Burschenverein Goldach versteigert Maibaum

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Der Burschenverein Goldach will auch zukünftig Traditionsfeste ausrichten (Bild Archiv Maifest 2017)

Der Baum geht, aber der Gockel ist heilig

Wir schreiben das Jahr II ohne Zusammenkünfte und traditionelle Feste. Deutschlandweit legt die „C-Krise“ jeden geselligen Trubel lahm, bereits lange, bevor der auch nur in den Ansätzen stattfindet. Wirklich jeden? Nein! Standhaft trotzen die Burschen in Goldach dem viralen Eindringling und halten zumindest an einer Sitte fest. In wenigen Tagen, legen sie das Symbol für Wachstum, Fruchtbarkeit und Standhaftigkeit um und verarbeiten es zu Kleinholz: „Normalerweise erneuern wir unseren Maibaum traditionell alle drei Jahre“, meint Niklas Weltmaier, Schriftführer im Burschenverein Goldach. „Ich bin ja kein Politiker, aber es zeichnet sich ab, dass der erste Mai wieder ausfallen wird. Deshalb haben wir uns eine andere Aktion einfallen lassen. Der Maibaum wird über dem ersten Kranz abgeschnitten.“

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Das Objekt der Begierde

Meist sehr einsam, ohne ausgelassenes Festtreiben, fristet das 32 Meter hohe Prachtexemplar seit Monaten einem öden Dasein. Damit ist also in wenigen Tagen Schluss, der Countdown läuft! Nur noch rund fünf Meter sollen stehen bleiben: „Ganz ohne Maibaum, sieht der Platz ja auch nicht schön aus und ein anderer Weg wird uns nicht übrig bleiben. Den Rest über den ersten Kranz nach oben hin, machen wir weg“, erklärt der 22-Jährige. Nach Adam Riese sind das etwa 27 Meter Holz: „Und die versteigern wir“, verkündet Niklas Weltmaier. Angesichts der stattlichen Menge, dürfte das Herz so manch Handwerkers oder Lagerfeuer-Fans, vor Freude einen Takt schneller schlagen. Corona-konform hängt ab Ende der Woche ein Briefkasten am bayerischsten aller Goldach-Bäume. „Dort kann jeder Bürger sein Gebot einwerfen, solange der Baum steht, bis zum neunten April. Wichtig ist, die Adresse und Telefonnummer nicht zu vergessen“, erklärt der Goldacher Bursche. Die Versteigerung bezieht sich nur auf den nackten Riesen, verdeutlicht Weltmaier: „Unser Gockel bleibt bei uns, den brauchen wir. Der gehört zu unserem Maibaum, genauso wie der Schmuck oder die Schilder, die die Handwerksbetriebe des Ortes abbilden.“

„Es unterstützt und wirklich sehr, um fehlende Einnahmen der Feste, die wir sonst veranstalten, ein wenig aufzufangen. Ausgaben haben wir ja trotzdem und wir wollen einfach Traditionen in unserem Ort und für die Menschen hier erhalten.“

Niklas Weltmaier, Schriftführer Burschenverein Goldach

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Etwas für die Bürger tun

Besonderer Service des Vereinshauses „on top“: der Meistbietende bekommt den Stamm in etwa acht Teile frei Haus geliefert. Das ist jede Menge Brennstoff für den Ofen oder Material für fantasiebegabte „Do-it-Yourself“-Anhänger. „In der Corona-Zeit hat man ja viel Zeit und kann sich zum Beispiel auch eine Gartengarnitur daraus zimmern“, sagt Weltmaier verschmitzt. Allerdings endet der Service an der Ortsgrenze: „Wir würden den Maibaum nicht gerne woanders hingeben, denn es ist schließlich der Goldacher Maibaum.“ Niklas Weltmaier und das Burschen-Team, freuen sich auf alle Gebote, vor allem auch von Menschen, die mit dem Verein sonst nicht so viel zu tun haben: „Es unterstützt und wirklich sehr, um fehlende Einnahmen der Feste, die wir sonst veranstalten, ein wenig aufzufangen. Ausgaben haben wir ja trotzdem und wir wollen einfach Traditionen in unserem Ort und für die Menschen hier erhalten.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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