Eva Ziegltrum (re.) übergibt die Schecks in Höhe von je 1600 Euro an Harry Hoyler von den „Helferschweinen“ und Roland Hefter von „Ein Herz für Rentner“.
Bierfilzel setzen Zeichen
3200 Euro für rund 1500 Handabdrücke kleiner Kinder auf einem Bierfilzel, verziert mit Glitzer und anderem bunten Dekor, in deren Mitte je ein kleines Teelicht brennt. „Wir haben sagenhafte 3200 Euro an Spenden eingenommen. Ich hätte 1500 schon super gefunden! Niemals hätte ich geglaubt, dass es so viel wird“, sagt die Initiatorin der Aktion, Eva Ziegltrum (Eva´s Kindertagespflege), sichtbar überwältigt und dankbar. Jedes verkaufte Licht, reicht symbolisch die Hand und setzt ein Zeichen der Hoffnung, denn das Geld kommt Rentnern und den Menschen im Ahrtal, die nach wie vor mit den Folgen der verheerenden Flutkatastrophe zu kämpfen haben, zugute: „Es ist wirklich unglaublich, wie viele Menschen aus Hallbergmoos gespendet haben, viele auch einfach so. Toll war, dass uns zu allen anderen spontan noch der Friseursalon Beate, Gemüseanbau Hausler, die Metzgereien Lobermeier und Manhart, Open 9 Golf Eichenried und die Kindergärten Sonnenschein und Rappelkiste mit dem Verkauf unserer Lichter unterstützt haben.“
Wenn es am Ende überall fehlt
Die Schicksale von vielen Senioren seien einfach unvorstellbar, erzählt Eva Ziegltrum betroffen. Besonders „krass“ sei eine Geschichte, die ihr vor einigen Tagen der Münchner Stadtrat und Vorstand des Vereins „Ein Herz für Rentner“, Roland Hefter, von einem Rentner erzählt. „Er offenbarte Roland Hefter, einen Teebeutel drei Tage lang auszukochen, um zu sparen. Da hätte es mir beinahe den Schalter rausgehauen, wenn sich ein Rentner nicht einmal einen Teebeutel pro Tag leisten kann. Da läuft doch echt etwas verkehrt“, kritisiert Eva Ziegltrum „diesen Zustand“ scharf. Aus den Kontakten zum Verein „Ein Herz für Rentner“ erfährt Eva Ziegltrum wie notwendig jeder Cent sei. Die engagierte Frau hört von Senioren, die sich keine warme Winterjacke oder Schuhe kaufen können oder auf dem Boden schlafen müssen, weil der Lattenrost kaputt ist und das Geld für einen neuen fehlt: „Viele der Menschen kommen schon vor dem 20. eines Monats zu „Ein Herz für Rentner“, weil es hinten und vorne nicht reicht“, weiß Eva Ziegltrum aus Gesprächen: „In dem Verein haben sie so viele Fälle zu bearbeiten, dass sie nicht mehr nachkommen, der Bedarf ist einfach riesig.“
Große Not
In Deutschland sind mehr als 9,3 Millionen Rentner von der Altersarmut betroffen und das, obwohl sie auf Jahrzehnte voller Arbeit zurückblicken können. Am Ende des Lebens reicht es trotzdem oft nicht für das Nötigste, eine Tatsache, die Eva Ziegltrum tief unter die Haut geht. „Ich wollte einfach etwas tun und jetzt ist es ein Herzensprojekt. Kinder haben ja irgendwie immer eine Lobby. Das ist auch richtig so, damit es den Kindern gut geht, aber wir dürfen die andere Personengruppe nicht hinten runterfallen lassen.“ Deswegen seien die Spenden bereits bei den beiden vorgesehenen Vereinen: „Wir haben je 1600 Euro übergeben an Roland Hefner für „Ein Herz für Rentner“ und an Harry Hoyler von den „Helferschweinen“, der damit das Ahrtal unterstützt, das ja leider hier in Deutschland ein bisschen in Vergessenheit geraten ist“, berichtet die tatkräftige Mutter dreier Kinder.
Ein kleiner Anfang
„Ich weiß, dass wir mit den 3200 Euro die Welt nicht retten können“, ist sich die tatkräftige Organisatorin bewusst, „aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung und jede lange Reise beginnt mit einem ersten Schritt.“ Bei all ihrem Handeln geht es Eva Ziegltrum vor allem um die Würde der Menschen: „Ich denke, jeder von uns will die auch für sich beanspruchen. Daher wollen wir, der enge Kreis der Aktion, versuchen in diese Richtung weiterzumachen und das im nächsten Jahr wiederholen, die Idee dafür finden wir. Wir hoffen, dass wir wieder so viele großzügige Spender finden.“
Für Sie berichtete Manuela Praxl.










