst viele Flächen für Versickerung, Wasserrückhalt und Begrünung zu erhalten. Auch wasserdurchlässige Beläge und die Begrünung der Tiefgarage könnten die Überschreitung aus dieser Sicht nicht vollständig ausgleichen. Am Ende erteilte der Gemeinderat mehrheitlich die Befreiung für 52 anstelle von 60 Stellplätzen. Auch die Überschreitung der Grundflächenzahl wurde mehrheitlich zugelassen. Damit erteilte das Gremium zugleich das gemeindliche Einvernehmen für die beiden Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 34 Wohnungen.

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Dreifachturnhalle: Schäden führen zu grundsätzlicher Finanzdebatte
Den längsten und grundsätzlichsten Teil des Abends nahm die Sanierung der Umkleide-, Dusch- und Sanitärbereiche der Dreifachturnhalle am Freiherr-von- Hallberg-Platz ein. Die Halle wurde 1991 in Betrieb genommen. Seit 2022 wurden dort Feuchteschäden untersucht, Leitungen mit Kameras befahren, Estrichflächen geöffnet und die Trinkwasseranlage überprüft. Die Ergebnisse sind deutlich: Abwasserleitungen weisen Korrosion, Rohrbrüche, Muffenversätze und Undichtigkeiten auf. In Teilen der Umkleidebereiche sind Dämmschichten durchfeuchtet. Im sogenannten Stiefelgang wurde punktuell sogar fäkalienhaltiges Wasser unter dem Estrich festgestellt. Hinzu kommen wiederholte Legionellenbefunde. Die überwiegend verzinkte Trinkwasserinstallation ist nach heutigen Maßstäben überdimensioniert, wodurch Wasser in einzelnen Leitungsabschnitten zu lange stehen bleibt. Johann Bayer aus der Gemeindeverwaltung erläuterte dem Gremium ausführlich die technischen Zusammenhänge. Eine punktuelle Reparatur sei zwar grundsätzlich möglich, beseitige aber nicht sämtliche Ursachen. Bei den alten Leitungen bestehe das Risiko, dass nach dem Austausch eines beschädigten Abschnitts wenige Jahre später der nächste Bereich ausfalle. Auch die Abdichtungen, Fußbodenaufbauten, Warmwasserbereitung und Teile der Fußbodenheizung müssten in eine Gesamtbetrachtung einbezogen werden. Die Verwaltung stellte zwei grundsätzliche Wege gegenüber. Eine Bestandssanierung mit überwiegend punktuellen Reparaturen wird derzeit auf rund eine bis 1,2 Millionen Euro geschätzt. Eine abschnittsweise Kernsanierung würde voraussichtlich rund zwei Millionen Euro kosten. Dabei würden die betroffenen Umkleiden und Duschen vollständig zurückgebaut, Leitungen, Warmwasserbereitung, Estrich, Fußbodenheizung, Abdichtungen und Oberflächen erneuert. Vorgesehen ist eine Verteilung auf mehrere Jahre mit derzeit rund 500.000 Euro pro Bauabschnitt und Haushaltsjahr. Hermann Hartshauser (Einigkeit), Baureferent, sprach sich dafür aus, nicht weiter nur einzelne Schadstellen zu reparieren. Sobald belastbare Zahlen vorlägen, müsse die Gemeinde eine dauerhafte Lösung umsetzen. Eine abschnittsweise Ausführung könne dabei helfen, Kosten und Nutzungseinschränkungen zu begrenzen. Markus Streitberger (Freie Wähler), Referent für Sport und Freizeit, erinnerte daran, dass die ersten Probleme bereits 2022 bekannt geworden seien. Inzwischen seien mehrere Jahre vergangen. Weiteres Zögern koste ebenfalls Geld, während die Schäden nicht kleiner würden. Aus seiner Sicht führe deshalb an einer grundlegenden Sanierung kein sinnvoller Weg vorbei. Auch Thomas Henning (Freie Wähler), Referent für Vereine, Partnerschaft und Kultur, befürwortete eine vollständige Erneuerung. Wichtig sei, die betroffenen Sportvereine frühzeitig in Bauablauf und Übergangslösungen einzubeziehen. Denkbar seien abschnittsweise Arbeiten, bei denen jeweils ein Umkleide- und Duschbereich vollständig fertiggestellt wird, bevor der nächste beginnt. Falls notwendig, müssten auch provisorische Sanitärcontainer geprüft werden. Dr. Marcus Mey (CSU) , weitete die Diskussion anschließend auf die gesamte Finanz- und Gebäudesituation der Gemeinde aus. Seit rund einem Jahr befasse sich der Gemeinderat in einem erheblichen Teil mit immer neuen Sanierungsprojekten. Gleichzeitig fehle eine vollständige Übersicht darüber, welche größeren Maßnahmen in den nächsten zwei bis fünf Jahren noch anstünden. Mey forderte deshalb eine ehrliche Bestandsaufnahme sämtlicher kommunaler Gebäude und absehbarer Millionenprojekte. Der Gemeinderat könne keine verantwortungsvollen Einzelentscheidungen treffen, wenn ihm die mittelfristigen Gesamtbelastungen des Haushalts nicht bekannt seien. Ein Haushaltsansatz allein bedeute noch nicht, dass eine Maßnahme tatsächlich dauerhaft finanziert sei. Bürgermeister Henn und Thomas Grüning von der Finanzverwaltung teilten diese grundsätzliche Einschätzung. In den vergangenen Jahren seien bei mehreren Gebäuden notwendige Instandsetzungen nicht ausreichend berücksichtigt worden. Inzwischen zeichne sich ab, dass jährlich erhebliche Summen für Unterhalt und Sanierung benötigt würden. Diese Kosten könnten nicht einfach gestrichen werden – offen sei meist nur, wann sie anfielen und wie sie finanziert würden. Florian Rothmeyer (Grüne) regte an, bei der weiteren Planung ausdrücklich mehrere Bauabschnitte und Alternativen vorzulegen. Auch mögliche Kosten für provisorische Sanitäranlagen sollten separat ausgewiesen werden. Zudem müsse untersucht werden, weshalb die Trinkwasseranlage ursprünglich so groß dimensioniert worden sei und welche Erkenntnisse die Gemeinde daraus für künftige Projekte ziehen könne. Weitere Wortmeldungen machten deutlich, dass Schule und Vereine zeitweise Einschränkungen hinnehmen müssten. Vorrang habe, eine vollständige Sperrung der Halle durch einen größeren Schaden zu verhindern. Dafür benötige das Gremium jedoch belastbare Kosten, einen realistischen Zeitplan und einen Bauablauf, der den Betrieb so weit wie möglich aufrechterhält. Der abschließende Beschluss wurde deshalb ausdrücklich als Planungsund Prüfauftrag formuliert – noch nicht als endgültige Freigabe einer Zwei-Millionen-Euro-Baumaßnahme. Die Verwaltung soll eine abschnittsweise Kernsanierung ausarbeiten und dem Gemeinderat Varianten für die Durchführung im laufenden Betrieb, detaillierte Kosten, Bauabschnitte, Fördermöglichkeiten und einen Zeitplan vorlegen. Auch die betroffenen elektrischen Anlagen sollen überprüft werden. Der Beschluss fiel einstimmig mit 24 zu null Stimmen.

Gewinne der Photovoltaikanlagen bleiben in der Rücklage
Ein möglicher Gewinn des gemeindlichen Betriebs gewerblicher Art „Photovoltaikanlagen“ aus dem Jahr 2025 soll vollständig einer steuerlichen Rücklage zugeführt werden. Dadurch kann das Geld später beispielsweise für Investitionen genutzt werden, ohne unmittelbar Kapitalertragsteuer auszulösen. Beim Betrieb „Elektrizitätsverteilung“, der die Beteiligung an der Stromnetz Hallbergmoos GmbH & Co. KG umfasst, wird dagegen keine Rücklage gebildet. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu.

Michael Kirmayer wird Verbandsrat
Michael Kirmayer, Leiter der Abteilung Sicherheit und Ordnung, vertritt Hallbergmoos künftig als Verbandsrat im Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern. Der Gemeinde steht dort für die neue Wahlperiode ein Sitz zu. Auch dieser Beschluss fiel einstimmig.

ANFRAGEN UND BÜRGERFRAGESTUNDE
Unter den Anfragen ging es unter anderem um die Suche nach einem Standort für eine Postfiliale, die Verkehrssicherheit an der Maximilianstraße, ausstehende Gehwegsanierungen und den Bearbeitungsstand des gemeindlichen Mobilitätskonzepts. Die Verwaltung kündigte an, das Konzept in den kommenden Monaten im Gemeinderat vorzustellen. Auch der jüngste IT-Ausfall der Verwaltung und die Zusammenarbeit mit dem beauftragten Dienstleister sollen noch aufgearbeitet werden. In der Bürgerfragestunde wurde noch einmal nach dem Vergleichsprojekt gefragt, auf das sich die Verwaltung bei den fehlenden Besucherstellplätzen an der Marienstraße bezogen hatte. Weitere Fragen betrafen die Veröffentlichung der Fluglärmschutzkarten und den Zeitplan der neuen Lärmschutzverordnung. Die Verwaltung stellte klar, dass diese Verordnung vom Freistaat Bayern und nicht von der Flughafen München GmbH erlassen wird.

Für Sie berichtete Kate Eigner.

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