Die Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, über das weitere Vorgehen und die Planungen der „Senderwiese“ abzustimmen.
Richtungsentscheidung für die Zukunft von Hallbergmoos
Hallbergmoos steht vor einer der wichtigsten Entscheidungen der vergangenen Jahre. Am 5. Juli stimmen die Bürgerinnen und Bürger darüber ab, ob die Gemeinde die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die geplante Ansiedlung eines Standorts für Verteidigungstechnologie auf einem Teil der Senderwiese schaffen soll.
Die Abstimmung wird vielerorts als Entscheidung über ein einzelnes Bauprojekt diskutiert. Tatsächlich geht es jedoch um weit mehr als die Nutzung einer Fläche. Für viele Befürworter steht die Frage im Mittelpunkt, welche wirtschaftliche und technologische Entwicklung Hallbergmoos künftig einschlagen möchte. Die Gemeinde hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort im Landkreis Freising entwickelt. Die Nähe zum Flughafen, zahlreiche Unternehmen sowie eine starke Gewerbesteuerbasis haben wesentlich zur Entwicklung von Hallbergmoos beigetragen. Mit der geplanten Ansiedlung könnte nun ein weiterer Schritt folgen. Nach Angaben der Projektbefürworter sollen auf dem vorgesehenen Gelände Forschung, Entwicklung und Produktion im Bereich moderner Verteidigungstechnologie entstehen. Damit verbunden wären Investitionen, hochqualifizierte Arbeitsplätze und die Aussicht auf zusätzliche wirtschaftliche Impulse für die Region. Befürworter verweisen zudem auf die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wird die Bedeutung einer leistungsfähigen europäischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie verstärkt diskutiert. Unternehmen aus diesem Bereich gelten für viele inzwischen als wichtiger Bestandteil technologischer Souveränität und nationaler Sicherheit.
Gleichzeitig bleibt das Vorhaben umstritten. Kritiker befürchten den Verlust wertvoller Freiflächen und sehen die geplante Nutzung der Senderwiese kritisch. Auch grundsätzliche Vorbehalte gegenüber Unternehmen aus dem Verteidigungssektor werden immer wieder geäußert. Die Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung hat angekündigt, ihren Widerstand auch über den Bürgerentscheid hinaus fortsetzen zu wollen. Unabhängig davon kommt der Abstimmung am 5. Juli eine zentrale Bedeutung zu, da die Bürger darüber entscheiden, ob die Gemeinde die Planungen überhaupt weiterverfolgen soll.
Der Bürgerentscheid soll nun Klarheit schaffen. Dabei wird nicht unmittelbar über den Bau eines Standorts abgestimmt. Die Bürger entscheiden vielmehr darüber, ob die Gemeinde die notwendigen planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen und die weiteren Verfahren fortführen soll. Unabhängig vom Ausgang dürfte die Abstimmung eine Weichenstellung für die Zukunft Hallbergmoos‘ darstellen. Sie entscheidet darüber, ob die Gemeinde die Möglichkeit einer solchen Ansiedlung weiterverfolgen oder den Weg an dieser Stelle beenden möchte. Für viele Bürger steht daher nicht allein die Zukunft der Senderwiese zur Debatte, sondern die grundsätzliche Frage, welche Entwicklung Hallbergmoos in den kommenden Jahrzehnten nehmen soll.
Bürgerentscheid: Sonntag, 5. Juli 2026
Fragestellung: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Hallbergmoos die planungsrechtlichen Grundlagen für die Ansiedlung eines Standorts für Verteidigungstechnologie auf einem Teil (ca. 35ha, Teil der Flurnummer 795) der Stiftwiese (78ha, umgangssprachlich Senderwiese) schafft?“
Ein „JA“ bedeutet: Die Gemeinde kann die Planungen und die weiteren Verfahren fortsetzen.
Befürworter erwarten:
• Neue Arbeitsplätze
• Zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen
• Stärkung des Wirtschaftsstandorts
• Ansiedlung eines Zukunfts- und Technologiebereichs
Ein „NEIN“ bedeutet: Die Gemeinde kann die Planungen in der vorgesehenen Form nicht weiterverfolgen.
Kritiker befürchten:
• Verlust von Freiflächen
• Veränderungen des Ortsbildes
• Auswirkungen auf Natur und Landschaft
• Grundsätzliche Bedenken gegenüber Verteidigungstechnologie
Wichtig: Am 5. Juli wird nicht über den Bau selbst abgestimmt, sondern darüber, ob die Gemeinde die Voraussetzungen für die weitere Planung schaffen soll.
Für Sie berichtete Heiko Schmidt.







