Ein Jahr haben es die Kids des AWO-Kindergartens „Sonnenschein“ vorgemacht – jetzt müssen die Eltern beim Grand Prix im Hobby-Horsing nachziehen.
Papa-Galopp! Das große Hobby-Horsing-Derby
Kurz vor dem Start scharren sie mit den Hufen – die Reiter konzentrieren sich. Der Parcour hat es in sich. Fachsimpelnd blickt das Publikum – Kinder und Eltern des AWOKindergartens Sonnenschein – auf die harte Strecke, die die Reiter Mamas und vor allem Papas) zurücklegen müssen. Heute geht es um alles und das in einer Disziplin, die allgemein für großes Schmunzeln sorgt: Hobby-Horsing. Doch wenn es um den geliebten Nachwuchs geht, schieben Papas jedes noch so stark aufkommende Schamgefühl kurzerhand auf die Seite und klemmen sich das Schimmel-Pony zwischen ihre strammen Schenkel. Hier steht schließlich die Ehre auf dem Spiel.
Großer Preis: Wanderpokal
Jedes Jahr tragen Eltern der gelben, roten und blauen Gruppe einen knallharten Wettbewerb in einer stets bis zum Schluss streng geheim gehaltenen Disziplin aus. Traditionell geht es beim Sonnenschein-Derby 2026 um nichts Geringeres als den in Insider-Kreisen heißbegehrten Wanderpokal des Kindergartens. Die Sieger dürfen mit der Trophäe ihren Gruppenraum bis zum nächsten Grand Prix schmücken. „Das ist bei uns ein ganz großes Ding“, meint Sieglinde Oppermann-Schmid, Leiterin der Einrichtung, lachend.
Outfit-Glanzlichter
Der moderne Jockey, aka Papa, kommt übrigens leger daher. Bei Sommertemperaturen bevorzugt er Shorts, ob lässig in Jeans, sportliche Multifunktionsfaser oder krachledern mit bayerischen Applikationen. Dazu ein kurzärmeliges Hemd in Aloha-Hawaii-Optik, stilvolles Poloshirt oder ein schlichtes mit drei Streifen. Wichtigste Accessoires für die Wade und, oder den Arm sind Tattoo(s). Dabei gilt: Egal ob Sinnspruch, Waden-Skorpion oder großflächig – alles geht.
Aerodynamik im Dad-Style
Die Regeln des Staffel-Horsings sind einfach: Auf der kurzen Distanz zum Zwischenstopp stehen zwei berüchtigte Holzhürden. Immerhin sind sie steile 15 Zentimeter hoch. Die Sprünge verlangen vom Hobby-Horser neben Schnelligkeit und Technik vor allem Mut. Auf dem Rückweg kommt Geschicklichkeit dazu. Yee-haw! Ganz wie beim Westernreiten dürfen die Reiter ihre Holzgäule „Hü“ und „Hott“ nur mit einer Hand führen. Die andere benötigen sie für den Löffel, der einen Tischtennisball über die Hindernisse zurück ins Ziel transportieren soll.
Knochenarbeit im Kindergarten
Für die Kids markiert das Elternspiel einen Höhepunkt ihres Kindergartenjahres. „Im zurückliegenden Jahr hatten wir das Thema „Faulpelz ade – Bewegung juchee!“, erzählt Sieglinde Oppermann-Schmid. Was beim Sommerfest nach puren Spaß aussieht, hat durchaus einen ernsten Hintergrund: „Die motorischen Fähigkeiten der Kinder sind nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Das liegt am Handy.“ Um dem Bewegungsmangel etwas entgegenzusetzen, geht es in den vergangenen Monaten ganz gezielt darum: „Wir haben uns damit beschäftigt, warum Bewegung so wichtig ist, wie das Zusammenspiel der Muskeln und Sehnen funktioniert“, so Sieglinde Oppermann- Schmid. Kuscheltier „Faulpelz“, „Schnuffel“ der Kindergartenhase und das Knochengerüst „Skelletti“ sind auf der Mission stete Begleiter der Minis.
Indoor-Eskalation: Turbo gezündet
Fotowände im Eingangsbereich dokumentieren eindrucksvoll die vielen Unternehmungen rund ums Thema. Auf dem Fest betrachten die Vier- bis Sechsjährigen mit ihren Eltern die Bilder: „Die Kinder waren beim Tennis, beim Fußball oder Yoga und einiges mehr. Der Förderverein hat für das absolute Highlight unserer 75 Kinder gesorgt. Zusammen konnten wir einen Indoorspielplatz- Anbieter besuchen. Einfach großartig. Das war so lustig mit den Kindern“, erinnert sich Sieglinde Oppermann-Schmid.
„Bewegung ist einfach sehr wichtig, sie beeinflusst die gesamte Entwicklung“. Sieglinde Oppermann-Schmid, Leiterin AWO Kindergarten Sonnenschein.
Für Sie berichtete Manuela Praxl.








































