Auf 160.000 Quadratmetern ein Park für alle Bürger

Kategorie: Veranstaltungen

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10-Jahr-Feier des Sport- und Freizeitparks im abgeschirmten Bereich unter dem Zeltdach

Sport- und Freizeitpark feiert 10 Jahre nach der Einweihung

Es geht wieder etwas! Vielleicht nicht so lässig und nonchalant wie vor Corona, aber auf jeden Fall schick. Vor dem Festvergnügen im abgeschirmten Bereich zur 10-Jahr-Feier des Sport- und Freizeitparks im Jahr „2“ der Pandemie, steht allerdings die Pflicht des obligatorische 3G-Nachweises, um die Masken fallen lassen zu dürfen. Der anschließende Haken auf der Gästeliste berechtigt zum Stehempfang mit einem leckeren Aperitif in der einen und ein paar Häppchen in der anderen Hand zu feinen „Acoustic Music“-Klängen der Band Lo:La. „Es war nicht einfach zu planen, schon gar nicht im angedachten Rahmen, dazu hat uns das Landratsamt eine Absage erteilt“, erklärt Bürgermeister Josef Niedermair den rund 200 Gästen, darunter Landrat Helmut Petz, Altbürgermeister Klaus Stallmeister, Jochen Flinner (Flughafen München GmbH), Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier, Bernhard Mücke, Bürgermeister Oberding, aktuelle und ehemalige Gemeinderäte. „Die neuen Richtlinien durch die Regierung, Anfang September, machten es doch möglich“, sagt Rathauschef Niedermair und betont: „Es ist super, was Benjamin Henn und Daniela Lindemiller hier so schnell geschafft haben.“

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Der katholische Pfarrer Thomas Gruber und sein evangelischer Kollege Steffen Schubert begannen das Programm zum Sportparkjubiläum mit einem ökumenischen Gottesdienst

Gemeinsames Gebet

Vor dem geselligen Teil steht ein, so weist es das Programm aus, einstündiger ökumenischer Gottesdienst. Pfarrer Thomas Gruber beruhigt die Anwesenden an den Tischen unter einem Zeltdach: „Keine Angst, so lange haben wir unsere Predigten nicht geplant.“ Sein evangelischer Amtskollege, Pfarrer Steffen Schubert, findet es schön, das Fest auf diese Weise zu beginnen. „Das ist ja heutzutage nicht selbstverständlich“, meint er und fragt in die Runde: „Wisst ihr eigentlich, wann Fußball das erste Mal schriftlich erwähnt wurde?“ Schuberts kleiner Bibel-Anfängerkurs sorgt für schallendes Lachen: „Schon im Neuen Testament heißt es: Jesus stand im Tor von Nazareth und die Jünger standen abseits. Ganz genau genommen, steht sogar im Alten Testament: „Sie trugen seltsame Gewänder und irrten ziellos umher.“ Gruber hingegen hält es mit dem bedeutenden katholischen Theologen Thomas von Aquin: „Gratia supponit naturam, oder die Gnade Gottes setzt die Natur voraus.“ Die Übersetzung für diejenigen, die an dieser Stelle nur Latein verstehen, folgt prompt: „Gott liebt seine Natur, hat sie deshalb geschaffen und will, dass sie gedeiht, in den Dingen des Körpers, des Natürlichen, der Begegnung und Lebensfreude. Sein Segen war im Sport- und Freizeitpark anwesend und wird es auch in Zukunft sein.“

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„Schnell war klar, dass es ein Sport- und Freizeitpark für alle Hallbergmooser und Goldacher sein sollte. Das war letztendlich das Gelbe vom Ei.“

Josef Niedermair, Erster Bürgermeister

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Ein Blick zurück

Die Geschichte des Sport- und Freizeitparks reicht in die Anfänge der 1990er Jahre zurück. Sportvereine bitten damals dringend um Hilfe: „Die Möglichkeiten waren komplett ausgereizt“, erinnert sich Altbürgermeister Klaus Stallmeister. 1992 fasst der Gemeinderat den Beschluss, das bestehende Gelände um fünf Hektar zu erweitern: „Das war die Fläche, die den Bedarf decken sollte“, so Stallmeister. Finanziell ist das Projekt zunächst nicht zu stemmen, erst 1994 ist es möglich, das erste Grundstück am Enghofer Weg zu kaufen. Bei der Wahl 1996 ist das Vorhaben eines der wichtigsten Themen, denn es bedeutet eine tiefgreifende Änderung in der Gemeindeentwicklung: „Politisch war das nicht unumstritten, aber bei einer freiwilligen Leistung, die 26 Millionen kostet, ist es sehr berechtigt, wenn sich der Gemeinderat und der Bürgermeister genau überlegen, das Risiko einzugehen und den Mut haben, das zu machen“, sagt Josef Niedermair. „Damals hat die Gemeinde immer reagiert, wenn etwas gefehlt hat, dieses Mal wollten wir agieren“, weiß Stallmeister.

Die Herausforderungen

Das prognostizierte Wachstum des Ortes, von 6.000 auf 15.000 Einwohner in absehbarer Zukunft durch den Flughafen, spielt in den Überlegungen eine Rolle. „Eine Zahl, die uns sehr erschreckt hat“, gibt Stallmeister zu. „Wir wollten aber nicht alle paar Jahre vergrößern und rumflicken müssen. Gott sei Dank hat der Gemeinderat an dieser Stelle Weitblick bewiesen.“ Obwohl es für viele Bürger zunächst unverständlich bleibt, „so viel Geld für die Sportler“ ausgeben zu müssen, geht er aufs Ganze. „Schnell war klar, dass es ein Sport- und Freizeitpark für alle Hallbergmooser und Goldacher sein sollte. Das war letztendlich das Gelbe vom Ei“, betont Niedermair. So entsteht die „50:50 Lösung“ auf einer riesigen Fläche von 160.000 Quadratmetern. Zur Jahrtausendwende beginnen konkrete Planungen mit allen Tücken, die ein Unternehmen dieser Größenordnung bietet. Der Baubeginn verzögert sich bis ins Jahr 2002: „Wir haben geschaut, was am dringlichsten benötigt wurde, das waren die Fußball- und Tennisplätze“, schildert Stallmeister. Das letzte Teilprojekt, das Zentralgebäude mit Gymnastikhallen, einer Schießanlage, Seminarräumen, einer Gastwirtschaft und Verwaltung, ist die finale Punktlandung: „Wir haben die 10 Millionen Kosten quasi auf den Cent einhalten können und wurden im September 2011 fertig“, stellt Niedermair fest.

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Altbürgermeister Klaus Stallmeister und aktueller Erster Bürgermeister Josef Niedermair erinnerten sich an die Anfänge und Entstehung des Hallbergmooser Sport- und Freizeitparks

Gelände für alle

Bis heute ist Stallmeister angetan von dem durchdachten Großprojekt mit Sportplätzen, das für den Freizeitbereich unter anderem die Mulch-Joggingbahn, eine Seebühne und den Landschaftsweiher bietet: „Wenn man am Wochenende hier durchgeht und die vielen Menschen sieht, die hier die unterschiedlichsten Sachen machen, am Grillplatz oder im seniorengerechten Fitness-Parcours oder Beachvolleyball spielen, ist das ein schönes Gefühl.“ Angesichts der sportlichen Erfolge im Fußball, Bogenschießen und Kegeln kommt Niedermair ins Schwärmen: „Ich denke, die Gemeinde hat das Richtige getan“, bevor ihn Altbürgermeister Klaus Stallmeister schmunzelnd ausbremst: „Ein schlauer Politiker hat mal gesagt, man darf alles machen, nur nicht über 10 Minuten reden. Ich habe schon eine gelbe Karte von Benjamin Henn bekommen und bevor wir jetzt die rote bekommen, machen wir lieber Schluss.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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