Kein grünes Licht vom Landratsamt Großer Frust: das Aus für den Hallberger Herbst

Kategorie: Veranstaltungen

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„Das ist schon irgendwie eine Grauzone, ich verstehe es nicht, München scheint eine andere Welt zu sein“, Benjamin Henn, Sportpark- und Veranstaltungsmanager

So richtig kann in der Gemeinde und bei den Vereinen die Absage des geplanten Sonderevents „Tag der Vereine“ am 19. September durch das Landratsamt, niemand nachvollziehen: „Da es sich nicht um einen Markt im Sinne des  Paragraphen 14, Absatz 4 der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung handelt, wurde es nicht genehmigt“, gibt Benjamin Henn, Sportpark- und Veranstaltungsmanager, die Begründung wider. Für Henn ist es, wie für viele andere auch, angesichts der vielen Veranstaltungen im Rahmen des „Sommer in der Stadt“ in München mit Fahrgeschäften, kulinarischen Angeboten und Getränkeverkauf nicht nachvollziehbar: „Das ist schon irgendwie eine Grauzone, ich verstehe es nicht, München scheint eine andere Welt zu sein“, gibt Henn offen zu.

Trotz Top-Plan kein „Go!“

Auch für Bürgermeister Josef Niedermair ist die Entscheidung „unverständlich“, äußert er sich „verschnupft“ in der Bau- und Planungssitzung. „Fußballer konnten sich während der Europameisterschaft ohne Maske in den Armen liegen und wir dürfen kein hochgeordnetes, nach 3G- und Abstandsregeln ausgelegtes Event durchführen“, zitiert Henn Niedermairs Verwunderung. Doch wie es alle auch gerne drehen wollen, das ausgetüftelte Hygienekonzept hin, gelockerte Maßnahmen her: die Planungen und Vorbereitungen sind vorläufig hinfällig: „Wir wollten den Vereinen eine Bühne im Rahmen des 10-Jährigen Jubiläums des Freizeitparks geben, nach der langen schwierigen Zeit ohne Veranstaltungen und Einnahmen. Sie hätten sich präsentieren und auch etwas verkaufen können“, zeigt sich Henn enttäuscht und erklärt das gestoppte Konzept mit breit gefächerten Angebot, verteilt auf weitläufige 160 000 Quadratmeter.

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Buntes Programm ausgebremst
„Eine Bimmelbahn mit Musik sollte Stationen verbinden, vom Fitness-Parcours, Tennisplatz, zum Weiher und Beachvolleyball-Platz. Der Volkstanzkreis, die Musikschule, die Narrhalla und die VfB-Fitnessabteilung wollten die Seebühne nutzen“, zählt Henn vorgesehene Attraktionen auf. “Dazu Schnupperskaten mit zwei angesagten Skatern und Trainer, die Übungen in der Calisthenics-Anlage zeigen wollten, Schießen in der Bogenschießanlage mit Geschwindigkeitsmessungen und Hüpfburgen.“ Bei den Vereinen reichen die Reaktionen zur Absage von Unverständnis bis zur Enttäuschung, aber es gibt auch viel Zuspruch für die Bemühungen im Rathaus: „Weil wir trotz des Frusts optimistisch bleiben und weitermachen“, meint Henn, den die enorme Resonanz der Vereine im Vorfeld nachhaltig beeindruckt. „Es war toll zu sehen, welche Begeisterung entfacht wurde, wie viele Ideen sie hatten und welchen Aufwand sie betrieben haben. Da hat man gemerkt, was im Sport- und Freizeitpark möglich ist und wie wichtig die Vereine für das kulturelle und sportliche Leben hier sind.“

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„Es war toll zu sehen, welche Begeisterung entfacht wurde, wie viele Ideen sie hatten und welchen Aufwand sie betrieben haben. Da hat man gemerkt, was im Sport- und Freizeitpark möglich ist und wie wichtig die Vereine für das kulturelle und sportliche Leben hier sind.“ Benjamin Henn, Sportpark- und Veranstaltungsmanager

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Das, was möglich ist
Ein kleiner Trost bleibt. Nach dem Motto „A bisserl wos geht allerweil“, stehen wenigen Angeboten keine Paragraphen im Weg. So können Freunde des ausgedehnten Abendspaziergangs, die kurzweilige Nachtwächterwanderung der Moosbühne Graf Hallberg buchen, die mit viel Wissenswertem und Überraschungsmomenten aufwartet. Cineasten sind eingeladen sich mit Popcorn, Drinks und dicker Decke zu bewaffnen und im Open-Air-Kino gemeinsam Kultstreifen zu schauen, der Verein Udei zeigt mit „75 Hektar Wiese {460 m ü. N. N.} ein interdisziplinäres Theaterprojekt im öffentlichen Raum. Außerdem ist das Volleyball Quadro-Mixed-Turnier zum Mitmachen möglich, Hallbergmooser Künstler zeigen ihre Werke in einer Kunstausstellung „Kreaktiv 2021“ und für die Kleinen spielt das Figurentheater: „Einen Besen für Hexe Hilda“. „Wir sind dankbar, dass wir ein bisschen etwas machen dürfen“, resümiert der Sportpark-und Veranstaltungsmanager, der sich angesichts des großen Elans der Vereine vorstellen kann, den „Tag der Vereine“ nachzuholen. „Es wäre schade, wenn wir ihn nicht, sobald es möglich ist, noch machen würden“, erklärt Benjamin Henn und kündigt weitere Events an: „Wir haben noch andere Konzepte erarbeitet, die in unserer Schublade bereit liegen. Wenn wieder etwas geht, dann legen wir los.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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