Tipis, Trapper und Toleranz

Kategorie: Veranstaltungen

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Genauso gut besucht wie vor Corona: das ITF auf dem Hausler-Hof.

ITF-Festival auf dem Hausler-Hof

Wenn Trommeln und Gesänge inmitten der „Prärie“ neben dem Hausler-Hof klingen und dazu zahlreiche Menschen in mit Perlen aufwendig verzierter Lederbekleidung und prächtigen Federschmuck beim „Powwow“ tanzen, ist das nicht seltsam, sondern normales Treiben auf dem „Indianer und Trapper Festival“ des Vereins Southernstars. Auf rund 60.000 Quadratmetern haben es sich die „Hobbyisten“ und „Authentiker“ mit Sack und Pack gemütlich gemacht. Vom stabilen Holzbett, Fell-Teppichen, Waschkommoden und Küchenutensilien bis hin zu Gartenkräutern und Blumenschmuck am Holzzaun, reichen der mitgebrachten Hausratsgegenstände. Dabei gilt: Wer es authentisch mag, kann das gerne machen, wer es ein wenig freier liebt, darf das ebenso tun. Toleranz steht für Organisator und Vereinsvorstand Andy Streit an oberster Stelle.

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Nebeneinander miteinander

Und meist leben die Freunde der Wildwest-Kultur dann friedfertig in Planzelten und Tipis als junger Krieger, Squaw, Siedlerin, Schmied oder „Boandlkramer“ nebeneinander, während der Marshall auf alles ein Auge hat und wenn nötig seiner Autorität mit einem Gefängniswagen Nachdruck verleiht. Dazwischen schlendern an den drei Tagen mehr als 3.000 Besucher: „Wir hatten im Vorfeld überlegt, ob wir nach der akuten Pandemie etwas abgespeckter fahren sollten, falls nicht so viele Leute kommen. Wir haben uns dann aber anders entschieden und das war richtig so, denn die Besucherzahlen sind auf vergleichbarem Niveau zu den Vorjahren“, kann Andy Streit bereits am zweiten Tag feststellen.

„Das Team, das hier die Veranstaltung auf diesem Niveau für uns ermöglicht, ist mehr als großartig. Sie leisten Tag und Nacht unglaubliche Arbeit, damit wir hier eine schöne Zeit verbringen können. Dafür gebührt dem ITF-Team der größte Dank.“

Heike, Hobbyistin aus Trier

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Place to be

Manch Hobbyist verbringt einen Teil des wohlverdienten Urlaubs auf dem Gelände und nimmt ein paar hundert Kilometer Anreise in Kauf, wie Heike mit ihrem Lebensgefährten Udo und ihrem Neffen Marcel und dessen Freundin Leonie. „Ich übe das Hobby seit 30 Jahren aus“, sagt die Indianerin aus Trier. „Wir sind quasi als Familie hier und eine Interessengemeinschaft, die gemeinsam ihr Hobby ausleben wollen.“ Von dem Festival erfährt Heike vor einiger Zeit bei einem anderen Treffen in Pullman-City. „Ich konnte mir das Festival hier dann zufällig als Zivilist auf dem Weg in einen anderen Urlaub anschauen“, erzählt Heike und stellt sofort fest: „Das ist es, da muss ich dabei sein.“

Keiner sagt, dass es leicht ist

Auch Frank und Heidi sind bereits seit 2011 auf dem ITF: „Das Festival hier auf dem Hausler-Hof ist einfach super von Andy Streit organisiert“, lobt Frank, den die Sehnsucht in den Wilden Westen als Kind packt: „Ich bin halt mit Karl May groß geworden und als ich Heidi kennenlernte, haben wir festgestellt, dass wir dieselben Interessen teilen“, meint Frank, dessen Frau ein selbst geschneidertes hirschledernes Kostüm trägt: „Inklusive Schuhe und Accessoires wiegt es rund 25 Kilogramm. Ich habe das alles selbst gemacht, aus vier Hirschledern. Auch die Perlenstickerei, das ist sehr aufwendig. Ich bin mit dem Hobby infiziert, seit ich neun Jahre alt war und meine Mutter mit mir in den Winnetou-Film gegangen ist.“ Gemeinsam haben die beiden den Traum, nach Amerika zu fliegen. „Da waren wir noch nie. New York und so ist aber vollkommen uninteressant für uns. Wir würden gerne die Welt der indigenen Völker Amerikas erleben, in die Reservate fahren, in New Mexico oder Arizona“, offenbaren die Hobbyisten.

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Ein Wochenende große Freiheit

Einstweilen leben Frank und Heidi ihre Leidenschaft auf Festivals, wie Heike aus Trier, die unbedingt „etwas loswerden muss“: „Das Team, das hier die Veranstaltung auf diesem Niveau für uns ermöglicht, ist mehr als großartig. Es leistet Tag und Nacht unglaubliche Arbeit, damit wir hier eine schöne Zeit verbringen können, dafür gebührt dem ITF-Team der größte Dank“, betont Heike und schwärmt weiter: „Wir sind hier so gut aufgehoben und bestens versorgt. Trotz der vielen Arbeit, hat das Team immer ein freundliches Wort und ein Lächeln. Man merkt, dass es von Herzen kommt und nicht ums Geld verdienen geht, sondern darum, den Menschen die Möglichkeit zu geben, etwas anderes zu leben, jemand anderes zu sein.“

Alles für den guten Zweck

Auf dem umfassenden Programm stehen nicht nur „Powwows“, sondern Motorsägenschnitzen, Airstreaming, Kanufahren, Kinderschminken, Flötenmusik, Bogenschießen, Ponyreiten, eine Hundevorführung, Westernreiten, Country Musik, Line-Dance Workshops, die Greifvogelausstellung und Fahrten auf Trikes gegen eine Spende für das Kinderhospiz in München: „Wir spenden sämtliche Gewinne aus den gesamten Veranstaltungen, Eintritte, Tombola oder Spenden. Damit unterstützen wir seit Jahren drei Projekte: das ambulante Kinderhospiz München, das Jugendzentrum Hallbergmoos und den Greifvogelpark Menter, der ja hier mitmacht“, erklärt Andy Streit. Seit 2012 sind das inzwischen rund 50.000 Euro: „Sie sind zu 100 Prozent zur Auszahlung gekommen“, so Andy Streit: „Früher haben wir auch einige Projekte in den USA unterstützt, aber dort kommt nicht jeder Euro an. Und regional besteht ein genauso großer Bedarf wie überregional. Wir freuen uns schon jetzt auf das ITF 2023.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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