HAIX FireFit Championship

Kategorie: Veranstaltungen

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Männer, Muskeln, Macher – und jede Menge Mannschaftsgeist
Heißes und schweißtreibendes Warm-up zum 150-Jahr-Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Hallbergmoos

Vom Brandeinsatz zum Extremsport
Sie fackeln nicht lang herum, denn sie brennen für ihr Team, ihre Ziele, ihre Werte: Julian Moser, Sebastian Göttsberger, Jonas Lösch, Simon Busl und Marvin Karl. Vor den fünf Männern der Freiwilligen Feuerwehr Hallbergmoos liegen zum Auftakt der 150-Jahr-Feier der Wehr fünf Stationen des ultraharten HAIX FireFit Championship Staffelparcours, der jedem Teilnehmenden alles abverlangt. Zwei Tage geben sie auf dem Volksfestplatz alles in Einzelwettbewerben und im Team. Es ist eine Challenge, der sich nicht nur Feuerwehren aus der Umgebung stellen. Das Feld ist mit tschechischen, italienischen, ungarischen oder österreichischen Teams international besetzt. Während der Anblick des 12 Meter hohen Treppenturms beim ungeübten Zuschauer für Herzrasen und hektische Schnappatmung sorgt, bleibt das Quintett bis in die Haarspitzen konzentriert. Ein schriller Ton und die Ehrenamtler rasen, ziehen, hämmern und brüllen sich zum Sieg – über sich selbst, gegen die Atemnot, gegen streikende Muskeln.

Underdogs Hallbergmoos stürmen Viertelfinale
Für den Ersten heißt es: Senkrechtstart in den vierten Stock oder 60 Stufen mit 20 Kilo Schlauch on top. Schließlich gehören zum Standard “lediglich“ sieben bis elf Kilo für Einsatzjacke und -hose, Helm, Feuerwehrstiefel und Handschuhe – da darf es Im Wettkampf ruhig ein bisschen mehr sein. Auf der Plattform steht der Nächste und zieht 20 Kilogramm an einem Seil zwölf Meter hoch, bevor er sich die Stufen hinunterstürzt – nur Fliegen geht ein Mü schneller. Unten warten ohrenbetäubende Anfeuerungsrufe, während der Dritte des Teams den Zylinder einer Force-Maschine mit Schlägen bearbeitet, bis der Schiedsrichter das Zeichen für den Vierten gibt. Der sprintet den Slalom bis zum gefüllten Feuerwehrschlauch, um ihn dann 23 Meter zu einer „Tür“ zu schleifen. Vor ihm schlagen Flammen: „Wasser marsch!“. Wenn das Feuer gelöscht ist, schnappt sich der Letzte im Bund den 80 Kilogramm schweren Dummie und schleift ihn 30 Meter bis ins Ziel. Wie lange die Besten für die Höllenqual benötigen? Nicht einmal eineinhalb Minuten! Das entspricht in etwa der Zeit, die viele Normalmenschen nur für den Aufstieg des Turms benötigen – akute Atemnot und minutenlanges Ringen nach Luft inklusive. Die Fünf aus Hallbergmoos schaffen es deutlich unter zwei Minuten: die Sensation ist perfekt! Hallbergmoos rastet aus, wie der Moderator mit sich überschlagender Stimme ins Mikro bestätigt. Der Lohn für die Tortur: Platz fünf in der Gesamtwertung oder: Bestes Team im Landkreis. „Ich bin schon sehr stolz“, strahlt Kommandant Richard Busl über die außergewöhnliche Leistung des Quintetts.

Teamspirit schlägt Vollblutsportler
„Es freut uns sehr so weit gekommen zu sein“, lacht auch Julian Moser übers ganze Gesicht. Den speziellen Wettbewerb gibt es seit 1994. Die knallharte Kombination aus Extremsport und echtem Feuerwehr-Alltag ist eine Erfindung der Firefighter in Vancouver (Kanada). 2016 schwappte die Begeisterung nach Deutschland. Bei der Fire- Fit Championship messen seither Kameraden Freiwilliger Wehren, Werks- und Berufsfeuerwehren ihre körperliche und mentale Stärke. „Für uns war es etwas Besonderes. Wir traten gegen Profis an, die ständig gezielt für diese Wettbewerbe trainieren. Als wir es gewonnen hatten, war es ein riesiges Glücksgefühl, dass es gleich aus war“, schwärmt Julian. Dennoch bleibt das Team ehrlich: „Der Einzug ins Viertelfinale hat nur durch den Fehler des direkten Gegners geklappt. Die sind hervorragend und waren in einer Qualifikationsrunde rund 25 Sekunden schneller als wir. Wir waren also keine Favoriten.“ Stimmt! Das vielleicht nicht, aber bei Staffelwettbewerben geht es um mehr als die körperliche Leistung, muss Julian dann doch zugeben: „Ja wir haben als Team richtig gut agiert, können uns blind aufeinander verlassen. Jeder weiß, was der andere macht, was er kann und was seine Stärken sind.“

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Spontan-Helden im Atemschutz- Rausch
Kamerad Sebastian Göttsberger findet es „schön zu sehen, für was man trainiert und was man als Team erreichen“ könne: „In den Einzelwettbewerben war der sportliche Teil extrem herausfordernd, weil man alle Stationen allein unter schwerem Atemschutz abarbeitet, was an die körperliche Belastungsgrenze geht.“ In der Staffel hingegen sei das Zusammenspiel der Kameraden ganz entscheidend, um eine gute Leitung abzuliefern, betont Sebastian: „Der Wille des Ganze zu schaffen überwiegt. Der Kopf gewinnt, auch wenn der Körper am Limit ist.“ Auch Jonas Lösch wächst über sich hinaus: „Für mich war es eine besondere sportliche Herausforderung, da ich mich erst einen Tag zuvor zum Einzellauf angemeldet habe. Ohne große Vorbereitung konnte ich meine Grenzen testen.“ Es sei nicht seine letzte FireFit, gibt sich Jonas zuversichtlich: „Meine Zeit möchte ich beim nächsten Mal noch verbessern.“ Genauso zählt Simon Busl zu den „last minute“ Startern: „Nachdem ich am Samstagabend spontan zum Einspringen für den Staffellauf am Sonntag zugesagt habe, bin ich stolz, ein Teil dieses Teams, das eine großartige Leistung abgeliefert hat, gewesen zu sein.“ Last but not least zeigt sich Marvin Karl begeistert über das „super Event, das unfassbar viel Spaß gemacht“ habe: „Wir waren sehr gut aufgeteilt für die Aufgaben und ich denke, dass wir das sehr gut gemeistert haben. Das große Wunder war, dass wir gegen die Tschechen gewonnen haben, das war sportlich cool.“

Beruhigt schlafen dank brennender Leidenschaft
„Beim HAIX-Championship geht es nicht um irgendeinen Wettbewerb, da geht’s richtig zur Sache“, stellt der 3. Bürgermeister Josef Fischer fest: „Das sind körperliche Anstrengungen, viel Feuerwehrtechnik, Kraft und Ausdauer, man kann gut sehen, was die Feuerwehr beherrschen muss, um Einsätzen gerecht zu werden.“ Tanja Knieler, 2. Bürgermeisterin von Hallbergmoos, stimmt beeindruckt zu: „Ich bin fasziniert von der Disziplin und vom Einsatzwillen, wie das Team hier diese Challenge bewältigt. Da weiß man, dass wir der Feuerwehr, jeder einzelnen Kameradin und Kameraden zu 100 Prozent vertrauen können. Allen gebührt mehr als nur ein Dank, sondern höchster Respekt und Hochachtung.“ Für den Landkreis und Hallbergmoos sei das „Event einfach top“, lobt Fischer: „Die Feuerwehr macht das großartig, auch mit der Bewirtung und dann noch die Oldtimer-Ausstellung, die ist superschön – es passt einfach.“

Ein gar köstliches Vergnügen mit altertümlichem Fuhrwerk
Ferdinand von Molo und Erwin Vogl organisieren im Vorfeld den entspannten Teil des Wochenendes – eine Ausstellung und den Korso von mehr als 35 gemütlichen Schnauferln von „Anno dazumal“: „Das älteste war eine Saug- und Druckspritze der Freiwilligen Feuerwehr Tüntenhausen von 1889. Die Kameraden demonstrierten, wie anstrengend das Feuerlöschen vor der Motorisierung war“, erklärt Molo. Manche Besuchern, die es unbedingt wissen wollen, können selbst Hand anlegen, schnell rinnt ihnen der Schweiß von der Stirn. Auch die allseits beliebte Liesl aus Hallbergmoos, die inzwischen 103 Lenze zählt, zeigt, was in ihr steckt: „Wir haben eine Übung an zeitgenössische Vorschriften angelehnt“, so Molo. Die Wehr aus Ottobeuren steuert das älteste motorisierte Fahrzeug bei: eine Magirus Autospritze „Leichte Bayern“ von 1922. Nach 2023 tritt der „Freundeskreis alte Feuerwehrfahrzeuge Süpplingen“ aus Niedersachsen mit ihrem Ford Transit erneut die weiteste Anreise an und genießt im fernen Bayern die „sensationelle Atmosphäre“ und verspricht: „Wir waren hier nicht zum letzten Mal!“. „Die originellste Gruppe in tollen historischen Uniformen kam aus dem Feuerwehrmuseums Sulzberg mit ihrem Magirus Spritzenanhänger von 1924, gezogen von einem ähnlich alten Sendling Traktor“, erzählt Molo und berichtet außerdem vom schwersten Fahrzeug: „Das war das Flugfeld-Löschfahrzeug des Feuerwehr Museums Bayern mit 38 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und 1000 PS.“

Topfit für den Ernstfall – und bereit fürs Festzelt
Richard Busl und Vereinsvorstand Thomas Henning ist die Freude über das Gelingen der ersten Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums anzuhören. Beide sind sich einig: „Das war cool, sowohl die HAIX Challenge als auch das Oldtimer Treffen, es gab megaguten Zuspruch seitens der Bevölkerung.“ Busl größte Erkenntnis sei aber das „spürbare Ansehen innerhalb der Bevölkerung“: „Sie konnten sehen, dass wir kein Spaßverein sind, sondern richtig viel können. Viele waren sehr überrascht über die Fitness, nicht über die Profis, sondern über unsere Leute. Die Feedbacks gehören zum Positivsten, was ich mitnehme.“ Jetzt stehe die „Malle Party“ am 3. Juni an: „Ab 18 Uhr geht´s los mit dem Bierpong-Turnier.“ Dritter Bürgermeister Josef Fischer steht hinter der Wehr und wünscht sich viele Besucher: „365 Tage im Jahr, 24/7: Wenn Not ist, kommt die Feuerwehr. Es geht um Menschenleben. Man muss jeden einzelnen, der das macht, wertschätzen. Jetzt kann die Bevölkerung ihre Wertschätzung zeigen, indem sie kommt und das großartige Jubiläum mitfeiert.“ Fun fact! Die Wehr bleibt rund um die Uhr einsatzbereit – trotz der Malle- Party und Jubelsause!

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Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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